Blue (2009) *** 1/2

Pyaari
BLUE (2009)





Versandfertig in 24h

Hier bei amazon.de bestellen!






Produzent

Dhillin Mehta

Regisseur

Anthony D'Souza

Starbesetzung

Sanjay Dutt als Sagar
Akshay Kumar als Aarav
Katrina Kaif als Nikki / Gastauftritt
Lara Dutta als Mona
Rahul Dev als Gulshan
Zayed Khan als Sam
Kabir Bedi / Kurzauftritt
Kylie Minogue als sie selbst / Gastauftritt (1 Song)

Dieser Link wird erst nach der Registrierung sichtbar.

Aaj Dil
Bhoola Tujhe
Blue Theme
Chiggy Wiggy
Fiqrana
Rehnuma
Yaar Mila Tha


Story

In 250 ft (76 Meter) Tiefe liegt das Geheimnis von BLUE. Schatzjäger kommen in hellen Scharen, angelockt von den Märchen über einen sagenhaften Schatz. Aber niemand ist jemals aus den tödlichen Tiefen des Pazifischen Ozeans zurückgekehrt; nur eine blutige Spur und noch mehr faszinierende Gerüchte blieben zurück... Für niemanden ist der Schatz erreichbar; er wird Nacht und Tag von tödlichen Haien beschützt.

Aarav, Sagar und Sam - drei Männer mit unterschiedlichen Motiven – treffen zusammen um tief in diese dunklen Tiefen hinabzutauchen - um den Schatz zu jagen.

Für den reichen Aarav bedeutet es den Rausch über noch mehr Geld und mehr Gefahr.

Für den ehrlichen Sagar geht es nur darum, seine Freundin Mona und seinen Bruder Sam zu retten.

Für den Teufelskerl Sam ist es einfach eine Sache auf Leben und Tod - seines eigenen.

Während die Gefühle hochgehen und die Motive sinken, tritt die dunkle Seite der menschlichen Natur offen zu Tage. Und mehrere dutzend Meter unter Wasser kämpfen Aarav, Sagar und Sam, am Anfang mit den Haien und dann mit den Dämonen der Habgier, des Verrats und vor allem, gegen ihr eigenes, sie quälendes Gewissen...

Quelle©bollywoodhungama.com


Review

Eingangs... der Film war mit 115 Minuten zu kurz. Zu kurz, um alle geschürten und in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen und zu kurz um die Geschichten der einzelnen Hauptcharaktere zu beleuchten.

Debütregisseur Anthony D’Souza hat in seinem Erstlingswerk einen großen Schritt in Richtung Hollywood gewagt und ist dabei ein klein wenig ins Straucheln geraten. Der Film lebt hauptsächlich von großartigen Unterwasseraufnahmen, die in perfekter Dokumentationsqualität verfilmt wurden, sowie von gewagten und aufwendigen Stuntszenen, die technisch zwar ausgefeilter, allerdings auch ausufernder waren, als alles, was uns Bollywood bisher in dieser Richtung serviert hat.

Obwohl ich Risikofreude durchaus schätze, ist das Einbringen von fünf Songs in den Film (die zwei Abspannsongs lasse ich hierbei völlig außer acht), die sich zwar nahtlos in die Geschichte einfügten, diese auch voranbrachten und durchaus sehens- und hörenswert waren, fast sträflich. Alles zusammen raubte das dem Film viel zu viel seiner kostbaren, weil auf Hollywoodmaß zusammengestutzten Minuten. Hier wäre „weniger ist mehr“ durchaus das wünschenswerte Motto gewesen.

Stellenweise flache und dürftig gestreute Dialoge waren im Endeffekt das Ergebnis und darunter litt dann auch die superkurze, weil am Telefon stattfindende, Entwirrung der Motive am Ende. Das muss sich Anthony D’Souza auf die eigene Fahne schreiben, da er dafür mit seiner Frau verantwortlich zeichnet.

