Rang de Basanti (2006) ****

Jess
Rang de Basanti - Die Farbe der Rebellion (2006)





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Regie: Rakesh Omprakash Mehra

Cast :

Dieser Link wird erst nach der Registrierung sichtbar., Siddharth, Kunal Kapoor, Soha Ali Khan, Alice Patten, Madhavan, Sharman Joshi, Atul Kulkarni, Mohan Agashe, Dieser Link wird erst nach der Registrierung sichtbar., Kirron Kher, Waheeda Rehman, Om Puri u.a.

Story:

Die junge Engländerin Sue McKinley (Alice Patton) hat von ihrem Großvater ein altes Tagebuch, in dem er seine dramatischen Erlebnisse um die revolutionäre Gruppe um den Freiheitskämpfer Baghat Singh in Indien beschreibt, wo er zu der Zeit als Offizier der englischen Armee in stationiert war. Sue hat den Plan, über diese Ereignisse einen Dokumentarfilm zu drehen und reist mit diesem Vorhaben nach Delhi, auch nachdem ihr die Gelder gestrichen wurden. Vor Ort hilft ihr Sonia (Soha Ali Khan, übrigens Saif Alis Khans Schwester!), und nach anfänglichen Schwierigkeiten findet sie in den lebenslustigen und nicht gerade ernsthaft studierenden Freunden Sonias, DJ (Aamir Khan), Karan (Siddharth), Aslam (Kunal Kapoor), Sukhi (Sharman Joshi) und später auch Laxman Pandey (Atul Kulkarni), die passenden Schauspieler für ihren Film. Nach und nach finden sich die grundverschiedenen, jungen Männer in die Figuren ihrer Rollen ein, doch erst ein tragisches Unglück, dass sie alle persönlich trifft, bewirkt, dass sie langsam aus ihrer negativen Einstellung gegenüber ihrem Land, der Verantwortung und dem Leben eines Erwachsenen im Allgemeinen („in Indien wird Korruption schon mit der DNA weitergegeben“) erwachen und versuchen mit Gewalt, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen...

Review:

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Sareh
Also was kann ich noch viel dazu sagen.

Zitat:
Rang de Basanti ist einfach nur ein supertoller Film!!! Ehrlich, ich kann ihn wirklich nur jedem ans Herz legen, auch wenn man hinterher fix und fertig ist


Ich stimme dir vollkommen und 100% zu.
Wir haben RdB letztes Wochenende im Kino gesehen und es waren auch ein paar Leute von außerhalb gekommen, und wir sind danach essen gegangen. Normal kommen alle Leute zu uns, weil wir so ein lustiger und lauter Haufen sind. Aber war wohl nichts. Alle saßen an ihrem Tisch und waren irgendwie nicht fähig, wirklich gut drauf zu sein. Besonders beeindruckend im Kino. Normalerweise ist man gewöhnt, wenn der Abspann beginnt, dass alle aufstehen und aus dem Kino rennen. Bei Indern ist es normalerweise noch schlimmer. Aber alle blieben sitzen, keiner bewegte sich auch nur, bevor der gesamte Abspann durchgelaufen ist und die Vorhänge zu gingen. Das fand ich wirklich äußerst beeindruckend.

Überhaupt, der ganze Film hat einen wirklich gefesselt und es gab keine Minute, in der man sich gelangweilt hat. Am Anfang waren die Lacher groß. Besonders DJ (Aamir) als er seiner Mutter, seine "Verlobte" aus London mitgebracht hat, und er plötzlich merkt, das sie Hindi spricht und versteht. Dieser Spruch von ihm, war auch noch 10 Minuten später lustig, als er es immer noch nicht glauben konnte. Nach der Intermission wendete sich der Film um 180 Grad. Ich kann mich immer noch wie blöd ärgern, dass das Kino zwei Filmrollen vertauscht hat...und wir erst später die richtige Reihenfolge erkannt haben.

Zitat:
Die darstellerische Leistung ALLER Schauspieler (und ich glaube, da sind einige Junge dabei, die noch in nicht vielen Filmen zu sehen waren, aber ihre Rollen wahnsinnig eindrucksvoll spielen!) ist einfach grandios.


