Interviews

heike925
Hier kommen die Interviews von Naseeruddin rein!
Cat12
Plaudern mit Naseeruddin Shah

05 Mar, 2008 ,Ryan Lobo


Der Film “Khuda Ke Liye” scheint ein äußerst kritischer zeitgemäßer Film zu sein.... Warum wollten Sie dabei sein?

Ich finde, der Film “Khuda Ke Liye” ist ein sehr wichtiger und äußerst kritischre, zeitgemäßer Film. Es ist so, dass der Film die fundamentalistischen Moslems wirklich stark attackiert. Ich habe den Film gemacht, weil ich dachte, dass dieser eine Film es wert ist, gemacht zu werden und gemacht werden sollte. Abgesehen davon bin ich nur wenig daran interessiert, ob der Film gut läuft oder nicht. Ich bin mehr daran interessiert, dem Publikum zu erzählen, worum es in der Story geht und das nicht alle Moslems Fundamentalisten sind.

Der Film ist außerdem ein pakistanischer Film und Sie sind der einzige indische Schauspieler.... Wie waren die Dreharbeiten?

Ja ich bin der einzige indische Star in diesem Film gewesen und die Arbeit jenseits der Grenze mit ihnen war wirklich angenehm. Außerdem sollten wir nicht außer Acht lassen, dass die meisten pakistanischen Filme ziemlich unbedeutend und mit geringen Budgets gemacht sind. Abgesehen davon sehen sie alle wie unsere Filme der B und C-Klasse aus. Und für die Pakistanis ist Bollywood das ultimative Paradies, deshalb war ich zuerst etwas skeptisch, aber dann las ich das Drehbuch und war völlig überzeugt.

Wo hatten Sie überall zu drehen?

Der größte Teil des Filmes findet in Amerika statt, weil er von der Diskriminierung auf Grundlage eines Namens handelt. Jedoch haben wir auch in Pakistan gedreht. Aber dann komme ich auch erst am Ende ins Spiel und meine Rolle ist nur ein Cameo, so dass ich wirklich nicht mehr dazu sagen kann.

Warum sollte das Publikum den Film nicht verpassen?

Das Publikum sollte unbedingt wissen, das der Film eine Story erzählt, die anti-fundamentalistisch ist. Grundsätzlich erklärt der Film, das Moslems nicht nur stereotypisch sind, sondern auch progressiv und ebenso gemäßigt. In diesem Film geht es um gemäßigte Moslems.

Sie spielen die Rolle eines Maulana in dem Film.... Erzählen Sie uns ein bißchen darüber?

Ja, ich spiele die Rolle eines moslemischen Priesters, aber meine Rolle dauert gerade mal eine Szene. Jedoch ist diese ziemlich zentral, weil es eine Szene in einem Gerichtssaal ist und ich dahingebracht werde, um auszusagen. Die Sache ist die, dass sie von mir erwarten, dass ich im Stande sein werde, das angeklagte Mädchen für ihr Leben zu verdammen, aber es dreht sich anders herum und ich richte die Anklage zu Grunde.

Wie unterschiedlich sind pakistanische Filme gegenüber indischen gemacht?

Wie ich zuvor schon sagte, ist für sie Bollywood der ultimative Höhepunkt des Filmschaffens. Also ist es schon ganz anders als hier. Ich vermute, dass einzige ist, dass wir mehr Geld haben. Nebenbei sind die meisten der Filme dort wirklich miserabel, und sind von Sindhi und Punjabi Filmen beherrscht. Deshalb ja, in diesem Aspekt sind wir ihnen voraus.

Denken Sie, dass das einheimische pakistanische Kino unter der Öffnung für indische Filme in Pakistan leiden wird?

Mit der Erschließung denke ich, dass ihr einheimisches Kino sogar einpacken muss. Es gibt keine andere Option für sie. Wenn Bollywoodfilme dort frei veröffentlicht werden, wird ihr eigenes Kino aus dem Geschäft gedrängt.