Dennoch muss man anerkennen, dass es zumindest so etwas wie einen roten Faden und nur einige wenige Logiklöcher gab, die allerdings durch den berühmten Schmetterlingseffekt vergrößert wurden, weil aufklärende Dialoge zugunsten der oben genannten Sachen auf der Strecke blieben. Schade.


Sanjay Dutt als Sagar lieferte mit schlafwandlerischer Sicherheit eine gewohnt solide Leistung ab - nicht mehr und nicht weniger oder schlafwandelte er wirklich... na ja, so genau habe ich das gestern im Kino nicht rausbekommen. Optisch machte er jedenfalls einen gesünderen Eindruck als in der ganzen Zeit vor „Blue“.

Zayed Khan als Sam war eine der Überraschungen in „Blue“. Er hat sich durchaus neben seinen Seniorkollegen behaupten können und eine wirklich überzeugende Darstellung abgeliefert. Trotz „Dus“, „Cash“ und „Mission Istanbul“, die an den Kinokassen floppten, ist Zayed in Actionfilmen sehr gut aufgehoben.

Eine weitere Überraschung war Rahul Dev als Gulshan. Für mich schon immer einer meiner Lieblingsschauspieler, bewies er hier wieder einmal mehr, dass er ein hervorragender Charakterdarsteller ist, der völlig zu unrecht in Bollywood’s zweiter Reihe steht. Schade, dass es hier mal wieder nur zu einer Nebenrolle reichte, aus der er allerdings das Maximum herausholte – sehr zu meiner Freude!

Kabir Bedis Gastauftritt, nun ja, man hätte es lassen können, aber einer musste die Mikro – oder sollte ich sagen - mickrige Rolle ja übernehmen.

Akshay Kumar als Aarav - optisch heiß, heißer, am heißesten - auch mit graumeliertem (angeklebtem) halben französischen Bart und fit wie ein Turnschuh, machte einen verdammt guten Job! Seine Rolle hatte die meiste Substanz, seine Darstellung und Leinwandpräsenz war von den anderen Schauspielern nicht zu toppen.
In „Blue“ hat er durchaus eine seiner besten Rollen in den vergangenen Jahren abgeliefert. Akshay hat mittlerweile ein paar Mimiken und Blicke drauf, die mich nach Luft schnappen ließen und er braucht sich bestimmt nicht zu verstecken, wenn es heißt, runter mit den Klamotten.
Dennoch, gerade sein undurchsichtiger Charakter ließ die meisten Fragen offen – das war definitiv auf das Drehbuch zurückzuführen aber nichtsdestotrotz unbefriedigend.

Entgegen meiner Gepflogenheiten heute mal die Ladys am Schluss… weil… keine der Damen hatte auch nur annähernd genug in „Blue“ zu tun und das ist für mich persönlich mehr als ärgerlich! Wann werden Produzenten und Regisseure endlich lernen, ihren weiblichen Protagonisten mehr zuzutrauen. Ladys tanzen in der Regel nicht nur hübsch um die Bäume…

Lara Dutta als Mona war als heißes Bikini-Girl und Sanjay Dutt’s Freundin so was von unterfordert, das sie mir schon richtig leid tat!
In Anbetracht dessen, dass sie sich extra viel Mühe gegeben hat, sich ihrem Charakter in „Blue“ anzupassen und das nicht nur optisch, war ihre Rolle eigentlich nur wenig mehr als ein ausgedehnter Gastauftritt.
Die Ärmste! Schwimmen und Tiefseetauchen zu lernen und dann mit Sanjay und ein paar Delphinen in eins, zwei Songs rumzutollen und kaum Dialoge zu haben - nenne ich keine Traumrolle…
Überhaupt, da wir gerade bei Sanjay und den Delphinen sind, Laras Chemie mit den Delphinen war besser.
Das was sie zeigen durfte, hat sie hervorragend gemacht und da meine ich nicht nur ihre Bikinifigur. (NEID!)

