Bollywoods letzte Romantiker

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Bollywood's letzte Romantiker

Text by DEEPALI NANDWANI and Photographs by BAJIRAO PAWAR


Bollywood könnte sich zügig in Richtung einer Großindustrie entwickeln, aber die Produzenten Sajid Nadiadwala und Vipul Shah bieten einen Rückblick auf die ´60-er und ’70-er, als die Selbstdarstellung keine ungewöhnliche Sache war. Getreu der Tradition fällen Nadiadwala und Shah ihre eigenen Entscheidungen, glauben nicht an Papierverschwendung und andere solche Kleinigkeiten, arbeiten mit wenigen Auserwählten und honorieren Loyalität wie Könige. Deepali Nandwani trifft die letzten der Film-Mogule.

In einem Bollywood, das allmählich von Konzernen mit Powerpoint-Präsentationen übernommen wird und Papier verschwendet, sind die Produzenten Sajid Nadiadwala und Vipul Shah Außenseiter. Nicht wegen der Filme, die sie machen. Die meisten ihrer Filme sind, tatsächlich, eher wie eine Formel. Sie arbeiten mit großen Stars, ihre Filme werden oft im Ausland gedreht und zeigen eine üppige Kameraführung, und ihre Leinwand ist überlebensgroß. Auch die Handlungsabläufe ihrer Filme sind mit der ärgsten Sorte von Stereotypen bespickt. Was sie heute in Bollywood von anderen unterscheidet, ist die Tatsache, das sie zu den letzten unabhängigen Produzenten, in der Tradition eines Raj Kapoor oder eines B R Chopra, gehören. Und sie sind zudem noch höchst erfolgreich.

Regisseur Sudhir Mishra, dessen letzter Film “Khoya Khoya Chand” (2007) war, welcher in den ´50-er Jahren von Bollywood spielte, sagt, “Sie haben alles vollständig unter Kontrolle — angefangen vom Drehbuch, über die Art der Musik, die der Film haben soll, bis dahin, wo er gedreht werden soll und wer die Schauspieler sind, jede Entscheidung wird von ihnen getroffen.”

Es ist ein großes Vermächtnis, das nur wenige bereitwillige Schultern findet, abgesehen von Nadiadwala und Shah. Man betrachte die Ähnlichkeiten. Sie benutzen ihr eigenes Geld, um ihre Filme zu machen oder haben Partner, die ihre Projekte finanzieren und es sind keine großen Firmen darunter. (“Auf diese Art schlafe ich nachts friedlich. Ich riskiere nicht das Geld meiner Interessenvertreter, um meiner Leidenschaft nachzukommen,” sagt Nadiadwala). Sie treffen die meisten Entscheidungen eigenständig (ausgenommen einige kosmetische, sagen wir, das Aussehen der Stars), haben engverbundene Cliquen, arbeiten mit Stars und Crew, mit denen sie sich wohlfühlen. Und in ihren Leben, sagt Nasreen Munni Kabir, Autor verschiedener Bücher über Bollywood, geht es um den Glamour und die Würde, die man mit der Welt größter Filmindustrie in Verbindung bringt.

“Anders als die neuen Firmenproduzenten und Kapitalgeber, die sich hauptsächlich danach richten, was auf dem Papier geschrieben steht, betrachten diese beiden die Filmindustrie als eine individuelle Erfahrung.” Nadiadwala und Shah leben in üppigen Häusern, besitzen eine Flotte luxuriöse Autos und protzen mit internationalen Marken. Während Produktionsunternehmen wie UTV oder Reliance Big Films einen Star entsprechend dem Deal auf dem Papier bezahlen, läuft es bei Nadiadwala oder Shah oft darauf hinaus, das sie ihren Stars etwas schenken, was diese sich wünschen. Es kann ein Kleid im Wert von 800.000 Rupien sein (welches Nadiadwala Kareena auf den Sets von “Kambakkht Ishq” schenkte), oder es könnte auch ein kostspieliger Urlaub im Ausland sein.

Schauspieler Akshay Kumar, der ein wesentlicher Bestandteil ihres inneren Kreises ist, nennt die beiden “die Paten von Bollywood”. Mit einer Kette von Hits, die hinter ihnen stehen, einem Budget von 100 Crore Rupien oder mehr pro Film, und Bindungen mit großen Namen wie ‚Eros International’ und ‚Fox Star Studios’ für den Vertrieb und technische Unterstützung, krönen Nadiadwala und Shah die Liste der mächtigen Oberschicht der Hindifilmindustrie. Sie sind außerdem eine schnell verschwindende Rasse in einem Bollywood, das darauf achtet, organisierter zu sein.