Welcher wird der nächste Film sein, indem wir Sie sehen?

Als nächstes werde ich in dem Film mit dem Titel “Wednesday” zu sehen sein . Er wurde von dem Neuling Neeraj Pandey geleitet und ist zur Veröffentlichung irgendwann im nächsten Monat geplant. Abgesehen davon habe ich im Moment nichts weiter vor und halte auch nicht nach Drehbüchern Ausschau.

Was denken Sie über die Szene von Bollywood heute im Vergleich zu früheren Tagen?

(Lacht) Ich denke nicht darüber nach. Ich finde, dass ich meine Zeit nicht damit vergeuden sollte, darüber nachzudenken.

Was denken Sie über die Talente in Bollywood von Heute?

Ich bewundere eigentlich das Talent der heutigen Generation von Bollywoodstars. Tatsächlich finde ich, dass Akshay Kumar und Hrithik als Vorbilder bestimmt sind. Obwohl sie ein bißchen unsicher begonnen haben, konnten sie sich wirklich verbessern. Sie arbeiten wirklich hart und sehr, sehr diszipliniert im Vergleich zur älteren Generation. Deshalb glaube ich, dass man lettendlich zu ihnen aufschauen sollte.


Quelle: ©movies.indiatimes.com

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Cat12
Der zurückhaltende Held - Naseeruddin Shah

Ayaz Memon , August 29, 2008


Naseeruddin Shah über die religiöse Teilung Indiens, die Geldgier von Bollywood und dem Aufhören nach soliden Kommentaren.

Wie denken Sie über die Lage von Kricket in Indien nach der IPL? Ist zuviel Geld im Spiel?

Ich ärgere mich nicht eine Sekunde darüber, wie viel Geld die Spieler machen. Sie verdienen jeden Penny davon. Es sind junge Leute, die Aufmerksamkeit sammeln und das ist sagenhaft. Ich verstehe nicht, wieso die Giganten des Spiels, die genug Geld haben, deshalb beunruhigt sind. Ich schaue mir die IPL nicht wirklich an.

Ich habe nur zugeschaut, als Shane Warne geworfen hat und Adam Gilchrist den Ball geschlagen hat oder als Muralitharan geworfen hat und Sangakkara geschlagen hat. Ich finde, dass die IPL für das Fernsehformat gemacht ist .... es ist Unterhaltung. Es ist wie WWE (Wrestling) gemacht. Bald werden wir Kämpfe zwischen konkurrierenden Spielern austragen. Ich denke, dass die Kameramänner wählerisch sein werden und nur die Bereiche des Stadions aufnehmen, die streitlustig sind. Wenn Indien gegen Pakistan oder Australien spielt gibt es eine Spur von Aggression.

Wie war die Reaktion in Pakistan auf “Khuda Kay Liye”? Haben Sie Pakistan besucht, nachdem der Film veröffentlicht wurde?

Die Reaktion war absolut unglaublich. In Pakistan sind die Kinos sehr verwahrlost, schlecht ausgestattet, es gibt keine Klimatisierung und die Ratten rennen einem um die Füße. Sie mögen diese alten Kinos, die wir noch in Städten wie Aligarh und Meerut haben. Es gibt keine Multiplexe, keine Orte, wo man mit der Familie hingehen kann. Und doch läuft dieser Film seit mehr als hundert Tagen in Kinos, die bis auf den letzten Platz besetzt sind. Er wurde zur selben Zeit veröffentlicht, als sich der Lal Masjid Vorfall ereignete. Ob das arrangiert wurde oder nicht, weiß ich nicht. Der Lal Masjid Vorfall passierte am 20.Juli. Ich erinnere mich daran, weil es mein Geburtstag war und der Film am gleichen Tag herauskam.