Katrina Kaif als Nikki in einem etwas erweiterten Gastauftritt hatte nur unbedeutend weniger Text als Lara, sah ungewohnt, aber vergleichbar heiß aus, auch ohne Bikini. Zumindest ihr letzter Satz im Film sorgte bei meinen indischen Mitkinobesuchern für einen der wenigen Heiterkeitsausbrüche.

Kylie Minoque’s Gastauftritt im Song „Chiggy Wiggy“ dürfte mittlerweile jeder gesehen haben. Viel mehr kommt auch nicht von ihr. Sie sah gewohnt süß aus – eben typisch Kylie - und hatte mein vollstes Mitgefühl, als Akshay anfing sie choreografiegerecht herumzuschlenkern und rumzuschleppen. Was sich Farah Khan dabei gedacht hat, würde ich zu gern einmal mit ihr ausdiskutieren…


Bleibt jetzt nur noch mein Fazit!

„Blue“ ist, egal wie viele Sachen ich objektiv auch zu bemängeln hatte, kein langweiliger oder gar unterdurchschnittlicher Film. Nein, das ist er nicht.
Wenn man die Gelegenheit hat, sollte man ihn unbedingt auf der großen Leinwand sehen, denn alles in allem ist er ein gutgemachter Unterhalter.
Für indische Ansprüche ist er leider nur viel zu kurz geraten und dadurch hat er etwas zu wenig Tiefgang. Aus diesem Grund lässt er den Charakteren und der Geschichte an sich zu wenig Raum zur Entfaltung, doch eigentlich lieben wir das ja an Bollywood…
Aber dafür, dass „Blue“ ein Regiedebüt ist, eine fast perfekte technische Ausführung, absolut sehenswerte Unterwasserszenen und eine alles in allem harmonisierende Besetzung hatte, gibt es von mir 3,5 von 5 Sternen.


P.S. Für alle ISHQ-Leser… Die Szene mit dem Extra Baum (auch Extra-Lemming genannt), die im schwarzen Schlauchkleidchen auf dem Heck des chlicheehaften roten Porsches festgelötet ist und mit Akshay Small Talk betreibt, ist NICHT, ich wiederhole, ist NICHT dem Cutter zum Opfer gefallen, sondern gut zu erkennen. Augenzwinkern



©2009 Bollywoodsbest by Pyaari

___________________________________________________________________________
heike925
Ich habe mir abgewöhnt, Bollywoodfilme mit irgendwelchen Erwartungen anzuschauen. Vielleicht empfinde ich Blue deshalb anders als andere. Zu kurz fand ich ihn nicht, mir hat die Beschreibung der einzelnen Charaktere auch völlig ausgereicht. In meinen Augen wurde zu allen Charakteren alles bekannt gegeben, was man brauchte, um folgen zu können. Klar, ein wenig nach Hollywoodmanier, kurz und knapp, aber eben ausreichend. Hinzu kommen wunderschöne Meeresaufnahmen und gute Action-Szenen!

Liebe Pyaari, ich kann leider auch deinen Ausführungen in Bezug auf Musik und Dialogen nicht ganz folgen. Für mich passte die Musik absolut, ich empfand sie auch nicht zu viel und die Dialoge empfand ich nicht als flach, weil sie auch ihren Beitrag dazu leisteten, die Geschichte zu erzählen. Sogar die Auflösung fand ich gelungen und in keinster Weise zu kurz oder ausbaufähig.

Dann komm ich mal zu den Schauspielern. Vorne weg Sanjay Dutt, weil er im Abspann auch als erster genannt wird. Seine Leistung war gut, solide, für mich in keinster Weise schlafwandlerisch. Er spielte eben einen sehr ruhigen Charakter, der in Frieden mit seiner Umwelt leben möchte und so kam er für mich auch rüber.