Und wieder meine völlige Zustimmung. Siddarth, der den Karan spielt, ist eigentlich nur in Tamil-Filmen bekannt. Er hat wirklich eine außerordentliche Leistung erbracht und war für mich fast die Hauptperson des Films. Er hat wirklich sehr ansprechende Augen, die besonders in seiner Rolle als Baghat Sing rauskommen.
Aamir war natürlich klasse. Ich finde, dass ist er immer, aber auch die von Jess beschriebene Heul-Szene ist mir auch besonders im Gedächtnis geblieben. Und na klar...er hat in diesem Film wirklich einen herrlichen Humor..."Are Waaaa" das kann keiner wie er.
Wo wir beim nächsten Wären Shaman Joshi, der den Sukhi spielt. Ich weiß nicht warum, aber im Nachhinein, hat er mir sogar noch am besten gefallen. Nicht vom Schauspielerischen her, oder seiner Rolle. Es war das ganze, von allem ein Stück. Kann ich auch schwer beschreiben.
Und Kunal Kapoor (Aslam) der einfach eine wahnsinnige Austrahlung hat.
Und Atul Kulkarni, der den Laxman spielt. Besonders die Beziehung zwischen ihm und Aslam fand ich ganz besonders berührend.
Die Mädels, Soha Ali Khan (Saifs Schwester) und die Engländerin Alice Patton fand ich beide gut, aber gegen die Jungs nicht herausragend.

Spoiler
Vom Anfänglichen Hass zur Tolleranz, bis weiter zu einer engen Freundschaft. Die sogar noch in den Tod hineingeht. Als die beiden auf dem Boden liegen und sterben, und sich dabei die hand halten. Ich war sooo berührt. Und das war ich schon davor ständig.
Als erstes, als der Verlobte von Sonia stirbt. "Luka Chuppi" habe ich vorher nie als ein trauriges Lied empfunden, aber mit dem Text und den Bildern. Genauso "Roobaro".
Bei der Szene auf der Beerdigung, als die Demo von den Politzisten gestürmt wurde, hat der Regisseur mit dem einsätzen von "Khoon Chala" und der Zeitlupe, den höchst möglichen Effekt erziehlt. Ich glaube da war kein Auge mehr trocken. Es war viel bewegender, als wenn man die Szene im O-ton und in Original Zeit hätte laufen lassen.
Das Ende...ja das Ende...ich war ziemlich, ziemlich geschockt musste ich sagen. Dazu muss erwähnt werden, das mir eine Freundin erzählte, es sterbe nur einer, und als der Pilot tot war, dachte ich natürlich das wars jetzt. Und dann das! Erst mein kleiner Süßer Sukhi, dann einer nach dem anderen. Meine Freundin hat mir später erzählt, sie wusste, das alle sterben, aber sie hat es extra nicht gesagt. Und ich bin sicher, das war auch gut so. Das Ende in dem noch mal ein Rückblick nach ganz hinten gemacht wird, in die Kindheit von Baghat Sing, fand ich auch toll.

Spoiler Ende

Der Sountrack...ja, Khoon Chala und Luka Chuppi sind natürlich besonders bewegend. Und der Titelsong ist sowieso toll. Ein richtiger Punjabi-Song. Aber der gesamte Soundtrack hat einiges zu bieten. Da fällt mir ein, das ich es gut und passend fand, das kein Lied Playback gesungen wurde...sondern einfach lief...war wirklich mal erfrischend.

Ich denke dieser Film ist für jeden was...ob Bollywood-Fan oder nicht. Denn als Bollywoodfilm würd ich ihn nicht bezeichnen. Beide Daumen hoch für Rang de Basanti Banana
Jess
Mann, Sareh, bei deiner Beschreibung sind mir eben schon wieder die Tränen gekommen - und ich sitze blöderweise im Büro
Dich scheint RDB ja auch so berührt zu haben wie mich! Und auch die gleichen Dinge - ich hab versucht, mich ein bißchen zurückzuhalten gestern, weil ich nicht zu viel verraten wollte, aber...

SPOILER
die Szene, in der Sonia wegen Ajay zusammenbricht (und an der Stelle den ganzen Film dreht) ist wirklich genial, und ich kann auch gut verstehen, was du an Sukhi so gut fandest. Als er, der die ganze Zeit der sympathische "Spaßdepp" vom Dienst war, zum Schluss so ne Angst hatte und sich in den Kugelhagel warf... Mein Gott! Irgendwie dachte man immer, schlimmer kann es nicht mehr werden, oder?
SPOILERENDE

Übrigens gab es bei uns im Kino das gleiche Phänomen wie bei dir: es gab viel Stimmung und Gelächter, eigentlich über den ganzen Film hinweg - und dann kam die letzte halbe Stunde. Wir brauchten auch ne Weile, bis eine normale Unterhaltung wieder möglich war. Und das war nicht nur hier so , sondern auch in Indien (ich hatte so ein Glück, dass ich Rang de Basanti in der ersten Woche in Udaipur sehen konnte!), wo das Publikum ja noch tausendmal lebhafter im Kino ist als hier...


