Wir treffen den Rikscha-Fahrer Anil Kapoor
22 Apr, 2008
Weshalb haben Sie sich dafür entschieden, den Film “Tashan” zu machen?
Es war die Rolle von Bhaiyaji, Victor kam zu meinem Wohnsitz und erzählte mir einige Szenen und erklärte mir den Charakter von “Tashan” und ich fand einfach, dass ich diesen Film machen sollte und dann sagte er, 'Mein Drehbuch ist noch nicht fertig gestellt, aber ich habe damit begonnen. Diese sind die paar Szenen die ich habe und ich arbeite am kompletten Drehbuch', ich dachte, sechzig bis siebzig Prozent des Drehbuches waren fertig und dann dachte ich, er muss noch am Höhepunkt arbeiten, aber den drei oder vier Szenen zuhörend, konnte Victor den gesamten Film erklären, die Art von Film, die er machen wollte und ich sagte mir nur, dass ich bei diesem Film dabei sein musste.
Wie war es mit Victor zu arbeiten?
Ich bin sehr glücklich gewesen, mit vielen guten Autoren, sehr erfolgreichen Autoren und Autoren mit sehr viel Tiefe und Verständnis in Verbindung zu stehen und sobald ich Victor traf, wusste ich, dass er eine bestimmte Art des Verständnisses für das kommerzielle Mainstream-Kino hat und das er außerdem die Ästhetik des sensiblen Kinos versteht, so dass das eine großartige Kombination ergibt, wie ich fand und das war die erste Sache, die mir in den Sinn kam, als ich sagte,'Ja, ich mache diesen Film' und dann sagte ich, ' Solch ein großer Film, solch eine gewaltige Starbesetzung und 'Yash Raj Films' produziert diesen Film, also müssen sie offensichtlich seine Arbeit gesehen haben und die werden doch nicht eine Film mit solch großen Umfang machen und ich fand, dass sie richtig entschieden haben, indem sie diesen Film machen. Ich habe mit Yashji vor vielen Jahren gearbeitet, das ist mindestens sechzehn, siebzehn Jahre her und während ich den letzten Film “Lamhe” machte, habe ich mich in der Zeit, in der wir für den Film drehten, sehr gut mit Adi verstanden und ich vertraue seinem Instinkt seit der Zeit, als wir “Lamhe” drehten. Es gab Zeiten, da waren ich und Adi zu spät auf den Sets, weil wir darüber diskutierten, was zu tun ist? Wie machen wir es? Welche Farbe wird getragen? Welche Kleider werden getragen. Wir beide kamen dann zum Set gerannt und wurden von Yashji beschimpft, weil wir um die Hälfte der Zeit zu spät kamen, wir besprachen all diese Dinge, so ist es eine enge Verbindung aufgebaut vor siebzehn, achtzehn Jahren und als er mit mir über diesen Film, das Drehbuch und die Rolle sprach, sagte er das, ' Du weißt, Anil, Victor hat diesen Film und diese Rolle geschrieben, und hatte dich im Sinn. Wenn du es machen würdest, wäre es gut und wenn du es nicht machst, dann werde ich die Rolle für jemand anderen ändern müssen,' also sagte ich, 'Es klingt großartig, aber lass es mich anhören' und als ich es hörte, erkannte ich, dass es ziemlich kompliziert und außergewöhnlich klang und ich fragte mich, ob ich im Stande sein werde, die Rolle zu spielen oder nicht und warum sie mich in dieser Rolle besetzen. Das waren die Ängste, die ich hatte und ich sagte, 'Ok, lasst mich mit dem Film anfangen' und ich sagte 'Ja' zu dem Film.
Können Sie uns etwas über Ihren Charakter in dem Film erzählen?
Die Figur hält sich in einer kleinen Stadt in Kanpur auf. Er fährt eine Rikscha und verdient seinen Lebensunterhalt damit. Er ist auf seine Art ehrgeizig und eine Person von der Sorte, die wann immer sie eine Gelegenheit bekommt, erfolgreich zu werden und eine Menge Geld zu machen, und sogar dann, wenn es moralisch nicht richtig ist und von ihm verlangt, gegen das Gesetz zu verstoßen, um seinen Ehrgeiz zu erfüllen, würde er nicht zweimal nachdenken, sondern losgehen und die Chance an sich reißen – das ist die Art Mensch, die er als Bhaiyaji ist. Er ist in seinen frühen Zwanzigern, als er in Kanpur ist, nicht sehr gebildet, sprachgewandt in Hindi, auf die Art, wie es die Nordinder sind, seine Schulbildung ging bis zur dritten/vierten Klasse, andererseits sind es die Umgebung von Kanpur und die Passagiere gewesen, welche er von einem Platz zum anderen transportiert hat. Er bleibt in Kanpur, aber er will groß rauskommen, will nach Mumbai gehen und groß rauskommen und er bekommt diese Gelegenheit, nach Mumbai zu gehen.