SAJID NADIADWALA


Auch nach einer lebenslangen Verbindung mit den Filmen und Bollywood ist es für den 43-jährigen Sajid Nadiadwala ein Ort der Geheimnisse und der Begeisterung. “Ich liebe die Magie der Stars, die Erhabenheit der Studios und den Überfluss der Sets. Meine Welt dreht sich um die Filme.” Ein Teil von ihm, sagt er, sehnt sich nach Anonymität. Aber das ist ein Teil, der selten gewinnt. Nadiadwala ist ein Künstler. Ich beobachte, wie er angeregt mit Jiah Khan, dem Star eines seiner folgenden Filme, und einem Haufen Designer interagiert.

Ein großer, gut gebauter Mann mit welligem Haar und lebendigen Augen. Nadiadwala ist äußerst ehrlich. Fragt man ihn, ob es in Bollywood eine Clique gibt und er gibt es zu, nicht wie viele andere, die eine Existenz eines inneren Kreises leugnen. “Loyalität ist in Bollywood ein wichtiges Attribut. Wenn man monatelang mit Schauspielern arbeitet, neigt man dazu, ihnen nahe zu kommen und man ist bei ihren Tragödien und ihren Erfolgen ein Beteiligter. Wenn ich das Erlebnis, mit einem Star zu arbeiten, mag, dann möchte ich es wiederholen.”

Akshay zufolge ist “Nadiadwala ein emotionaler Mann, der kompromisslose Entscheidungen trifft, die eher auf seinen Instinkten und seinen Gefühlen basieren, als auf harten Fakten.” Abgesehen von Salman Khan, “einen meiner engsten Freunde”, und Akshay, “ein Vergnügen für einen Produzenten”, hat Nadiadwala auch eine Beziehung zu den Regisseuren und Geschwistern Farah und Sajid Khan. “Wir sind seelenverwandt,” sagt Sajid, der sich daran erinnert, wie Nadiadwala den roten Teppich für seinen Debütfilm auslegte. “Ich wollte es in kleinem Maße mit neuen Stars machen und ihn in Indien drehen, aber “Heyy Babyy „(2007) wurde letztlich in Autralien gedreht.” Für Sajid’s zweiten Film, „House Full“, der ursprünglich in Kerala spielte, nahm Nadiadwala die Crew quer durch ganz Europa mit.

“Beim Kino geht es um diese überlebensgroßen Erlebnisse,” sinniert Nadiadwala, der sich in einem Sessel in seinem üppigen privaten Gemach rekelt, welches über dunkle Ledercouchgarnituren, einen großen Tisch aus Teakholz und ein golden - hölzernes Bücherregal verfügt. Lässig auf dem Tisch liegen ein paar rote Handschuhe, die von Sylvester Stallone in „Rocky“ getragen wurden. In einer Vitrine hinter dem Tisch befindet sich eine Statue von Johnny Depp in seiner Jack Sparrow Aufmachung, welche ihm Jerry Bruckheimer, der Produzent von „Pirates of the Caribbean“, geschenkt hat. Er ist bekleidet mit einer ‚True Religion’ Jeans und einem weißen Leinen-T-Shirt, und hat eine glänzende Franck Muller an seinem Handgelenk. Er ist außerdem Fan von Marken wie Roberto Cavalli, Giorgio Armani und Patek Philippe.

Nadiadwala kann die Macht, welche die Stars ausüben, nachvollziehen und das große Geld, welches seine Filme machen können, wenn sie bei einem Kerl aus Patna Anklang finden, dieser Mann schaute einen Film in einem einzelnen Kino in Roorkee an, und bei den Indern in den Multiplexen in New York. “Ich möchte, das die Menschen von Bihar bis Los Angeles, von Tokio bis Südafrika Spaß haben, indem sie meine Filme anschauen. Darin geht es genauso sehr um die Locations, die Mode und die Stars, wie auch um die Story. Ich zahle gewaltige Mengen Geld, um das beste Team an Bord zu holen.” Für „Kambakkht Ishq“ fing Nadiadwala Stallone ein, der einen Hollywood Star spielte und Akshay spielte im Film sein Bodydouble.