Zitat:
Ich denke dieser Film ist für jeden was...ob Bollywood-Fan oder nicht. Denn als Bollywoodfilm würd ich ihn nicht bezeichnen. Beide Daumen hoch für Rang de Basanti


Und wo kann ich das unterschreiben, Sareh?! Augenzwinkern
Arre VAH!!! Winken
Sareh
Zitat:
ich hab versucht, mich ein bißchen zurückzuhalten gestern, weil ich nicht zu viel verraten wollte, aber...


Jaa, ich habs ja auch versucht...aber...es ging ja nun wirklich nicht, weil die wichtigsten Dinge, nun einfach Spoiler sind. Aber mit der richtigen Warnung drüber, ist es schon in Ordnung, denke ich Augenzwinkern


SPOILER

Zitat:
die Szene, in der Sonia wegen Ajay zusammenbricht (und an der Stelle den ganzen Film dreht) ist wirklich genial


Oh ja, ich fand sie auch wirklich gut! Dabei fällt mir noch eine andere Szene ein, die einem wirklich unter die Haut gegangen ist.

...und zwar, ist ja erst einer der "Filmausschnitte", wo Baghat Sing und Co. planen, jemanden zu töten. Und nach dem die Demo zerschlagen wurde und die Freunde wieder auf der Ruine sitzen...spielt sich die gleiche Szene nochmal in "echt" ab. Als dann die Kamera auf Sonia schwenkt...und man weiß in dem Moment schon genau was passiert, aber dennoch fand ich es wahnsinnig (mir fehlt gerade das Wort lol) als sie dann den Satz auspricht "Kill him"...Uuuuiiii

Zitat:
und ich kann auch gut verstehen, was du an Sukhi so gut fandest. Als er, der die ganze Zeit der sympathische "Spaßdepp" vom Dienst war, zum Schluss so ne Angst hatte und sich in den Kugelhagel warf... Mein Gott! Irgendwie dachte man immer, schlimmer kann es nicht mehr werden, oder?


Ich gebe dir da mal wieder recht Großes Grinsen Besonders beeindruckend fand ich ihn, als er seinen Ausraster bekommt. Karan beschimpft, er würde alle nur ausnutzen. Und völlig durchdreht "Warum töten wir sie nicht gleich alle?" Das war so die erste Szene, wo er mal wirklich aus sich rauskam. Vorher war er ja, wie du so schön ausgedrückt hast, nur der "Spaßdepp". Toll wirklich toll.

SPOILER ENDE

Man kann es immer nur wiederholen...einfach ein megaklasse Film. Und ich hoffe sooo sehr, dass er heute oder morgen bei uns erhältlich ist, denn ich muss ihn umbedingt noch mal sehen. Gerade auch, weil ja zwei Rollen vertauscht wurden.
Meine Freundin ruft schon täglich bei uns in den Läden an, um endlich herauszufinden, wann er kommt!
Jess
Eine Freundin von mir, hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass das Ende von Rang de Basanti auch sehr negativ interpretiert werden kann. Dazu muss man allerdings auch einiges Hintergundwissen haben, was indische Geschichte angeht, weil ich das so vorher nicht verstanden habe Augenzwinkern

SPOILER
Am Ende des Films sieht man doch den kleinen Baghat Singh und seinen Vater auf einem Feld, und Aamir und die anderen lächeln ihm aufmunternd zu.
Der Legende nach (denn solche historischen Ereignisse sind ja immer recht verzerrt) hat Singhs Vater dort Mangos gepflanzt und daraufhin buddelte der Kleine eine Pistole ein in der Hoffnung, dass auf dem ganzen Feld bald Waffen wachsen würden...
Ich hatte jetzt nicht ganz so viel Zeit zu recherchieren, aber diese Geschichte wird hier angedeutet:

http://www.freeindia.org/biographies/freedomfighters/bhagathsingh/index.htm


Dementsprechend könnte man das Ende des Films natürlich auch als eine Aufforderung zur Gewalt interpretieren... oder der Regisseur wollte uns Zuschauer nur zum Nachdenken anregen, was alles passieren könnte unter bestimmten Umständen...
Auf jeden Fall gehört RDB zweifelsfrei zu den Filmen, mit denen man sich noch ne Weile beschäftigen kann, wenn man möchte Augenzwinkern

SPOILERENDE

Ich bin mir nicht sicher, wie genau das Ende interpretiert werden sollte und ob es überhaupt eine "richtige" Interpretation gibt (ich persönlich bezweifle das immer), aber ich dachte, vielleicht interessiert es euch.
Sareh
Evtl Spoiler


Zitat:
Ich bin mir nicht sicher, wie genau das Ende interpretiert werden sollte und ob es überhaupt eine "richtige" Interpretation gibt (ich persönlich bezweifle das immer), aber ich dachte, vielleicht interessiert es euch


Ich hatte das auch vor einiger Zeit gehört, also die Geschichte mit den Mangos und den Waffen.
Aber zu der Zeit, als ich den Film das erste Mal gesehen habe (DvD hab ich endlich Großes Grinsen ) wusste ich das noch nicht.