Jetzt denke ich, dass die Regierung dahinter steckte – es unterstützt hat – was der Grund ist, warum alle Einwände nichtig wurden, die von den Madarsas (edit: Koranschulen) gemacht wurden. Der Regisseur und einige der Schauspieler erhielten Bedrohungen. Deshalb erkenne ich es ihnen doppelt an, dass sie die Courage hatten, den Film zu machen. Ich wurde überall erkannt, wo ich in Pakistan hinging: Die Menschen wollten mich umarmen und mir dafür danken, dass wir diesen Film machten. Er war mehr als bloße Sentimentalität und dafür appelliert er an die Menschen.

Der Film war gut recherchiert. Ich betrachte ihn als den bedeutungsvollsten Film, den ich, trotz der Kürze der Rolle, jemals gemacht habe. Anfänglich sagte ich den Film ab. Ich sagte ihn ab, weil ich pakistanische Filme gesehen hatte. Aber die Szenen, die mir erzählt wurden, waren haarsträubend und das sind genau die Dinge, die für mich eine Bedeutung haben.

Ich habe den Islam gründlich studiert. Ich lernte den Koran in meiner Kindheit, weil ich es sollte. Wir haben noch nicht das Gefühl für die Notwendigkeit, unseren Kindern die Bedeutung dessen, was wir lesen, zu erzählen. Wir prägen es uns bloß, wie abgerichtet ein und rezitieren es, wenn es eine Notwendigkeit gibt. Das ist alles, was uns beigebracht wurde. Das muss aufhören.

Den moslemischen Kindern muss beigebracht werden, was es bedeutet. Da war ich, ein 5- jähriges Kind, dem von einem maulavi (edit: Lehrer, Geistlicher) erzählt wurde, dass 'jeder kaafir in die Hölle kommen wird, jeder Moslem aus der Hölle kommen wird. Wenn man erwachsen wird, muss man seinen Bart wachsen lassen und einen Pyjama tragen'. Und solch ähnliches Zeug.

Der Film hat mehr Menschen erreicht, als meine anderen Filme – solche wie “Nishaant“ – es taten. Bei „Nishaant” standen auch die Menschen im Mittelpunkt. Es gibt eine weltweite Besessenheit bezüglich des Islam. Es gibt einen Hass gegen den Islam, der unvernünftig, voreingenommen und nicht gerechtfertigt ist.

Was mich jedoch als Moslem am meisten von allem stört, ist diese scheinbare Förderung des Bewusstseins der Jugend bezüglich ihrer Identität als Moslems. Die Bewusstseinsförderung stört mich nicht so sehr, wie ihre Irreführung. Es ist beinahe so, als würden sie energisch versuchen, ihre Unzulänglichkeiten in ihrem eigenen Leben mit einem Leben im Jenseits zu kompensieren.

Es scheint unter den Moslems eine Menge zu passieren. Man sieht viel mehr Beteuerungen der moslemischen Identität in den letzten zehn Jahren; man hört viel mehr ‚Salaam walekums’ als man es früher gehört hat; man sieht während Namaaz viel mehr Männer sichtbar Bärte tragen. Ich vermute, dass unter den Hindus dasselbe passiert.

Ich weiß nicht, ob es eine gute Sache ist, weil ich wirklich gespannt bin – besonders unter den jungen moslemischen Männern, die sich der Religion zuwenden – ob in der Tat ein tiefes Studium des Islam stattfindet oder ob es nur die Belohnung ist, welche die Gläubigen nach dem Tod erwartet, was sie anzieht. Das ist die Art von Dingen, die mich beunruhigen.

Ich denke, ich kann das sagen, ohne Moslems und Hindus zu kränken, dass man mehr weltliches Bewusstsein braucht und lernen muss die Vorstellungen entsprechend der Bedürfnisse von heute zu interpretieren. Warum das geschieht, das ist in der Tat sehr rätselhaft. Wenn man in die USA gereist ist und nur wegen seines Namens von der Einreisebehörde schikaniert wurde, dann kann ich auch eine Art Verständnis für diesen Blickwinkel haben.