Jetzt, weil er damit angefangen hat, die Dinge auf leichte Art zu bekommen und nicht moralisch richtig zu handeln und gegen das Gesetz zu verstoßen, kommt er nach Bombay und beginnt Sachen zu machen, die definitiv gegen das Gesetz sind, aber jetzt muss er seinen Ehrgeiz befriedigen, ein reicher, großer, mächtiger Mann zu werden, weil er machtbesessen ist. Er hat diese sehr außergewöhnliche Art von Neigungen und um diese Neigungen erhalten, wird er jedes Ausmaß sprengen. Er fühlt, dass er in Mumbai groß herausgekommen ist, aber gleichzeitig wollte er international groß herauskommen, aber er kann nicht englisch sprechen, so dass dies sein Problem ist und das ist wirklich beunruhigend für ihn, und so wird er Grenzen überschreiten, um die richtige Person zu bekommen, die ihn englisch lehrt, seinen Traum erfüllen zu können, nicht nur in Indien mächtig zu werden, sondern mächtig in der ganzen Welt zu sein, und das ist der Hintergrund dieses Charakters. Sie müssen den Film sehen, sehen wie er englisch lernt und wie er seinen Traum erfüllt, der mächtigste Mann zu werden und wie er über seine Grenzen geht und wie er sehr besitzergreifend, sehr eifersüchtig ist, aber gleichzeitig interessant, sehr lustig und liebenswert auf seine Art. Ich denke, heute gibt es eine Menge von Bhaiyaji’s überall auf der Welt, der Charakter, den ich spiele; ist eine Art Charakter, mit dem sich eine Menge Leute identifizieren können.
Mein Tashan
(edit: Stil) sind meine zwei paar Jeans, die ich mindestens 363 Tage des Jahres trage und ein paar Schuhe, welche ich Jahr für Jahr anhabe. Das sind Sachen, von denen ich denke, dass sie meinen Stil ausmachen. Ich würde eine romantische Szene, eine Sterbeszene und eine leidenschaftliche Szene spielen oder die Rolle eines Professors, Polizisten, Waisen und immer noch Stoppeln tragen, bei jeder Art Rolle, sei es eine negative oder positive.
Wie war die Erfahrung, mit Akshay Kumar zu arbeiten?
Ich habe mit Akshay in zwei/drei Filmen gearbeitet, unser letzter gemeinsamer Film war ein gewaltiger Erfolg. Er ist viel jünger als ich, trotzdem habe ich eine Menge von ihm gelernt. Er ist ziemlich zurückhaltend mit seinen Äußerungen, er hat diese sehr bodenständige Art von derben Humor, er ist ein sehr einfacher Mensch und es ist immer ein Vergnügen, mit ihm zu arbeiten und offensichtlich, mit ihm in der Nähe, ist jeder sehr auf sein Aussehen bedacht und wann immer wir gemeinsam außerhalb an einem Film arbeiten, geht es früh am Morgen immer darum, wer steht früh auf, wer ist früh im Fitness-Studio der Erste und beginnt mit dem Training. Es ist sehr lustig, mit ihm zu arbeiten.
Wie war die Erfahrung, mit Saif Ali Khan zu arbeiten?
Ich habe mit Saif in einem Film gearbeitet, als er einen Gastauftritt in “Biwi No 1” hatte. Ich habe ihn während der Dreharbeiten von “Tashan” kennen gelernt, weil wir während “Biwi No 1“ kaum Zeit dazu hatten. Während dieser Tage hatte er es nicht so einfach und versuchte seine Ausstrahlung fühlbar zu machen, aber er hat noch eine bestimmte Art eigener Individualität, wenn man ihm die Gelegenheit gibt, dann wird er es machen. Er ist ein Typ von einem Kerl, mit dem man sitzen, quatschen, diskutieren und lachen möchte. Die Morgen würde man lieber mit Akshay und die Abende lieber mit Saif verbringen, das ist der Unterschied zwischen Saif & Akshay, also morgens war ich mit Akshay und abends wollte ich mit Saif zusammen sein, um mich und ihn zu unterhalten und einen kleinen Drink zusammen zu nehmen. Er ist sehr zurückhaltend, sehr schelmisch und sehr lustig.
Wie war die Erfahrung, mit Kareena Kapoor zu arbeiten?
Kareena, denke ich, ist heutzutage eine der am schönsten aussehenden Mädchen, sehr atemberaubend und besser und besser aussehend. Ich sehe eine positive Veränderung in ihr, sie spricht mehr über ihre Arbeit als über das Essen, ansonsten, als ich früher mit ihr gearbeitet hatte, wollte sie nicht die Szenen diskutieren, aber stattdessen darüber reden, was wir zum Lunch essen sollten. Also nun ist das Lunch vorbei und es geht um die Arbeit, um Gesundheit, um besseres Aussehen und Drehbücher, deshalb ist es eine Veränderung zum Positiven. Ich komme sehr gut mit ihr zurecht und genieße ihre Gesellschaft.