Neben seinem zweistöckigen Büro in Versova — einem mit Stars übersäten Vorort von Mumbai — befindet sich eine Garage, gefüllt mit acht oder neun seiner Autos. Unter Nadiadwala’s geschätzten Eigentümern ist ein stahlblauer Bentley mit maßgefertigter Inneneinrichtung und ein silberner Porsche Cayenne. “Ich habe keine Ahnung, wie man fährt,” sagt er. “Ich weiß nicht, warum ich Autos kaufe.” Nadiadwala kaufte 1985 sein erstes Auto, einen Fiat, eine echte Errungenschaft, da seine Familie bei ihren Kindern das Protzen mit teurem Zeug nicht wirklich zuließ. “Zu der Zeit, als ich aufwuchs, besaßen nur ernsthaft reiche Leute oder welche aus den Filmen Autos.”

In Mumbai geboren und aufgezogen, gehören zu Nadiadwala’s frühesten Erinnerungen, die Rückblicke auf Filmveröffentlichungen und mit Stars bespickte Premierenächte. Der Familie Nadiadwala, die aus dem Baugeschäft kam und in den 40-er Jahren aus dem Gujarat nach Mumbai übersiedelte, gehörte einst praktisch Malad, einen Vorort im Norden von Mumbai. Aber sein Großvater, Abdul Karim Nadiadwala, besaß auch zwei Kinos — das ‘New Era’ und das ‚Savera’ — in Malad. Er stapelte seine gesamte Familie in sein Auto und jagte sie für einen Abend ins Kino, gefolgt von einem Abendessen.

1955 produzierte er seinen ersten Film, “Inspector”, einen Thriller unter der Regie von Shakti Samanta. “Das Produktionshaus hieß damals ‘Pushpa Films’, benannt nach meiner Großmutter. Wir sind als Familie immer großzügig gewesen. Dadaji produzierte über 30 Filme zu seiner Zeit. Wäre er nicht gewesen, dann wären wir immer noch im Baugeschäft,” sagt er. Nachdem sein Großvater 1989 starb, gingen dessen fünf Söhne ihre eigenen, getrennten Wege, aber drei von ihnen produzierten weiterhin Filme unter verschiedenen Produktionsbannern.

Als Nadiadwala ungefähr 10 Jahre alt war, schickte ihn seine Familie nach Dadar, zum Haus seines Großvaters mütterlicherseits, in die Mitte von Mumbai. “Ich machte meinen Abschluss in Jura und machte dann einen Kurs zum Wirtschaftsprüfer. Mein Großvater wollte, das ich zur IAS gehe.”Die Verlockung des Kinos wurde jedoch für stärker befunden. “Das Filmemachen lag mir in den Genen. Ich hatte mich für die IAS - Prüfung beworben. Aber mein Onkel Habib Nadiadwala, der “Ghulami” mit (Regisseur) J. P. Dutta produzierte, bat mich, bei diesem Film zu assistieren. Ich war damals 20 Jahre alt. Als ich auf die Sets ging, wusste ich, das ich dorthin gehöre.”

Nadiadwala begann im Produktionshaus seines Onkels als AC Techniker, arbeitete als Spotboy und machte dann seinen Abschluss zum Produktionsassistenten. 1990 gründete er seine eigene Produktionsfirma ‘Nadiadwala Grandson Entertainment Pvt Ltd’. 1993 machte er mit “Zulm Ki Hukumat“ sein Produktionsdebüt. “Ich war sehr jung und ein Junge der eben erst das College verlassen hat, birgt viel Ärger in sich und kann sehr ungestüm sein. Ich steckte all die Aggression in meine Arbeit.”

“Zulm Ki Hukumat“ brachte einen durchschnittlichen Verdienst ein und sein nächsten Filme quälten sich ab. “Die Leute haben mich üblicherweise gerne abgeschrieben. Meine Filme brauchten lange, um fertig gestellt zu werden, was für einen Produzenten finanzieller Selbstmord sein kann. Ich habe mit Sanjay Dutt einen Film gemacht, als er wegen der Bombenattentate in Mumbai eingesperrt war.” Und gerade als er am Rande der totalen Katastrophe angekommen schien, kam Nadiadwala 1996 mit „Jeet“ und „Judwaa“ wieder auf die Beine, beide mit Salman Khan. Seit 2000, als er Wardha Khan heiratete, eine ehemalige Journalistin, sagt er, “Meine Bilanz weist einen ansehnlichen Gewinn aus. Es war ein Goldrausch”.

