Kashara
Release: 14. November 2008
Drehbuch und Regie: Tarun Mansukhani
Produzent: Karan Johar
Musikkomponisten: Vishal-Shekhar
Besetzung: Abhishek Bachchan, John Abraham, Priyanka Chopra, Bobby Deol, Khirron Kher, Boman Irani
Songs:
Jaane Kyun - Vishal Dadlani
Desi Girl - Shankar Mahadevan, Sunidhi Chauhan
Maa Da Laadla – Saleem
Shut Up & Bounce - Sunidhi Chauhan
Khabar Nahi - Vishal Dadlani, Shreya Ghoshal, Amanat Ali
Kuch Kum - Shaan
Story:
Der Plot ist schnell erzählt. Zwei junge indische Männer (Abhishek Bachchan und John Abraham) sind in Miami Beach auf der Suche nach einer Wohnung, landen zufällig, ohne sich wirklich zu kennen in der gleichen und erfahren, dass in der Wohnung keine Männer erwünscht sind, weil dort Neha (Priyanka Chopra) die Nichte der Vermieterin (Sushmita Mukherjee) lebt, deren Ehre und Reputation nicht gefährdet werden dürfen. Um doch Zimmer in dieser Wohnung zu bekommen, vor allem als sie der Nichte ansichtig werden, geben sie vor ein schwules Pärchen zu sein ... Und natürlich verlieben sich beide in ihre WG-Genossin, die natürlich keine Ahnung hat, dass sie angelogen wird....Als ein dritter Mann in’s Spiel kommt, in den sie sich verliebt, verbünden sich die beiden Männer, um Neha klar zu machen, dass einer von ihnen der Richtige für sie ist... nicht ganz so einfach, wenn man(n) vorgibt, schwul zu sein.
Review:
Es gehört sicher Mut dazu, in Indien einen Film zu produzieren und zu drehen, der das Thema Homosexualität in den Mittelpunkt der Handlung rückt, und nicht der Lächerlichkeit preisgibt, wie in so vielen kleinen Szenen in anderen Filmen. Hier hat Karan Johar, der Produzent (wer aber auch sonst?) Neuland betreten und dafür gebührt ihm Respekt. Auch der Regisseur Tarun Mansukhani wagt viel, in dem er “Dostana” zu seinem Regiedebüt macht. Vor allem aber beweisen Abhishek Bachchan und John Abraham Mut, in einer so rigiden Gesellschaft ihren Status als Stars einzusetzen, oder sogar zu riskieren, um in einem solchen Film die Hauptrollen zu spielen, ohne sich über Homosexuelle lustig zu machen.
Natürlich ist dieser Film kein indischer „Brokeback Mountain“ – dafür wäre es definitiv zu früh, aber er nähert sich der Thematik in einer Weise, die nicht verspottet, oder diesen anderen Lebensentwurf entwürdigt. Natürlich sehen wir viele Klischees und Übertreibungen, aber dieser Film soll ja eine Komödie sein und kein Drama. Ob der Film aber so zur Vergrößerung der Akzeptanz von Homosexualität in Indien beiträgt kann bezweifelt werden.
Trotz massivem overacting und dem Nicht-Auslassen sämtlicher klischeebeladener Vorstellungen darüber, wie homosexuelle Männer sind, habe ich mich in der ersten Hälfte des Films königlich amüsiert. Den Vogel abgeschossen haben hier Boman Irani und Khirron Kher als Pryankas Chef bzw. Abisheks Mutter, deren Darstellung einfach zum totlachen war und deren Wandlung innerhalb der paar Filmminuten die sie hatte mal wieder große Schauspielkunst beweist... Abhishek und John haben mir auch gut gefallen, Abishek mehr als John, er versteht es etwas besser, die Zwischentöne und den Ernst unter der Komik zu transportieren.