Aber komisch...meine Freundin hat das Ende ganz anders aufgefasst als ich. Sie dachte, es würde in der jetzigen Zeit wieder sein, und die 5 Jungs hätten die Menschen wieder wachgerüttelt. Die Menschen nennen ihre Kinder wieder Baghat Sing...usw.
Ich habe das auch eher so gesehen, das sie nochmal zurück...ganz in die Vergangenheit gehen, wo alles begann. Ohne zu wissen, was es mit den Mangos auf sich hat.
Aber ich denke, du hast Recht...ich wüsste auch nicht, wie das Ende nun wirklich interpretiert werden sollte Winken
Jess
Und da ich dazu neige, mir die Filme, die ich gern mag, POSITIV hinzudeichseln... ist der Film für mich als Denkanstoß gemeint Großes Grinsen
Erstmal... Augenzwinkern


Hey, Sareh, der Film hat dich WIRKLICH sehr beeindruckt, nicht wahr?! Du hast sogar Avatar UND Sig ausgetauscht Augenzwinkern
Jess
@Sareh:
Ich hab eben noch ein paar Szenen von RDB gesehen... naja, besonders den Schluss (du kannst dir sicher vorstellen, wie ich jetzt aussehe Augenzwinkern )
Auf jeden Fall hab ich dabei so gedacht, dass ich mir vorstellen kann, warum du Sukhi so besonders beeindruckend fandest...

SPOILER
Es ist der Gegensatz, oder? Weil er die ganze Zeit so ein naiver Spaßvogel ist und immer so extrem naiv auf all die tragischen Ereignisse resgiert... und dann passiert ihm all das, was das noch kommt... Dazu kommt, dass er wirklich niedich ist Lachen
SPOILERENDE

Ich bin völlig fertig... ich denke, ich geh ins Bett Augenzwinkern

Liebe Grüße
Jess

P.S.: An alle anderen:
Seht euch diesen Film wirklich mal an!
Saripyar
Ich überlege seid gestern Abend, wie ich auf dieses Thema antworten soll. Wie soll man auf solch einen Film noch Antworten? Mögliche Antworte:

"Ein Film, der mich total umgehauen hat!"
"Soetwas hab ich noch nicht erlebt"
oder einfach nur "Arrrre Wah!" Großes Grinsen

Ich bin ehrlich gesagt ohne viele Erwartungen heran gegangen, weil es mir die Musik VORHER nicht sonderlich angetan hat und auch die Promos fand ich nicht sonderlich reizend. Naja, wie man sich doch irren kann.

Ich habe mir heute mindestens 5 mal eure (Sareh und Jess) Kommentare und die Review durchgelesen und ich kann es nicht erklären.... Ich habe Gänsehaut bekommen. Haltet mich für Verrückt, aber ich habe noch NIE einen Film wie diesen gesehen. Ob es nun das Genre war, die Darstellung der Schauspieler oder der Film im ganzen, ich kann es euch nicht sagen. Ich war einfach schlicht weg....begeistert.

Und wie Jess so schön sagte:

Zitat:
Rang de Basanti ist einfach nur ein supertoller Film!!! Ehrlich, ich kann ihn wirklich nur jedem ans Herz legen, auch wenn man hinterher fix und fertig ist


Ich kann dir nur beipflegen, wenn du sagst: Fix und Fertig. Ich bin es wirklich und weiss nicht einmal wieso! Ich hätte nicht gedacht, dass mir dies einmal passiert. Viele schreiben, dass sie einen Zusammenhang mit einem Film und dem eigenen Leben erkennen. Gut, dann könnte ich es noch verstehen. Aber ich habe weder solche Dinge in meinem Leben erlebt, noch ist etwas dergleichen in meinem Umkreis vorgefallen. Wieso also so fix und fertig?

Vielleicht ist es auch die Tatsache, dass es wirklich noch solche Grausamkeit und Brutalität im Leben gibt und wir hier nicht im geringsten wissen, was dort vor sich geht. (Ich hoffe, ich spreche nicht zu sehr in Rätzeln, aber es fällt mir sowieso schon schwer Augenzwinkern ).