Über die Jahre hat sich die Art Filme, die Nadiadwala gemacht hat, dramatisch verändert. Von der Produktion von Actionfilmen und Familiendramen hat er sich der romantischen Komödie zugewandt. Sajid nennt ihn “den letzten beständigen Romanitker”. Sein größtes Bedauern ist es, das er nicht „Dilwale Dulhaniya Le Jayenge“ oder „Gaddar“ produziert hat. Obwohl er sich quer durch die Genre bewegt hat - was sich nicht verändert hat, ist seine Entschlossenheit ‚Nadiadwala Grandson’ als Firma im Privatbesitz zu belassen. “Ich dachte darüber nach, mich zusammenzuschließen, aber offen gesagt ist das nicht die Art, wie ich arbeite. Ich brauche keinen Geschäftsführer, der diese Firma am Laufen hält,” sagt er. “Da ich die Entscheidungen treffe, muss ich niemand anderem die Schuld geben, dadurch bin ich bei den Drehbüchern, die ich auswähle, um sie zu finanzieren, sehr vorsichtig. Außerdem verwende ich mein eigenes Geld, daher bin ich keinem Haufen anzugtragender Manager zur Rechenschaft verpflichtet, die wahrscheinlich weniger vom Filmgeschäft verstehen würden, als ich es tue. Abgesehen davon ist Kreativität eine Ein-Mann-Entscheidung und man wird total konfus, wenn man jemand anderen einbezieht.”

Nadiadwala’s größte Klage gegen die Leute von ‘korporativen’ Bollywood ist deren Neigung, seine Filme ‚altertümlich’ zu nennen. “Ich bin da eindeutig — Kommerz und Kunst vermischen sich irgendwo. Ich habe mehr als 100 Leute, die für mich arbeiten. Mein Traum kann sich nicht in ihren Albtraum verwandeln, weil ich Filme mache, die kommerziell sind, ein großes Budget und große Stars haben.” Er braucht die Leute nur für die Nachproduktion, sagt er, einen Teil, für den er nicht gut ausgerüstet ist, um ihn abzuwickeln. Also bringt er dies gelegentlich mit einem Studio oder mit einem großen Vertriebshändler unter Dach und Fach. Für “KI” ging er zu ‘Eros International’. Und zuvor arbeitete er bei “Heyy Baby” mit ‘Fox Studios’ zusammen.

Nadiadwala liebt es ebenfalls, es langsam angehen zu lassen und macht pro Jahr einen Film. “Das gibt mir Zeit, an dem Projekt zu arbeiten und die Veröffentlichung zu planen. Ich weiß, was mein Publikum will und mit jedem Film möchte ich einen Eindruck erschaffen.” Der Job des Produzenten, sagt er, beginnt eigentlich, nachdem die Dreharbeiten für den Film abgeschlossen sind. Und der Gedanke, irgendwann Regisseur zu sein, sagt ihm nicht zu. “Der Regisseur muss jeden Morgen 9.00 Uhr auf dem Set sein. Ich gehe hin, wenn ich möchte. Und wenn ich mit einem Star nicht zurecht komme, gehe ich einfach monatelang nicht zum Set.”

VIPUL SHAH


Anders als Modegeck Sajid Nadiadwala fühlt sich Vipul Shah vor der Kamera unwohl. Shah, dessen “Singh is Kinng” (2008 ) weltweit über 59 Crore Rupien verdiente, mag seinen Giorgio Armani Anzug, aber er trägt ihn kaum. Er ist, einfach ausgedrückt, introvertiert und schenkt der Art, wie er sich kleidet, nicht so viel Aufmerksamkeit. Akshay Kumar, ein Stammgast in Shah’s Filmen seit “Aankhen” (2002), bezeichnet ihn als “einen einfachen Mann, mit sehr einfachem Geschmack”. “Er feiert nicht viel und seine einzige Leidenschaften sind das Kino und seine Bücher.”

Wie seine Frau, die Schauspielerin Shefali, ist er ein großer Leser und die Regale in seinem Haus in Juhu sind vollgestopft mit Büchern aller Art — Philosophie, Dichtung, Sachliteratur, Selbsthilfebüchern, Shakespeare’s Stücke… Twinkle Khanna hat dem Haus ihren Stempel aufgedrückt — barocke Möbel, auf einer der Wände ist blattgoldene Farbe aufgetragen, viele Kerzen sind ringsherum verteilt, künstlich gealterte Struktur auf den Möbeln… Akshay und Twinkle sind Freunde der Familie, daher bot Twinkle vor zwei Jahren, als die Shahs in ihr Haus in Juhu zogen, an, es in Ordnung zu bringen. Es ist ein Ort, den Shah vor Premieren, Award Shows und Partys den Vorzug gibt.