Akshay spielte seine Rolle in meinen Augen genau so solide herunter wie Sanjay seine. Beide sind halt gute überzeugende Schauspieler. Er hatte eindeutig die ausdrucksvollste Rolle von allen Mitwirkenden und er macht es gut, keine Frage, nicht mehr und nicht weniger. Viel mehr kann ich zu seiner Darstellung nicht sagen.

Was Zayed betrifft, ja er ist in Actionfilmen gut aufgehoben. Allerdings hatte er von den drei Hauptdarstellern hier am wenigsten zu tun. Was er machte überzeugte und war okay. Auch Rahul Dev spielte seine Bösewicht-Rolle, wie immer sehr gut und absolut überzeugend. Das sind halt die Rollen, die ihm auf den Leib geschnitten sind.

Die Damen in der Runde sind eindeutig zu kurz gekommen. Sie hatten nicht viel zu tun. Aber was sie zeigten war gut gespielt und durchaus überzeugend. Für mich stimmte auch die Chemie zwischen Lara und Sanjay, sofern man berücksichtigt, dass Sanjay als Lara's Ehemann um einiges älter ist und er ein sehr ruhigen Charakter darstellt.

Fazit: Für mich ist Blue ein durchaus sehenswerter Film. Er hätte in meinen Augen nicht länger sein müssen. D'Souza hat gemeinsam mit den Schauspielern und der Crew gute Arbeit geleistet. Der Film ist kein Überflieger, er ist auch kein typischer Bollywoodfilm, aber gerade diese Filme habe ich in letzter Zeit für mich entdeckt. Vielleicht habe ich daher eine ganz andere Sicht auf diesen Film als meine Vorschreiberin.
maya
@Pyaari und Heike

Blue ist sehenswert. Vieles ist schon gesagt, also halte ich mich kurz.

Blue ist ein Actionfilm und Dialoge müssen da nicht sein, es waren jedoch ausreichend vorhanden.

Stunts: Super gut, dafür gib es 5 Sterne. So will ich auch Motorrad fahren. ( es reicht schon auf den Schienen, die Sprünge lieber nicht )
Spannung: Mäßig, sehr mäßig, ich habe das Ende schon sehr früh geahnt, obwohl ich mir bewußt keine einzige Review angeschaut habe.
2 Sterne.
Humor: Wenig war auch nicht nötig.
Romantik: Nur in den Songs, versehen mit heißen Bildern von Lara Dutta.

Schauspieler: Na ja. Sanjay und Zayed gut, Akki war diesmal vom Charakter nicht mein Fall. Lara und Kathrina waren hübsche Kulisse.
Positiv überrascht hat nur Rahul Dev.

Das Ende war grauenvoll, eine blöde Erklärung über etlische Minuten, die in einem einzigen Satz hätte gesagt werden können. Und ein schwarzer Charakter, der unbedingt noch einen grau Ton als guter Mensch braucht. Unnötig!

LG Maya
Pyaari
Große, das nächste Mal kommst Du mit mir ins Kino! Augenzwinkern Mir fehlen halt ein paar Sachen, dafür das es ein indischer Film ist, unbedingt Länge und Gefühl.. die Seele der indischen Filme. Man kann sich ja vom technischen Standpunkt durchaus Hollywood anschließen, was man hier ja getan hat, aber man darf die Seele nicht vergessen - Actionfilm hin oder her! Ich liebe diese grauen Charaktere bei Akshay, das bringt mir mehr als seine grottigen Rollen wie in Garam Masala ect. Mich gruselt es jetzt schon vor De Dana Dan... geschockt
Cat12
Also ich fand Blue ganz cool, tolle Locations, technisch, meiner laienhaften Meinung nach, beeindruckend. Was die Handlung betrifft, die wurde für meine Verhältnisse seitens der Regie zu oberflächlich behandelt, denn nach der habe ich bis kurz nach der Pause gesucht. Zuvor hatten die zuviel damit zu tun, irgendwelches Zeug zu schrotten.