Denken Sie, dass wir – zumindest in Indien oder vielleicht auf dem Subkontinent – die vernünftige Stimme ignorieren, welche die Weltlichkeit versteht, die für das Leben und außerdem für das Verstehen der Religionen unbedingt notwendig ist?

Niemand spricht sich laut und deutlich gegen dieses absurde Parlamentsmitglied aus, welches ein Crore Rupien für den Kopf des dänischen Karikaturisten geboten hat. Woher der Mann ein Crore Rupien hatte, ist eine Frage, die niemand gestellt hatte.
Das scheint keine Bedeutung zu haben: Er hat unsere Gefühle verletzt, also muss er sterben. Die beängstigende Sache ist, dass man so viele Leute findet, die bereit sind, das zu tun. Es kann für jemanden wie mich geradezu leichtsinnig sein, aufzustehen und gegen diese Person zu sprechen. Also was sollen wir tun, wenn wir keine Aktivisten sind, und auch keine Soldaten?

Ich denke, ein Anfang muss in unserem eigenem Leben gemacht werden, auf kleinem Weg. Ich denke auch, dass viele Leute von der sozialen Veränderung besessen sind, sie neigen dazu, zu viel zu wollen und das zu schnell. Ich finde, dass wenn ich meine Kinder mit einem Bewusstsein für jede Religion erziehe, weil ich sie verstehe und sie nicht als Hindu oder Moslem klassifiziere, dann ist das ein fortschrittlicher Ansatz. Ich lasse es ihnen frei, eine Religion zu wählen, die zu ihnen passt; die ihrem Zweck dient, weil es das ist, was Religion eigentlich tun sollte. Das ‚Unter – den – Teppich – Kehren’ und die Teilnahmslosigkeit sind alte Eigenschaften unserer Nation.

In Anbetracht der Verhältnisse ist diese Position offensichtlich sehr schwierig beizubehalten. Erschreckt Sie das bloße Ausmaß manchmal?

Es macht mir Angst, weil ich nicht weiß, wann es endet. Es scheint, dass Religion, welche vielleicht erschaffen wurde, um zu vereinigen, dem entgegengesetzten Zweck dient. Was mir gleichzeitig auch Angst macht, wenn meine Kinder, in zwanzig Jahren mit einem Mob konfrontiert werden, der ihre Religion wissen will: Was werden sie sagen?

Aber zumindest finde ich Trost in der Tatsache, dass sie nicht beschränkt sein werden, und sich unter dem Schutz falscher Hoffnungen der Art „Ich gehöre zu dieser Gemeinschaft und so bin ich sicher" verstecken werden. Die einengende Auslegung des Islam die sich vollzieht, macht mir wirklich Angst, weil sie dem Islam einen schlimmeren Ruf gibt, als er bereits hat. Zu viele unserer sogenannten Sprecher erschweren das Problem. Das hat in den letzten Jahren an Konturen gewonnen.

Finden Sie, dass Sie beruflich gegenwärtig auf der reichsten Stufe Ihres Lebens als Schauspieler stehen, oder habe Sie das Gefühl, dass Sie früher fantastische Arbeit geleistet haben und es jetzt nicht mehr dasselbe ist?

Das Umfeld ist förderlicher um besser zu arbeiten. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich alles getan habe, wozu ich fähig bin. Ich schaue nicht auf meine vergangene Arbeit zurück und denke sie ist fantastisch gewesen. Es gibt eine Menge davon, was ich daran nicht mag und ja, ich würde sagen die Antwort darauf ist ja. Weil die Fertigkeiten der Filmemacher in den letzten dreißig Jahren auch gewachsen sind, ist auch ihre Gewissenhaftigkeit größer geworden.