“Ich versuche, mich aus gesellschaftlichen Verpflichtungen herauszuhalten,” sagt er. “Ich habe enge Freunde in der Branche, wie Salman (Khan) und Ajay (Devgn), mit denen ich in “London Dreams” gearbeitet habe, und natürlich Akshay und Twinkle, aber das sind Leute, die ich schon seit einigen Jahren kenne. Ich kann nicht behaupten, das ich innerhalb Bollywoods tiefe Wurzeln habe. Ich mag das Feiern nicht. Aber man wird Aditya Chopra nie auf einer Party sehen. Und schauen Sie, wie erfolgreich er ist. Ich kann nicht zwei ganze Stunden so tun, als wäre ich glücklich.”

Shah ist, wie Akshay, ein Außenseiter und das, sagt der Star, ist ein Grund, warum sie sich augenblicklich gut verstanden.Trotz seiner üblichen Zurückhaltung wurde Shah von Beobachtern der Branche zum neuen Film – Mogul und sogar zum nächsten Subhash Ghai geweiht. Wie Ghai macht er Filme mit einem großen Budget, die familiäre Werte zum Inhalt haben (siehe „Waqt: The Race Against Time“ (2005), „Namaste London“ (2007), und auch „Singh is Kinng“). Man sollte denken, diese banalen Storys haben im modernen, Multiplex – Indien keinen Platz, aber sie spielen gewaltige Mengen Geld ein. „Namaste London”, zum Beispiel, verdiente 63,24 Crore Rupien.

Die einzige kurzzeitige Veränderung in seiner ansonsten perfekten Aufzeichnung war wahrscheinlich “London Dreams”, der im November letzten Jahres veröffentlicht wurde. Von den Kritikern scharf kritisiert, begann der Film, der gigantische 120 Crore Rupien an Kosten aufzubieten hatte, langsam und nach zwei Wochen standen die Einnahmen bei nur 30 Crore Rupien. Der Produzent und Regisseur ist natürlich enttäuscht, nimmt aber Flops und Hits als einen Teil des Spiels gelassen hin. “Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man,” sagt er und indem er die Gründe analysiert, fügt er hinzu, “Eigentlich haben sich die Stars für die Marketing-Events des Films nicht zur Verfügung gestellt. Ich hatte so viele Dinge geplant, für die ich die Stars gebraucht hätte; der Regisseur allein erhält im Fernsehen oder bei Live-Auftritten nicht so viel Aufmerksamkeit. Ich hatte Konzerte mit Salman, Ajay und Asin geplant. Sie hatten nicht die Zeit. Auch mein Komponist, Shankar Mahadevan, war in den USA,” sagt Shah, der bereits bei seinem nächsten Projekt ist.

Shah wuchs in einer Großfamilie auf, die von Mandvi, in Kutch, nach Mumbai übersiedelte, und im Verlagswesen tätig war. Nichts in seinem Hintergrund wies je darauf hin, das er zu Bollywood gehören würde. Sein einziges Rendevouz mit Filmen hatte er Sonnabends, wenn die Familie ihre Nachmittage damit verbrachte, indem sie im ‘Eros’ oder ‚Regal’ oder ‚Minerva’ – Kino einen Film anschaute, gefolgt von einem Gujarati - Abendessen. “Wir waren eine große Familie, die alles gemeinsam machte, einschließlich Filme anschauen, eine Tatsache, die sich in der Art der Filme, die ich mache, widerspiegelt.”

1983, während er noch auf dem College war, stolperte er über eine Amateurtheatergruppe und trat ihr bei. Das war der Wendepunkt. “Ich wollte proben bis 4.00 Uhr morgens, nach Hause gehen, drei Stunden schlafen, duschen, schnell etwas essen und dann wieder zu den Proben zurückgehen. Ich kümmerte mich um die Musik, um die Art und Weise, wie die Bühne beleuchtet wurde, schätzte ab, ob die Stars ihre Rollen richtig gespielt hatten. Ich lernte meine Grundlagen im Theater,” sagt der leise sprechende Produzent. “Im Theater gab es viel zu tun. Man lernt zu sparen.”

Irgendwann begriff Shah, das er für die Schauspielerei nicht geeignet war und begann mit dem Regieführen und der Produktion von Stücken aus Gujarat, bevor er schließlich bei TV-Shows aktiv wurde, um das zusätzliche Geld zu verdienen. “Ich begann experimentelle Stücke zu bearbeiten, arbeitete beim kommerziellen Theater, dann bei Sex-Komödien, weil sie gewaltige Hits waren, und machte dann damit Schluss, um Fernsehen und Gujaratifilme zu machen. Als Schauspieler bekam ich 100 Rupien pro Show, als Regisseur verdiente ich 1000 Rupien.”