Anders ist hier auch, dass ich weniger die Schauspieler loben will, als dass ich sage: Im Allgemeine einfach das Beste, was ich bisher sehen durfte. Ob es nun die Tatsache ist, dass man wirklich das Gefühl hat, diese Clique zu beobachten und vergisst, dass es eigentlich nur ein Film ist. Oder mitzuverfolgen, wie stark Freundschaft wirklich sein kann. Es nimmt einem den Atem....

SPOILER

Szenen, die mir nicht aus dem Kopf wollen (allerdings erst, nachdem ich den kompletten Film gesehen habe), sind das Zusammensitzen beim Essen. Wer wünscht sich nicht eine so feste Freundschaft? Und wenn man dann an das Ende denkt?!

Einfach wahnsinn. Und mit einer Überzeugung, dass mir die Worte fehlen.

SPOILER ENDE

Da ich merke, dass ich immer noch nicht genau weiss, was ich schreiben soll, oder besser, wie ich mich ausdrücken soll, stimme ich euch in ALLEM zu, was ich geschrieben habt und beende nun hier! Augenzwinkern

Nur eines noch: Das Ende!

SPOILER

@Jess

Ich denke, dass es ein Rückblick ist, dass den kleinen Baghat Singh zeigt. Warum? Die Farbe des Bildes (dieser Gelbschimmer) war doch auch immer zu sehen, wenn sie die Filmausschnitt des Films von Sue zeigten und in gewisser Weise sollte dies doch auch ein Rückblick sein. Sicher kann ich dir aber leider auch nichts dazu sagen, denn da bin ich ebenfalls genauso Ratlos wie du! Das Ende bleibt für mich noch ein wenigunverständlich.

SPOILER ENDE
Saripyar
Nochmal kurz zum Ende. Vergesst, was ich vorher geschrieben habe. Ich habe mir das Ende gerade noch einmal angesehen und jetzt glaube ich zu "wissen", was gemeint ist.

Vielleicht ist dies eine Mitteilung nach dem Motto:

"Baghat Singh lebt in uns weiter, egal wie oft ihr uns/ihn tötet"
Jess
*führt ein kleines Freudentänzchen auf* Augenzwinkern
@Sari:
Ich WUSSTE, dass dir der Film gefallen würde - fällt so genau in deinen "Geschmack", soweit ich den einschätzen kann smilie

SPOILER
Wegen dem fix und fertig: ich glaube, der Film ist einfach auch emotional so gut gemacht, weil man die erste Hälfte, die größtenteils sehr unbeschwerte Gruppe beobachten darf, und dann in der zweiten Hälfte so richtig einen mit den Bretterzaun vor den Latz geknallt bekommt... und die Personen trotzdem die ganze Zeit so eng zusammenhalten und sogar noch enger zusammenrücken... Na, ich merk schon, ich drück mich dämlich aus Ist wirklich schwer zu beschreiben - schön, dass wir uns da einig sind Augenzwinkern
Außerdem glaube ich, ist die Eskalation der Situation so dargestellt, dass man als Zuschauer das Gefühl hat, dass so was jederzeit passieren könnte, und das macht einem (mir jedenfalls) Angst...

Zum Ende:
mein Problem lag weniger darin, ob das nun ein Rückblick oder eine Vorschau etc. war, sondern ob das Darstellen des kleinen Baghat Singh nicht doch einen Aufruf zur Gewalt impliziert. Weil er doch der Legende nach seinen Vater gefragt hat, ob man statt Mangos (oder so?!) auch Waffen auf Feldern wachsen lassen kann... Das würde ja bedeuten, dass RDB letztendlich Gewalt als Mittel gut heißt, was ich nicht unterstützen kann... aber wie gesagt, ich bin nicht sicher, ob es wirklich so gemeint ist.
ABER das ändert nichts daran, dass dieser Film einfach nur großartig ist Banana
SPOILERENDE
Akos
Also ich habe den film jetzt gesehen und ich muss schon sagen es ist nichts für jemanden der bunte , romantische Filme vorzieht. Es ist ein sehr anspruchsvoller Film und ich bin auch schon ziemlich ergriffen gewesen, mehr noch mein Adrenalinspiegel ist in astronomische Höhen geschnellt. Nägelkau- und hohe Taschentuchverbrauch Garantie
Ich nenne nun auch den Film: The Legend Of Baghat Sigh mein Eigen und durch RDB bin ich noch neugieriger geworden auf den Legendären indischen Freiheitskämpfer und seine Geschichte.