Sanjay Dutt, nun ja, wir werden nie wirkliche Komplizen werden. Komischerweise spricht er mich nicht an, ich weiß nicht woran das liegt. Und das, obwohl meine gesamten indischen Freunde ihn leidenschaftlich verehren und ich nun bei der Bewertung eines Schauspielers wirklich nicht nur nach Sabberfaktoren suche. Es klickt oder eben nicht. Bei ihm nicht.

Zayed hat das Schild des verwöhnten, reichen und verzogenen Schnösels uzmhängen (das kann er wirklich gut). Hauptsache die Schnur ist so lang, das er es von alleine wieder abnehmen kann.

Ich glaube mit der Gage von Katrina kann man ne Menge Kinder ernähren und ihr mehr Freizeit zugestehen, denn ich glaube so richtig nützlich war sie nicht.

Eine halbe Milllion bunte Fische (Schauspieler ohne Gehalt und Ego-hihi) - also mir hat der Film gefallen.

Aber verschiedene andere Truppenteile aus meinem Bekanntenkreis mochten ihn wohl nicht so gerne. Aber ich habe mich schon daran gewöhnt, das die Welt die Dinge anders sieht als ich und es kann ja jeder Gefallen finden, woran er will. - LG Cat
Honigbienchen
Gesehen und unglaublich gelangweilt. Augen rollen

Eigentlich reicht das doch, oder?!
Ach quatschi!
Liebe Vorrednerinnen, ich bin echt erleichtert, dass ihr den Film doch alle teilweise recht unterschiedlich empfunden hat.
Ich hangel mich mal an Pyaaris review thementechnisch entlang.
Da wäre zunächst einmal die wenig Bollywood sondern eher Hollywood angepasste Zeit von ca zwei Stunden.
Pyaari war s zu kurz, Maya fand s ok. Ich find s grauenvoll aufgeteilt.
Regiedebüt hin oder her, bis zur Intermission hab ich mich wahnsinnig gelangweilt und musste mich ernsthaft zusammenreißen, um nicht nebenbei ein Buch zu lesen. Von mir aus, hätte man die erste Hälfte locker auf eine Viertelstunde zusammen kürzen können.
Die planlosen Rennen-/Verfolgungsjagden sind zu lang, als dass sie spannend gewesen wären.

Toll fand ich den kurzen Auftritt von Katrina Kaif. Zu kurz um zu zeigen, was sie kann? Ja. Aber das ist ja keine Charakterrolle, sondern ein Auftritt in einem Action-Film. Da erwarte ich keine differenziert ausgearbeiteten Charaktere in den Nebenrollen.
Ihr Aussehen in dem Film ist anders und... *seufz*... einfach gut! Endlcih sieht sie mal nicht einfach nur hübsch aus. Die wirren Haare und das Piercing machen aus ihr schlicht weg einen anderen Menschen. Hat mir sehr gut gefallen.

Weniger gefallen hat mir die Musik.
Im Vorspann... äh ... Hallo?! Aktionfilm?! Und dann so n Gejammer?!
Nee! Da war ich schon genervt und der Film hatte noch gar nicht angefangen.
Die restlichen Songs sind irgendwie irgendwo mal eingestreut. Warum bzw warum ausgerechnet in den Szenen die gewählt wurden bleibt ein Rätsel.
Mir drängt sich da der Eindruck auf, man habe sie krampfartig eingestreut, weil in einer Bollywoodproduktion halt getanzt werden MUSS.
Die Songs sind ohne großen Wiedererkennungswert, aber schön bunt. Und das ist ja auch schon mal was.

Die Hauptcharaktere Sarkar, Aarav und Sam sind passend besetzt.
Sanjay Dutt als älterer und sehr gesetteter "großer Bruder" gefällt mir sehr gut.
Gerade die Szene in der er mit Mona am Meer sitzt lässt bei mir die Assoziation "der Fels in der Brandung" aufkommen (jaja, ich bin werbegeschädigt).
Die mangelnde Geschmeidigkeit seines Körpers, der gequälte Gesichtsausdruck und die Triefaugen, die ich sonst weniger mag, unterstreichen hier den Charakter und passen zu der typisch bollywood liken Vater-Sohn-Tragödie, die mal eben so eingetreut wird.
Oooops! Was war das denn? Aber auch hier bin ich gewillt über die konfuse Rückblende in Sarkars Leben wohlwollend hinweg zu sehen. Es ist ein Aktionfilm - also nix zuviel hinterfragen!