1994 machte Shah „Alpviram“, eine Fernsehserie für ‚Sony TV’. „Alpviram”, geschrieben von seinem Freund und Kumpel, Fernsehproduzent Aatish Kapadia, war von einem tatsächlichen Ereignis in Houston inspiriert und drehte sich um die Vergewaltigung einer im Koma liegenden Frau. “Ich fragte mich, was mit der Frau geschehen wäre, wenn sie aus einer Familie der indischen Mittelklasse gewesen wäre.”

„Alpviram“ brachte Shah Aufmerksamkeit ein, aber es war erst 2002, als Shah „Aankhen“ fertigte, seinen ersten Film, geschrieben von Kapadia. 2001 drehte Shah im russischen Kulturzentrum in Mumbai, als das Vater-Sohn-Duo Vinod und Gaurang Doshi ihn zu einem Meeting bestellte. Die Doshis wollten, das er bei einer Fernsehshow Regie führte, aber Shah schlug das Angebot aus. Er wollte stattdessen für ihr Produktionshaus ‘Gaurang Doshi Productions’ einen Film machen. Er erzählte ihnen von dem Drehbuch für „Aankhen”, einer Geschichte von einem verärgerten Bankbeamten, der drei blinde Männer benutzt, um einen Raubüberfall in seiner eigenen Bank über die Bühne zu ziehen. Die Doshis entschieden, ihr Geld in ihn zu investieren. Shah, der sich Amitabh Bachchan in der Hauptrolle vorgestellt hatte, stürzte eines Tages auf das Set eines Bachchan Films, und ihm wurde von dem Superstar gesagt, er solle das ganze Drehbuch fertig stellen und wiederkommen.

“Aatish und ich, wir verkrochen uns in einem Hotel in Khandala und schrieben das Drehbuch in gerademal drei Tagen.” Big B stimmte zu, an Bord zu kommen. “Ich wollte Akshay für eine der Rollen. Ich dachte immer, das er das Potential hatte, aber höchst unausgelastet ist.” Es fügte sich so, das der Manager des Stars, Vikas Bali, ein Fan von „Alpviram“ war und ihn bat, Shah zu treffen. “Akshay hatte bereits 14 Flops nacheinander und sträubte sich, mit einem neuen Regisseur zusammenzuarbeiten. Er erzählte mir später, das er nein sagen wollte, aber von dem Drehbuch überwältigt war.”

Aankhen, mit einem Budget von 18 Crore Rupien produziert, spielte weltweit über 25 Crore Rupien ein und gab ihm in Bollywood genügend Einfluss. „Waqt”, sein zweiter Film im Jahr 2005, wieder mit Bachchan und Kumar, war auch ein Erfolg. Loyalität zählt viel für Shah und er lehnte ein Angebot ab, “Ghajini” zu produzieren, weil A R Murugadoss, der Regisseur des Films dagegen war, Akshay in der Hauptrolle zu besetzen. Also was ist seine Firma ‘Blockbuster Productions’ heute wert? Shah sagt es nicht, aber er teilt uns mit, das es eine Ein-Mann-Show ist. Er führt sie wie einen Familienbetrieb. “Das ist die Art und Weise, wie ich immer gearbeitet habe. Ich treffe alle Entscheidungen und ich stecke wegen der Art Filme, die ich mache, jede Kritik ein.”

Zusammenschlüsse machen ihm jedoch nichts aus. Seine Produktionsfirma, beispielsweise, verzeichnet mit ‚Fox Star Studios’ einen mehrteiligen Filmdeal. Die Partnerschaft, sagt er, reicht bis hin zu Entwicklung und Produktion eines von Spezialeffekten getriebenen Actionfilms, einer romantischen Komödie und einer Option auf Shahs zukünftige Projekte. “Ich benötige Unterstützung auf technischem Gebiet und beim Vertrieb. Nicht bei der Herstellung von Filmen. Ich brauche niemand anderen, der meine Projekte billigt. Was wir hier zu erreichen versuchen ist, zwei Kulturen zusammen zuführen. Nimm das Beste von Hollywood um die Filme besser zu machen, als das wie sie jetzt sind.”


Quelle: ©mansworldindia.com

Freie Übersetzung ©2010 Bollywoodsbest by Cat12


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