RDB ist kein herkömmlicher BW Film und auch die Art den Soundtrack darin zu verarbeiten ist nicht 'as usual'. Die Rückblenden und der Schnitt sind sehr interessant gemacht und sicherlich nicht für jeden etwas. Aber mir gefällts, ich bin ja sowieso für Abwechslung im indischen Kino. Sei es Horror oder Streifen aus dem Jahr 1938 oder Legendäres von Amithab Bachchan und Raj Kapoor. Ich sehe alles Querbeet gern. Und ich stimme der Beschreibung zu RDB ist ein frischer Film und mit einer ordentlichen Prise Humor gewürzt aber er enthält auch viel Tragik und nachdenkliche Töne.

Ein Film wobei sich meiner Meinung nach sicherlich Publikumsmässig die Spreu vom Weizen trennen könnte
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michael
ich sehe dieses ende als kleine zusammenfassung des films: von bhagat bis heute, vom samen säen bis zum ernten, von der hoffnung und vom nie aufgeben.

aber ich hab an rdb eh am meisten zu schätzen gewusst, dass keine feste interpretation, keine unumstößliche lösung vorgegeben ist, dass man die moralische wertung um dj und co selber treffen muss und nicht deutlich vom film vorgegeben bekommt.
heike925
Nach intensiver Überzeugungsarbeit durch eine gewisse Person Augenzwinkern habe ich mir nun auch diesen Film angesehen.

Vorweg Filme mit politischem Hintergrund sind nicht wirkich mein Genre, ich sehe lieber die echten Liebesschnulzen, Actionfilme oder Krimis.

Und dem entsprechend muss ich sagen, ich habe mich anfangs durch den Film kämpfen müssen und brauchte auch zwei Anläufe, um ihn komplett zu sehen. Im zweiten Teil hat es mich dann gepackt, vor allem, weil ich mich hier mehr mit der Freundschaft in der Gruppe und ihre Wandlung befasst habe. Und am Ende war ich emotional schon wieder ziemlich am Tiefpunkt angekommen.

Der Film ist definitiv gut gemacht und die schauspielerische Leistung aller war enorm, ich war von jedem einzelnen überzeugt. Und dann geh ich mit Arkos konform, es ist ein Film, der sicher nicht das breite Bollywoodpublikum anspricht, sondern eher solche, die auch gern mal was anderes als die üblichen Bollywoodschmachtfetzen sehen wollen.
Pyaari
Ich habe zu diesem Thema folgen Artikel gefunden. Ich hoffe er ist hier richtig.

«Rang De Basanti»: Bollywood sucht erneut den Kinoerfolg



Hamburg (dpa) Im deutschen Fernsehen haben sich die Bollywood-Filme eine ebenso große Fangemeinde erobert wie auf dem DVD-Markt. Nur im Kino lassen die Erfolge auf sich warten. Bombastische Bilder und ein ebensolcher Soundtrack sind wie immer Teil der guten Unterhaltung.

Journalistin Sue (Alice Patten) arbeitet in London an einem Projekt über indische Unabhängigkeitskämpfer, doch ihr Sender lehnt es ab, den Film zu finanzieren. Als sie nach Indien reist,...Dieser Link wird erst nach der Registrierung sichtbar.


Quelle:szon.de/26.06.06

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maya
Ich habe den Film gesehen und war nicht so begeistert. Aber das liegt hauptsächlich daran, daß ich nicht viel für Märtyrer übrig habe. Und die Wandlung von Partylöwen zum Freiheitkämpfer der sich umbringen läßt ist aus meiner bescheidenen Sicht viel zu schnell erfolgt.

Zu Beginn fand ich die Probeaufnahmen von Sue etwas verwirrend. Dauernd neue Gesichter und ständig wartet man welches sie nimmt.

Ich gebe Akos recht er paßt nicht so recht in die bunte Bollywood Welt.
Daß Thema ist gut, aber mir fehlt die indische Einstellung, daß Frauen am Ende heulen zurück bleiben dürfen.
Saripyar
Zitat:
Ich gebe Akos recht er paßt nicht so recht in die bunte Bollywood Welt.


Naja, das stimmt wohl. Allerdings ist Bollywood nicht immer bunt. Ebenso wie es bunte, aufheiternde Filme gibt, gibt es auch Filme, die (leider Gottes) der Realität entsprechen und das sollte nicht verloren gehen. Denn schließlich sollte man nicht vor der Relaität fliehen Augenzwinkern

Zitat:
Daß Thema ist gut, aber mir fehlt die indische Einstellung, daß Frauen am Ende heulen zurück bleiben dürfen.


