Kashara
Release: 4. Juli 2008
Drehbuch und Regie: Abbas Tyrewala
Produzent: Aamir Khan, Mansoor Khan
Musik: A. R. Rahman
Cast: Imran Khan, Genelia D'Souza, Karan Makhija, Nirav Mehta, Alishka Varde, Sugandha Garg, Prateik Babbar, Renuka Kunzru, Manjari Phadnis, Ayaz Khan, Anuradha Patel, Jayant Kripalani, Ratna Pathak Shah, Naseeruddin Shah
Songs:
Kabhi Kabhi Aditi Zindagi - Rashid Ali
Pappu Cant Dance - Various
Jaane Tu Mera Kya Hai (aditi) - Runa Rizvi
Nazrein Milaana Nazrein Churaana - Various
Tu Bole Main Boloon - A R Rahman
Kahin To Hogi Ho - Rashid Ali, Vasundhara Das
Jaane Tu Meri Kya Hai (jai) - Sukhwinder Singh
Pappu Cant Dance (remix) – Various
Story:
Eine Gruppe von Freunden erwartet Ankömmlinge am Flughafen. Da der Flug Verspätung hat, gilt es die Zeit zu vertreiben. Dem neuen Mitglied der Gruppe Mala wird die Erzählung der Liebesgeschichte der Erwarteten Jai (Imran Khan) and Aditi (Genelia D'souza) angeboten, deren Inhalt diese sich nach anfänglichem Zögern kaum entziehen kann ...
Der ruhige, von seiner Mutter zum Pazifisten erzogene Jai Singh Rathore und die quirlige, temperamentvolle und überschwängliche Aditi sind die besten Freunde, obwohl sie immer mit ihrer Clique umherziehen haben sie fast nur Augen füreinander. Kein Wunder, dass alle denken, die beiden sind ineinander verliebt. Als die Eltern die Hochzeit beschließen wollen, wehren sie sich und bezeichnen ihre Beziehung als rein freundschaftlich.
Als Lebenspartner wünschen sie sich jemanden, der/die das Gegenteil des jeweils anderen ist. Jai wünscht sich eine besonnene ruhige Freundin und Aditi wünscht sich einen Kerl, der zupacken und auch schon mal kämpfen kann.
Die beiden Freunde entscheiden sich, dem anderen einen passenden Lebenspartner zu suchen, was zunächst für Jai, später auch für Aditi gelingt. Wie die beiden dann doch anderen Sinnes werden und sich über ihre Gefühle klar werden, beschreibt dieser Film.
Review:
Das Intro war vielversprechend, nur Paare - alte, junge, mit Hund oder Kind, verfälschte, fast schon Gemälden gleichende Photos - schön gemacht. Aber dann die ersten Szenen brachten mich erst mal auf den Boden. Oh je ein Teeniefilm dachte ich, nur die Tatsache, dass dieser Film bei Box Office India als der bis jetzt einzige Blockbuster des Jahres 2008 geführt wird, und dass er von Aamir Khan produziert wurde hielt mich davon ab, ihn auszuschalten. Ich habe es nicht bereut - im Gegenteil, je länger er dauerte, desto bezauberter war ich.
Die Rahmenhandlung am Flughafen, in der Form nicht neu, bei „Forget Paris“ und „Chalte Chalte“ schon gesehen ... Die Teens unbekannt, erfrischend modern und glaubwürdig. Die zickige Mala, die sich anfangs weigert, der Geschichte von Jai und Aditi zuzuhören - nicht bollywoodlike in Szene gesetzt, erfrischend anders aber überzeugt war ich erst durch den „Notfall“ bei Aditi, der mich vor dem Fernseher festnagelte.... einfach humorig.
Die erste Hälfte des Films nimmt etwas langsam Fahrt auf, sie ist vor allem der Charakterisierung der beiden Hauptdarsteller gewidmet. Imran Khan wirkte zum Teil etwas überfordert und hatte neben seiner einfach genialen Kollegin Genelia D'souza keinen einfachen Stand. Aber er war immer glaubwürdig und im Verlaufe des Films wurde er auch besser. Besonders beeindruckt hat er mich in den Szenen, in denen er Verstand statt Fäuste gebrauchte. Alle Nebendarsteller waren toll ausgesucht, vor allem Ratna Pathak Shah als Jais Mutter und Naseeruddin Shah als sein (toter!) Vater waren göttlich. Aber auch alle anderen erscheinen real, ohne große Dramatik und extrem glaubwürdig. Vor allem auch die Beziehung der Freunde untereinander wird sehr gut in Szene gesetzt. Es ist nicht leicht zu erkennen, dass sie schauspielern, so natürlich wirkt ihr Miteinander.
Ernster wird der Film ab dem Moment, in dem Jai eine Freundin hat und Aditi damit schlechter umgehen kann, als sie dachte. Ihre kurz darauf stattfindende Verlobung löst dieses Dilemma auch nicht wirklich, denn was nützt der Traum von einem starken zupackenden Kerl, wenn dieser sich als brutaler Egomane erweist? Auch Jais Traum von einem bodenständigen, ruhigen und erwachsenen Mädchen gerät in’s Wanken, als er erkennen muss, dass Meghna in nicht nur einer Beziehung in einer Traumwelt lebt. Der Film wirkt im Mittelteil deutlich in seinem Tempo gedrosselt, langweilt aber zu keinem Zeitpunkt.
Kurzum es passiert was kommen muss, die beiden werden sich der Tatsache bewusst, dass Pyaar Dosti Hai (Liebe Freundschaft ist) – aber bis zum Happy End dauert es natürlich noch ein bisschen. Jai macht seinem Vater, einem alten Kämpfer aus Rajastan endlich Freude, indem er die Bedingungen erfüllt, die ihn zu einem Mann machen ...(natürlich unrealistisch alles aber herrlich amüsant). Das Ende ist deutlich mehr filmy mäßig in dem bis dahin doch sehr realistisch gehaltenem Film, macht aber trotzdem Spaß.
Zu den Songs möchte ich nach nur einmal hören nicht mehr sagen, als dass ich sie mir besorgen werde ... A.R. Rahmann eben ....
An sich bietet die Geschichte nichts wirklich neues, aber die Besetzung, die von Abbas Tyrewala und seiner Frau Pakhi für dieses Regiedebüt gewählt haben hebt ihn klar über den Durchschnitt und macht ihn zu einem warmherzigen feelgood Film mit einem (zumindest für mich) köstlichem Humor, der wohl vor allem bei jungen Leuten gut ankommt. Schwächen offenbart der Film vor allem im Mittelteil, auch der Schnitt wirkt nicht immer gelungen, aber der Glaubwürdigkeit der Charaktere tut das genausowenig Abbruch, wie die Vorhersagbarkeit der Geschichte, daher 4 Sternchen von mir.
Fazit: Unbedingt ansehen