Es ist nicht länger schick, Filme über ausgenutzte Bauern zu machen, über die wir nichts wissen. Die Situation ist jetzt viel lebendiger, weil die Filmemacher versuchen Filme über Themen zu machen, über die sie Bescheid wissen; Themen, die zuvor schon da gewesen sind. Ich habe immer geglaubt, dass man den Erfolg eines Filmes nicht kalkulieren kann, bevor es gemacht ist, es sollte mit Überzeugung gemacht werden.

Es scheint eine Menge mehr Courage unter den Filmemachern von heute zu geben. Man hat, abgesehen von einem Film wie “Khuda Kay Liye”, einen Film wie “A Wednesday”, der Nandita's neuer Film ist, auf der Basis von Godhra (edit : Stadt in Gujarat – bekannt durch religiöse Unruhen in 2002, die mit dem Abbrennen eines Zuges begannen, dem tagelange Aufständen folgten mit vielen Toten und Verletzten), der äußerst schonungslos und extrem gut gemacht ist, und auf den ich sehr stolz bin. Sogar ein Film wie “Parzania”, der von einen NRI handelt.

Und doch ist er ein Inder, der an der Situation Anteil nimmt. Man hat Regisseure wie Anurag Basu, Rituparno Ghosh und Neeraj Pandey – das sind Leute, von denen ich mir etwas erhoffe, und das sind Leute, die ihr Handwerk im Griff haben und eine gesellschaftlich bewusste Meinung haben. Das sind die Leute, die echte Probleme in Angriff nehmen und keine hochtrabenden Filme machen wollen.

Unter den Filmemachern der Siebziger gab es ein bisschen Gehabe und das zeigte sich auf die Art, wie das Engagement verschwand, sobald grünere Weiden im Anzug waren. Auch als Schauspieler finde ich, dass es eine reichere Grundlage für mich ist. Ich mag keine großartigen Rollen bekommen haben, um meine Fähigkeiten wiederzugeben, wie ich es in der Vergangenheit getan habe, aber das stört mich nicht, weil es für mich nicht mehr von Belang ist, meinen Wert als Schauspieler zu beweisen. An einem Projekt teilzuhaben, wo ich finde, dass es von Bedeutung ist, das zieht mich an.

Sie waren ein sehr strenger Kritiker des vorhandenen Kinos, trotz das Sie zur Industrie gehörten…

Ich war ein Kritiker der Qualität der Arbeit, nicht ein Kritiker der Art des Kinos. Ich bin in großem Maße missverstanden worden. Tatsächlich bin ich irgendwo zitiert worden, weil ich gesagt hätte, dass ich einen Hass auf gutes Kino habe. Wieso sollte ich idiotisch genug sein, das zu sagen?
Meine Beanstandungen gingen gegen das Niveau des Engagements dieser Filmemacher und die Stagnation ihrer Fertigkeiten. Das ist es, worüber ich wütend war und das ist es, was mich dazu brachte, mich gegen sie zu wenden, in dem Sinne, dass ich nie mehr mit einigen dieser Filmemacher arbeiten wollte.

Aber es gibt eine Fülle von jungen Leuten, mit denen ich noch arbeite; mehr mit denen, die zum ersten Mal einen Film leiten, als bekannte Filmemacher. So ist es vielleicht meine Reife als Schauspieler und mein Verständnis, dass das Schauspiel kein Selbstzweck ist. Man spielt nicht, um mit dem Spielen zu protzen, sondern man spielt, weil man seine Fähigkeiten in den Dienst von jemandem stellt, der hilft, eine Verlautbarung zu machen. Als Schauspieler macht man niemals seine eigene Verlautbarung, man ist das Sprachrohr für andere.

Wie hat sich, Ihrer Meinung nach, die Hindifilmindustrie entwickelt? Ist sie besser geworden?