Frauen sollen weinend zurück bleiben? Ich glaube, da scheine ich etwas missverstanden zu haben. Du meinst wahrscheinlich, dass hier in diesem Film die Frauen weinend zurück bleiben. Augenzwinkern Ich könnte dir noch einige andere Filme nennen, in denen das Ende ähnlich ist. Wie oben schon gesagt: Die brutale, aber dennoch vorhandene Realität. Ein sehr gutes Beispiel für solch einen Film ist zum Beispiel der von fast allen gekannte "Dil Se"....
maya
Ich habe mich etwas unklar ausgedrückt. Mal sehen ob ich es besser hin kriege. Was ich sagen wollte, warum beteiligen sich die beiden Frauen nicht an der Aktion und werden auch erschoßen ?
In der Realität und auch bei Dil se passiert doch genau das.

Warum bleiben bei Rdb die beiden Frauen alleine ?
Preity
Nachdem ich Eure Beiträge gelesen habe, werde ich wohl nicht drumherumkommen, mir den Film, den ich hier liegen habe, doch anzuschauen, obwohl ich bisher einen großen Bogen gemacht habe. Warum auch immer?
Ich habe heute Morgen einen durchaus positiven Artikel darüber gefunden, den ich Euch nicht vorenthalten will.


Drum 'n' Bass kontra Tempeltanz


DER NEUE FILM: Das Bollywood-Epos "Rang de basanti - Die Farbe Safran" vereint absehbares Gefühlskino und scharfe Polit-Parabel


Von unserem Mitarbeiter Gebhard Hölzl

Im Fernsehen gehört der indische Film - zumindest bei gewissen Privatsendern - schon länger zum Standardprogramm, sorgt dort sogar für recht beachtliche Quoten. Und auch auf DVD kommen Woche für Woche neue Titel auf den Markt - es scheint also durchaus Nachfrage zu herrschen auf exotische Spielfilmkost. Nur in den hiesigen Lichtspielhäusern, da hat sich Bollywood noch nicht durchgesetzt. Was vielleicht an der (Über-)Länge der meisten Produktionen, die einfach sehr viel Sitzfleisch verlangen, liegen mag.

Dennoch ist es höchste Zeit, dass der (populäre) indische Film - jenseits der Arbeiten von Arthouse-Größen wie Mrinal Sen ("Genesis") oder Satyajit Ray ("Pather Panchali") - nun endlich auch vom deutschen Kinobesucher "entdeckt" wird. Beispielsweise "Die Farbe Safran", ein gekonnter Mix aus Geschichtsstunde, Drama und - es geht nicht ohne! - Love Story.

Im geschäftigen London - statt wie bei aktuellen indischen Werken sonst gerne in den idyllischen österreichischen oder Schweizer Alpen - nimmt "Rang de basanti" seinen Anfang. Der Filmtitel meint sinngemäß auch "Farbe des Patriotismus", denn nicht nur das Gewürz Safran an sich, sondern auch dessen Orange-Gelb ist für Indien von besonderer Bedeutung. Es repräsentiert als Nationalfarbe das Land, wird als Bestandteil der Flagge, der "Tiranga", häufig als Symbol für Mut und Hingabe gedeutet.

Was sogleich verrät, dass neben Unterhaltung auch Reflexion angesagt ist, über den Vielvölkerstaat, seine Bewohner und deren Selbstverständnis. Regisseur Rakesh Omprakash Mehra bringt das wie folgt auf den Punkt: "Primär stehen einem im Leben zwei Entscheidungsmöglichkeiten offen: Entweder man akzeptiert die Dinge, wie sie sind, oder akzeptiert die Verantwortung, sie zu verändern."

Seine Erzählerin, die Journalistin Sue (gespielt von Alice Patten, Tochter des letzten britischen Gouverneurs von Hongkong), entscheidet sich für letztere Möglichkeit, nachdem sie bei ihrem Haussender unerwartet eine Absage für die lang geplante Dokumentation über indische Unabhängigkeitskämpfer hinnehmen musste. Wutentbrannt macht sie sich nach Delhi auf, wild entschlossen, das auf den Tagebüchern ihres Großvaters gründende Projekt dennoch auf die Beine zu stellen. Aber kaum hat die Filmemacherin Schauspieler gefunden, tut sich schon das nächste Problem auf: Ihre (Laien-)Darsteller sind moderne Söhne des boomenden Subkontinents, die sich mit altmodischen Charakteren nicht anfreunden mögen, für die Party vor Patriotismus geht, Genuss allemal Gandhischer Askese vorzuziehen ist . . .

Ein Schwellenland, gefangen zwischen Tradition und Moderne - in der Realität ebenso wie in der Fiktion. Ein Jugendporträt im Bombay-trifft-Hollywood-Stil: blauer Himmel, ziehende Wolken, wiegende Ähren und safranfarbene Felder. Dazu Drum 'n' Bass und MTV statt Tempeltanz und Staatsfernsehen.

