Pyaari
Story
Rizvan Khan, ein Muslim aus Indien zieht nach San Francisco, um dort bei seinem Bruder und seiner Schwägerin zu leben. Rizvan, der am Asperger Syndrom leidet, verliebt sich in Mandira. Trotz der Proteste seiner Familie, weil Mandira Hindu ist, heiraten sie und eröffnen zusammen ein kleines Geschäft. Sie sind glücklich bis zum 11. September 2001, da sich danach die Einstellung Muslimen gegenüber tief greifend wandelt. Als eine persönliche Tragödie die kleine Familie trifft, ist Mandira am Boden zerstört und trennt sich von ihm. Rizvan ist verwirrt und bestürzt, dass ihn die Liebe seines Lebens verlassen hat. Um sie zurückzugewinnen geht er auf eine bewegende und inspirierende Reise quer durch Amerika…
Produzent
Hiroo Yash Johar
Gauri Khan
Regie
Karan Johar
Besetzung
Shah Rukh Khan, Kajol, Soniya Jehan, Jimmy Shergill, Tanay Chheda u.a.
Songs
Allah Hi Reham
Khan Theme
Noor E Khuda
Rang De
Sajdaa
Tere Naina
Review
Um das gleich am Anfang klarzustellen – Karan Johar hat keinen Film über Terroristen gedreht. Aber einen Film über eine ungewöhnliche Liebesgeschichte in einem zutiefst verunsicherten und paranoid reagierenden Land, das bis zum November 2001 seine Kriege immer nur auf fremden Territorien austrug und sich plötzlich einem Angriff im eigenen Land gegenüber sah. Einen Film über Vertrauen und Misstrauen, über zerbrochene und neu entstandene Freundschaften und nicht zuletzt, ob sich das Böse an einer bestimmten Religion festmachen lässt.
Dazu trifft der Film eine klare Aussage – Nein, ob jemand gut oder böse ist hat nichts mit der Religion oder Staatsangehörigkeit eines Menschen zu tun. Das zentrale, immer wiederkehrende Motto des Films lautet – Mein Name ist Khan und ich bin kein Terrorist oder anders gesagt, mein Name ist Khan, aber deshalb bin ich noch lange kein Terrorist!
Mit dem ehemaligen Traumpaar der 90’er Jahre Shah Rukh Khan und Kajol Mukherjee Devgan hat Karan Johar sich Hauptdarsteller an Bord geholt, die allein wegen ihrer Beliebtheit die Leute scharenweise ins Kino locken dürften. Und das sie ihrem vorauseilendem Ruf auch heute noch alle Ehre machen, zeigt „My Name is Khan“ mit aller Deutlichkeit.
Allen voran Shah Rukh Khan als Rizvan Khan. Das er auch andere Rollen als nur die des Schwiegermuttertraums spielen kann hat er in der jüngeren Vergangenheit schon hinreichend mit seinen Rollen in „KANK“ und „Chak De! India“ bewiesen und genau das hatte ich mir auch von seiner Rolle in „MNIK“ erhofft. Ich wurde nicht enttäuscht. Rizvan’s Charakter als Mann mit Asperger Syndrom (leichte Form des Autismus) hat auf mich wirklich glaubwürdig und keineswegs überzeichnet gewirkt. Eine sehr reife Darstellung, die mir sehr viel Freude gemacht hat.
Ebenso Kajols Darstellung als Mandira. Quirlig lustig, ernsthaft und stark wenn es ihre Rolle erforderte, all das und noch viel mehr verkörperte sie in „MNIK“ sicher und souverän. Ich bin nun kein großer Kajolfan im Allgemeinen, aber es gibt so Rollen, in denen ich sie wirklich mag. Schon in „Fanaa“ erbrachte sie eine ähnlich hervorragende Leistung, die sie in „MNIK“ noch perfektionierte. Man hat bei ihr den Eindruck wie bei manchen Männern und gutem Whiskey – mit zunehmendem Alter werden sie immer besser!
Als Paar waren beide nahezu unschlagbar. Ihre Chemie stimmt auch nach all den Jahren noch immer.
Sehr gut hat mir aber auch Shah Rukh’s jüngeres Alter Ego Tanay Chheda gefallen. Als Kind so gelungen den Autisten zu geben zeugt von einer Menge Talent und ich bin gespannt, ob und welchen Weg er letztendlich in Bollywood einschlägt. Produktionen wie „Don“, „Taare Zameen Par“ und „Slumdog Millionaire“ in seiner bisherigen Filmliste lassen Großes hoffen.
Untergegangen ist dagegen einer meiner stillen Helden Bollywoods – Jimmy Shergill als Rizvan’s Bruder Zakir. Seine Rolle war so unbedeutend angelegt, so das man sie ohne weiteres mit einem C-Klasse Schauspieler hätte besetzen können, ohne das es dem Charakter irgendwie geschadet hätte.
Der Soundtrack von Shankar-Ehsaan-Loy hat sich wunderbar unterstützend in den gesamten Film eingefügt, aber ehrlich gesagt habe ich nun keinen ausgesprochenen Lieblingssong.
Abschließend noch etwas zu Karan Johar’s Leistung als Regisseur. „MNIK“ ist nicht seine erste, von seinem üblichen „Zuckerwatte-Image“ abweichende Regiearbeit. Davon hatte er sich stellenweise schon in „KANK“ gelöst. In „MNIK“ hat er mit dem anpacken eines solch heiklen, sehr sehr diffizilen Themas einen weiteren großen Schritt in diese Richtung gemacht. Was er nicht ganz ablegen konnte ist sein Hang zu Opulenz. Nach der Intermission wurde mir persönlich die Handlung stellenweise zu umfangreich und dadurch entstanden Logiklücken, die hätten vermieden werden können, doch schlussendlich schadet es dem Film nicht wirklich und ich bin ihm dankbar, dass er der Versuchung, die USA mit erhobenen Zeigefinger als permanenten Bösewicht an den Pranger zu stellen, weitgehend widerstanden hat.
Fazit
Ein sehr berührender Film über ein sensibles Thema mit kleinen Ecken und Kanten, einem wunderbaren feinsinnigen Humor und der abschließenden Feststellung – es gibt weltweit nur zwei Arten von Menschen – Gute und Böse! Großes Kino von allen Beteiligten und ein ’Muss man sehen’! Aus diesem Grund gibt es von mir 4,5 von 5 Sternen.
©2010 Bollywoodsbest by Pyaari
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ich würd meinen Gatten schlagen, wenn er es wagen sollte, während des Films nen Nickerchen zu machen...
nicht nett formuliert