Wie war die Erfahrung, für “Tashan” in verschiedenen Teilen des Landes zu drehen?
Victor zufolge war meine Leistung während des Drehplanes in Rajasthan am besten und ich habe zu seiner Zufriedenheit agiert. In Rajasthan war ich der mit dem meisten Stress, ich habe kaum geschlafen, da mir zu viele Dinge durch den Kopf gingen. Ich musste eine Menge reisen, immer zwischen Delhi und Rajasthan hin und her, so das ich die ganze Nacht auf Reisen war und am nächsten Tag drehte. Ich habe alles getan und achtete darauf, dass ich meine beruflichen Verpflichtungen erfüllte, trotz das ich so viele Dinge zu tun hatte und ich ließ sie niemals spüren, dass es zu viel für mich wäre und ich bin glücklich, dass es sich als mein bester Drehplan herausgestellt hat, weil ich wirklich körperlich und mental sehr gestresst war. Für den Film wurde außerdem in Ladakh und Südindien gedreht, aber dort hatte ich keine Szenen.
Wie ist es mit der Action in “Tashan”, die ihn von anderen Filmen unterscheidet?
Die Action in Tashan ist sehr rustikal, sehr derb, Action mit der sich jedermann in unserem Land identifizieren kann, aber stilvoll gemacht, weil „Tashan“ Stil bedeutet und man hat drei der besten Action-Stars. Da ist Akshay, der für seine Action berühmt ist und Saif, der einige großartige Stunts in diesem Film gemacht hat und mit einem Actionregisseur wie Peter Hinnes neigt man dazu, begeistert zu sein. Er ist sehr bescheiden, angenehm und arbeitet sehr hart und er regt Sie an, Dinge zu tun, die Sie mit keinem anderen Action-Regisseur getan hätten. Er forciert Sie mit einem Lächeln und erreicht, dass Sie es tun.
Wie war es, nach so vielen Jahren wieder mit Yash Raj Films zu arbeiten?
Ich habe drei Filme mit Yash Raj gemacht, ich habe gewissermaßen meine Karriere mit ihnen begonnen, da der Wendepunkt meiner Karriere “Mashal“ war, als ich die Gelegenheit hatte, mit Yashji und Dilip Kumar zu arbeiten. Ich kann das niemals vergessen, denn wenn Yashji mich nicht für den Film hätte unterschreiben lassen, dann denke ich, würde ich heute nicht vor Ihnen sitzen und dieses Interview geben. Dann habe ich “Lamhe” mit ihnen gemacht. Wir hatten dabei eine so wundervolle Zeit und es war ein so wunderschöner Film und bis heute erinnern sich die Leute an den Film. Mit ihnen zu arbeiten war immer, wie mit der eigenen Familie zu arbeiten. Ich mag sie wirklich, ich habe außerdem mit ihnen einige großartige Momente verbracht, indem wir ins gemeinsam ins Ausland reisten und zusammen waren. Ich vermisse sie, wenn ich an die Sets komme, aber gleichzeitig, wenn heutzutage die Filmindustrie gut arbeitet und das Geschäft gewaltig wächst, dann ist es wegen ihrer Mitwirkung,. Sie haben gemeinschaftliche Kultur, disziplinierte Professionalität eingeführt und die Art, die Filme so zu produzieren, dass sie eine Menge Anerkennung bekommen.
Welche Rollen bevorzugen Sie persönlich?
Es hängt alles von meinem Gemütszustand ab und welche Phase mein Lebens in diesem Moment nimmt. Es gibt bestimmte Zeiten, in denen man in einer Phase ist, wo man dramatische Filme machen will, weil man wegen irgendetwas verärgert ist und man will Filme machen, die gegen die Gesellschaft oder das System sind. Es gibt auch andere Filme, die den Weg kreuzen, aber man wählt genau diese Art Film, weil da ein Zorn in einem steckt und zu bestimmten Zeiten ist man in einer Phase, wo man keine Wahl hat, weil man nicht das richtige Drehbuch/die richtige Rolle bekommt. Dann sagt man: ’ Ok, fein, immerhin ist es das geworden. Komm, lass es mich machen’. Es gibt Zeiten und Phasen, wo man gern Komödien machen möchte, weil man genug ernste Rollen gemacht hat und man einfach nur Spaß haben will. Für romantische Rollen bin ich immer offen, weil ich ein romantischer Typ bin, aber zur Zeit bietet mir niemand solche Rollen an.
Quelle: ©movies.indiatimes.com
Freie Übersetzung ©2008 Bollywoodsbest by Cat12
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