Akshay Kumar als Aarav macht seine Sache gut. Er spielt sich souverän durch die zwei Stunden.
Wie immer nervt mich die Demutshaltung bei der Auflösung des Plots, aber auch dass ist halt Bollywood und sicherlich vom indischen Publikum gewollt.
Akki sieht großartig aus. Das muss ich ihm ausnahmsweise zugestehen.
Was allerdings das Posing (anders kann ich es echt nicht beschreiben) auf der Yacht soll, ist mir ein Rätsel. Offensichtlich musste der Gute mal seinen toll trainierten und offenbar teilweise epilierten Körper präsentieren. Halt so ählich wie die typischen Mädels im Bikini, wo auch die arme Lara Dutta drunter fällt.
Sie geht tatsächlich komplett unter. Die Rolle hätte auch mit "irgendwem" besetzt werden können.
... ach! Eigentlich hätte man sie komplett weglassen können. Eine Entführungsmeldung kann auch ohne die Betroffenen durch einen Brief oder annonymen Anruf dargestellt werden.

Zayed passt ebenfalls gut in die Rolle des Halodri Sam.
Er ist halt noch jung genug um als frecher und Leichtsiniger Lebemann durch zu gehen.
Und auch dumm genug, um sich in fiese Schwierigkeiten zu bringen Augenzwinkern

Die werbeträchtigen Gastauftritte von Kylie und Kabir sind entbehrlich, wobei ich einen komplett überflüssig und blöd, den anderen ganz charmant fand.
Anders als das Gros, bin ich der Meinung, dass Kylie in Blue eine der schlechtesten Darstellungen ihrer Karriere abgeliefert hat.
Die kurze Begegnung mit dem Draufgänger Aarav - fehlte eingentlich nur, dass er sich brüllend auf die Brust trommelt - ist einfach nur peinlich.
Zuviel Testosteron und eine dümmlich grinsende Kylie. Schlimm.
Der Song reichts leiter auch nicht raus.
"Tschiggi Wiggi" nervt! Kylies piepsstimme nervt. Kylies Gehopse nervt.
Sollte das indisch angehaucht sein?

Kabir Bedi ist in den kurzen Rückblenden einfach nett anzuschauen. Ein bekanntes, charismatisches Gesicht, das einmal nicht zu lang auf der Leinwand auftaucht.

Die zweite Hälfte des Films hat mich dann etwas versönlicher gestimmt.
Die Unterwasseraufnahmen sind schön und entschädigen für unsinniges hin- und her-Getauche.
Warum quetscht man sich durch enge Korallenriffe und Höhlen, wenn doch das Wrack der Lady in Blue frei zugänglich in total offener See liegt?!
Nein, nein, nein! Damit befasse ich mich nicht. Das ist ein Acionfilm, also nix mit Logik!

Die Auflösung des Plots ist eine Katastrophe.
Der einzige Teil des Films, der definitiv zu kurz geraten ist.
Irgendwie wird da in letzer Minute eine Auflösung der Geschehnisse zusammengeklöppelt und dem Zuschauer in Windeseile vor den Latz genallt.
Ein bißchen, als habe man plötzlich gemerkt, dass man die zwei Stunden Schallgrenze überschritten hat und jetzt mal fix zum Ende kommen muss.
Wenig elegante Lösung und wenig unterhaltsam.

Fazit: Alles in allem ein stylischer Film. Viele tolle locations. Bunte Klamotten und bunte Fische.
Für ein "Debüt" erträglich, aber weit von gut entfernt.
2 von 5 Sternen.