Sie ist selbstgefälliger geworden. Sie glaubt, die Welt sitzt da und nimmt sie zur Kenntnis. Auf eine Art sitzt die Welt da und nimmt sie zur Kenntnis, aber nur wegen der abwechslungsreichen Farben der Süßigkeiten.
Ich weiß nicht, ob es ein wahres Vergnügen bei diesen Filmen gibt oder ob sie als irgendetwas Bedeutendes betrachtet werden. Für die NRIs ist es eine großartige Verbindung nach Hause – man trifft sich, isst seine Samosas und spricht Hindi und man weint. Es ist eine Sinnestäuschung, zu sagen, dass das Bollywood Kino weltweite Akzeptanz gewonnen hat. Was die Filmindustrie betrifft, die ist genau so, wie sie war; das Interesse ist noch, gewaltige Mengen Geld zu machen und die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.

Es muss eine Art Geschäft der Verfolgung sein, wenn das darin verstrickte Geld so beträchtlich ist und so viele Leben davon abhängen. Ist das deshalb so, weil jemand Geld ausspuckt und man einen Gewinn aus dieser Geldanlage haben muss?

Unser Kino ist dem Hollywoodkino der 40-er und 50-er Jahre nachempfunden, mit einem gewaltigen Unterschied: Sie versuchen immer noch diese Art Musicals, diese Musiknummern, diese grundsätzlichen Geschichten – Babys werden vertauscht, Junge trifft Mädchen, oder reicher Junge - armes Mädchen. Wir machen immer noch diese Art Storys ohne die Vorzüglichkeit der alten Musik.

Man sieht einen Film wie “Seven Brides for Seven Brothers” (Hollywood) und er begeistert mich noch immer, trotz dass er in den 50-er Jahren gemacht wurde. Man schaut sich die Hindi-Version davon an und es dreht sich einem der Magen um. Der große Unterschied zwischen Hollywood (zu der Zeit) und unserer Industrie ist der, dass obwohl die Produzenten der damaligen Zeit das Geld geliebt haben und ihre Investitionen vervielfacht haben, haben sie auch Filme geliebt. Und sogar zu der Zeit gab es Filme mit gesellschaftlichem Bewusstsein, die gelegentlich erschienen. Ich verstehe nicht, warum wir das nicht tun können?

Ich verstehe die Liebe zum Geld und ich verstehe, dass man seine Investitionen zurückerhalten möchte und sehen will, dass seine Familie nicht den Lebensstandard verliert und so weiter. Was verhindert, dass man das eigene Gewissen überprüft und sich fragt, welche Art Film mit den technischen Hilfsmitteln, die uns zur Verfügung stehen, wirklich gemacht werden sollte?

Es ist für Leute in der Position von Rakesh Roshan und Subhash Ghai offensichtlich ausreichend, fortwährend am laufenden Band diese Hollywoodimitationen zu produzieren, so dass sie ihre Investitionen vermehren können. Es gibt ein oberflächliches Nicken zu einem technischen Schluss. Ich denke, das gesamte Konzept der Hindifilme ist so dürftig, dass ein Mensch, dem es mit dieser Lebensart gut geht, dem diese in Fleisch und Blut übergegangen ist, zu solcher Art Gedanken überhaupt nicht fähig ist. Wenn er gebeten wird, ein Millionstel seines Glücks in einen Film zu investieren, der etwas von Bedeutung aussagen wird, dann wird er es nicht tun. Das ist eine beklagenswerte Situation.

Das Publikum, das es aufsaugt…

Sie werden es immer aufsaugen. Es gibt mehrere Filme mit Stars und dieser Formel, die das Publikum niemals wirklich sehen wollte. Ich weiß nicht, wann der Verstand versagte. Die Sache ist, dass das Publikum nicht berücksichtigt wird. Die Filmemacher behaupten, sie sorgen sich um das Publikum, aber die Filme sind nicht für das Publikum gemacht.