Die "Helden", angeführt vom charismatischen Lebenskünstler DJ - Aamir Khan aus "Lagaan" - blicken optimistisch in die Zukunft. Bis ihr Kumpel bei einem Routineflug abstürzt, sein Tod von der Luftwaffe als Leichtsinn hingestellt wird. Da geht der Blick zurück in die Vergangenheit, zum Nationalhelden Bhagat Singh, der fortan in Parallelmontage die Jugendlichen "begleitet". Das Gestern wird mit dem Heute in Kontext gesetzt, in punkto Korruption, Militarismus, Nepotismus und dem schwelenden Streit zwischen den Volksgruppen.

Was als recht vorhersehbares Gefühlskino mit historischen Fußnoten beginnt, mutiert zur durchaus scharfen Polit-Parabel, die etwa den zeitgenössischen Verteidigungsminister offen mit dem britischen Oberbefehlshaber des Massakers von Jallianwala Bagh im Jahre 1919 gleichsetzt.

Aus Spaß wird Ernst, wobei der Film freilich und dankenswerter Weise immer der Unterhaltung verpflichtet bleibt - mit Lust gespielt und sauber choreografiert, von Binod Pradhan wunderbar fotografiert und vom Bhangra-Virtuosen Daler Mehndi mit einer eingängigen Titelmusik versehen.


Quelle:morgenweb.de/Mannheimer Morgen/l27. Juni 2006
Kajol87
Bollywood, politisch


von Peter Zander

Man stelle sich das vor: "Gandhi" würde noch einmal verfilmt. Großes politisches Kino. Mit einem Helden gegen die britische Besatzer. Mit Starbesetzung. Wenn die Geschichte nur nicht so verdammt tragisch wäre. Kann man da nicht noch etwas Entertainment reinbringen? Wie wäre es mit einem Film im Film? Die Entstehung des Films als Rahmengeschichte. Vielleicht auch nicht mit so einem alten, weißhaarigen Regisseur, sondern, sagen wir, einer jungen, blonden, blauäugigen Regisseuse?

So ungefähr müssen sich die Macher von "Rang de Basanti" ihren merkwürdigen Film zusammengeflickt haben. Nur daß sie auf Gandhi verzichtet haben. Zu alt. Zu weise. Und zu actionarm. Es gibt andere Rebellen, die nicht nur passiven Widerstand leisteten. Mangal Pandey etwa, den Bollywood-Star Aamir Khan in seinem letzten Film gespielt hat. Oder Chandrashekhar Azad, den er nun hier in "Rang de Basanti" verkörpert. Einer, der der Gewalt mit Gewalt begegnete. Der Besatzer umbrachte und dafür heldenhaft gestorben ist, als Märtyrer.

Vor allem aber spielt Khan DJ, einen herumlungernden Studenten, der keine Plattenteller auflegt, aber doch dem westlichen Lifestyle frönt, mit Jeans, Popmusik, Partyfieber. Und sich dafür schon mal mit Hindu-Fundis anlegt.

Da laufen nun also zwei völlig verschiedene Filme neben- und ineinander. Gerade noch wird im einen eins dieser Lieder geträllert, auf die kein Bollywood-Film verzichten kann, da wird in jenem ein Massaker von Briten an indischen Zivilisten verübt. Eben noch wird einer Frau aus der Filmcrew ein Heiratsantrag gemacht, da rächen sich die Rebellen der dreißiger Jahre an den brutalen Besatzern.

Doch dann nimmt der Plot noch eine ganz andere Wendung und erzählt urplötzlich einen dritten Film. Just der Verlobte nämlich, ein Pilot der Armee, verunglückt tödlich. Schuld ist das korrupte Verteidigungsministerium, das den Skandal bagatellisiert. In den Studenten - die sich bis dahin so wacker vor der Kamera geschlagen haben, als hätten sie nie anderes getan - keimt so was wie Protest. Sie organisieren eine Mahnwache, die brutal niedergewalzt wird.

Am Ende schießen die Jungs auf den bösen Politiker. Nur ein toter Minister ist ein guter Minister. Und das wird durchaus als Befreiungsschlag gewertet. Zugegeben, das Bollywood-Kino verliert sich sonst in Exotismus und Eskapismus pur. Politische Töne findet man dort selten. Aber was hier zu sehen ist, ist doch nur Rekrutierung zu Selbstjustiz und Terrorismus. Und das wird auch noch gutgeheißen, als Dienst an der Nation gefeiert.

Artikel erschienen am Do, 29. Juni 2006

Quelle: Die Welt

LG Kaji Kuss