John war vor allem muskelbepackt, und schön in Szene gesetzt, am Problem der großen Garderobe ist das Budget dieses Films sicher nicht gescheitert. Er hatte aber auf jeden Fall seine Momente, er hatte mit der Rolle desjenigen, der mit den größeren Schwierigkeiten mit seiner schwulen Rolle zu kämpfen hat sicher den anspruchsvolleren Part und dem ist er gerecht geworden.
Dass sie sich gut verstehen konnte man merken, ohne dies hätte der Film auch sicher nicht funktioniert. Pryanka Chopra ist eine sehr schöne Frau, sie gefiel mir in ihrer Natürlichkeit und dem unverkrampften Umgang mit ihren „schwulen“ Kollegen sehr gut.
Miami Beach als das Mekka der Schönen, Reichen und Toleranten war als Handlungsort gut gewählt, die Stimmung von Frohsinn und Heiterkeit wurde dort natürlich gut eingefangen. Das erste Mal, dass ich KJO nicht übel nehme, dass er nicht in Indien dreht.
Der zweite Teil verlagerte den Schwerpunkt von den beiden Männern und ihren Problemen mit ihrer Rolle als Gays zu Neha und ihrem Lebensentwurf. Sie verliebt sich in einen Mann, den sie anfangs bekämpfte und wundert sich, warum sich dieser als so anders entpuppt, als sie dachte. Hieran haben ihre beiden Freunde natürlich keinen geringen Anteil.
Deren Versuche, sie zu umwerben, den jeweils anderen auszubooten schwanken für mich zwischen hochromantisch (ich sag nur KKHH) und unmoralisch, aber ich will natürlich nicht zu viel verraten. Am Ende kommt die Wahrheit natürlich an’s Licht, sie verlieren Neha, gewinnen sie aber zurück ... und wie!
Über Bobby Deols Part weiss ich nicht genau, was ich sagen soll – ich fand ihn auf keinen Fall so deplaziert, wie der Artikel der hier im Forum rumschwirrt uns suggeriert, aber natürlich ist sein ganzes Auftreten weder so sexy oder gutaussehend wie das der anderen beiden... aber das war wahrscheinlich gewollt. Sein Charakter ist sicher mit Absicht so angelegt, dass sich seine Qualitäten nicht so offensichtlich zeigen.
Die Musik passt zum Film, sie ist peppig und energiegeladen. Mir gefiel die Ballade am Besten, im zweiten Teil des Films fand ich die Stücke zum Teil etwas deplaziert und die Handlung eher unterbrechend als voranbringend. Im Ohr geblieben ist mir so richtig kein Stück, aber noch mal anhören könnte das auch ändern.
Ach ja, Shilpa Shetty ist in einem Item-Song zu sehen, der die Stimmung von Miami gut einfängt und einen ersten Entwurf der Charaktere von Abishek und John skizziert.
Die Schwächen des Films liegen für mich eindeutig im zweiten Teil, in dem zum Teil die Handlung an Fahrt verliert und das Element des Dramas die Komik ausbremst ... Auch wie schon erwähnt kommen hier einige Elemente und Szenen, die etwas zu bemüht wirken.
Alles in allem ist der Film eine gute Komödie, die es schafft, Homosexualität nicht der Lächerlichkeit preiszugeben, die das Thema transportiert ohne belehren oder mahnen zu wollen. Als Appell an die Toleranz der Menschen in Indien kann der Film sicher funktionieren, zumal er keine Inhalte hat, die zu sehr provozieren könnten ... sogar das Ende hat in Indien ja zu keiner Raserei geführt. Zu diesem Ende kann ich noch sagen, dass es nicht so weit geht, wie ich mir gewünscht hätte, aber es ist sicher nicht das des allergeringsten Widerstandes....
Fazit: Lohnt sich
und ich denke, das ist es, was manche nicht an ihm mögen. In Shakalaka Boom Boom war er glaubhaft und hat seine Rolle gu gespielt. Seinen letzen Film habe ich leider noch nicht gesehen.