Sie sind gemacht, um deren eigene Investitionen zu vervielfachen. Und nun passiert es, dass man schon in der ersten Woche rückgewinnen und einen gesunden Profit machen kann. Also ist alles, was man tun muss, das Publikum zu übertölpeln und es dazu zu bringen Freitag, Sonnabend und Sonntag in die Filme zu gehen und man sitzt auf einer Goldmine. Die Tage des Ansturms über 50 Wochen und sogar der Wunsch, gute Filme zu machen, sind vorbei. Man muss nur irgendwelchen routinierten Kram haben, der das Publikum in den ersten drei Tagen anzieht und ihre Arbeit ist getan. Ich denke, sie steuern auf ein dunkles Ende zu.

Sie haben einen heldenhaften Versuch gemacht, um Regisseur zu werden…

Der Film wurde nicht akzeptiert. Es war mein Filmproduzent, der während der Herstellung des Filmes den Glauben total verloren hatte und es dann ablehnte, etwas zu tun, was half, Beachtung zu finden, daher versank der Film spurlos. Ich habe nicht das Gefühl, daran kaputtgegangen zu sein, weil es nur ein kleiner Strohhalm im Wind gewesen wäre. Aber immerhin ist er gemacht worden und ich fühle mich enttäuscht, dass ich keinen besseren Film machen konnte.

Ich fühle mich enttäuscht, dass das Publikum nicht darauf einging. Im Endeffekt bin ich nicht erschöpft und entmutigt. Ich hoffe, es zu einem anderen Zeitpunkt noch einmal zu versuchen. Dieser Film wurde in Angriff genommen, weil es eine Art Thema oder Drehbuch war, dass etwas aussagen sollte oder mit meinen Überzeugungen übereinstimmte. Ich hatte überhaupt keine Bedenken, den Film zu machen. Es gibt viele Dinge, die mich beunruhigen, die jeden Menschen beunruhigen: Der Mangel an Achtung gegenüber dem einfachen Menschen, und seine totale Gesichtslosigkeit.

Ich habe mein Ansehen als Schauspieler zu leicht genommen. Ich bin an Filmen beteiligt gewesen, bei denen ich das Gefühl hatte, dass sie bedeutende Aussagen machen, aber es war keine verzehrende Leidenschaft. Ich war auch an einem Punkt, wo ich kämpfen musste, um ein gefragter Schauspieler zu sein. Ich habe das alles durchgemacht und habe es überstanden.

In diesem Moment ist es für mich von größter Bedeutung, an Filmen beteiligt zu sein, die etwas aussagen und den Ideen folgen, die mir nicht möglich waren. Und demzufolge meine Wahl von Filmen, wie „KKL“. Ich bin nicht derjenige, der daran glaubt, politische Statements mit individuellem Inhalt abzugeben. Ich interessiere mich nicht für Politik und auf Politiker stehe ich gar nicht. Zum einen ist das meiner Meinung nach eine total kaputte Sache, zum anderen habe ich nie daran geglaubt, wie es viele Schauspieler tun, das Herz auf der Zunge zu tragen. Ich habe all die Jahre nicht das Bedürfnis verspürt und habe es auch nicht gemacht. Letztendlich fühle ich die Notwendigkeit. Ich nähere mich dem, was man die letzten Innings meiner Karriere nennt.


Quelle: ©dnaindia.com

Freie Übersetzung ©2008 Bollywoodsbest by Cat12


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Chiarana
Tolles, interessantes Interview! Vielen Dank Cat für diese super Übersetzung Blumen
Cat12
Die Bollywood Awards sind ein Witz: Naseeruddin Shah

Rajeev Masand ,Mar 14, 2009


Shah sagt, jeder der Bollywood Ernst nimmt, sollte seinen Kopf untersuchen lassen.


Naseeruddin Shah, das ist wohl bekannt, zeigt kein Interesse an Awards und war deshalb nicht überrascht, dass “A Wednesday” in dieser Saison keine Preise erworben hat.Der Schauspieler, der als Favorit für die Rolle von Mahatma in Richard Attenborough's „Gandhi“ gehandelt wurde,sagt aus, das diese Rolle niemals für ihn bestimmt war. Der achtundfünfzigjährige Schauspieler, der nächste Woche in „Firaaq” und “Barah Aana” zu sehen sein wird, sagt, dass er “Slumdog Millionaire” genossen hat, aber nicht verstehen kann, warum wir uns alle verhalten, als wäre es eine indische Erfolgstory.

Naseeruddin Shah, ich begrüße Sie herzlich bei “Now Showing”. Ich möchte mich sehr gerne mit Ihnen über “A Wednesday” unterhalten. Warum wurde der Film und Ihre Leistung nach Ihrer Meinung vor kurzem mehr oder weniger von allen Awards ausgeschlossen? Und das ungeachtet der Tatsache, dass es nicht nur der Film mit den besten Rezensionen im letzten Jahr war, sondern auch ein ehrlicher Kassenerfolg.

Ja...zu der Zeit, als wir zu dem Geschäft kamen, hatte das Geschäft geschlossen, lassen Sie es uns so formulieren. Diese Awards sind ein Witz und jeder der sie Ernst nimmt, muss seinen Kopf untersuchen lassen. Was wiederum bedeutet, das viele aus unserer Filmindustrie ihre Köpfe untersuchen lassen sollten. Aber aus irgendeinem Grund fühlen sich die Leute glücklich, wenn sie diese gewinnen. Ich vermute, dass es die Wertschätzung ist, die sie erhalten. Außerdem mögen sie es sich zu treffen und sich gegenseitig auf die Schulter zu klopfen, sich gegenseitig anzupreisen, sich gegenseitig Awards zu geben. Sie stellen sicher, dass jeder erfreut ist, jeder zufriedengestellt ist. In zehn Jahren wird es einen weiteren Award geben, der heißt ‘Beste Schauspielerin in der Rolle der unbarmherzigen Tante’ und es wird einen weiteren Preis geben, der heißt ‚Bester Schauspieler in der Rolle eines betrügerischen Polizisten’ und so weiter – das werden dann ungefähr 200 Awards sein. Weil sich nämlich jeder freuen muss.

Was denken Sie über “Slumdog Millionaire”?

Es ist ein Bollywoodfilm, der auf englisch gemacht ist. Ich mag Bollywoodfilme nicht so sehr, aber ich mochte diesen. Es war eine andere Sicht auf das Schema ‚Der Außenseiter wird gewinnen’, das Wohlfühlschema. Es hat mir gefallen. Ich würde es mir nicht noch ein zweites Mal anschauen und ich denke nicht, dass es der beste Film des Jahres war.

Es gibt da diese häufige Auffassung, dass es viel Gutes für indische Talente zu tun gibt.

Ich meine, was läuft schief mit uns? Wir feiern den Film, als hätten wir ihn gemacht, als wären wir dafür verantwortlich, als hätten wir ihn finanziert, als hätten wir den Film möglich gemacht. Wir verhalten uns alle so. Jeder weiß, es ist kein indischer Film, er ist nicht von einem Inder gemacht, es ist nie einem Inder in den Sinn gekommen, “Slumdog Millionaire“ zu machen, oder was das betrifft, es ist nie einem Inder in den Sinn gekommen, „Gandhi“ zu machen, aber als es los ging, rannten wir, um begierig die Anerkennungen aufzunehmen.

Was ist Ihre Meinung über all das Gerede vom Wechsel (Hollywood) und indischen Schauspielern, welche die Gelegenheit bekommen, ins Ausland zu gehen. Sie haben in amerikanischen Produktionen gearbeitet. Ist es eine große Sache?

Das ist keine große Sache. Es ist etwas mehr Geld und das ist alles. Ansonsten ist es dieselbe alte Geschichte. Tatsächlich ist es für solche Leute, die hier vom Ruhm gekostet haben, noch trauriger, wenn sie versuchen, jetzt im Westen Rollen zu ergreifen, weil das, was sie bekommen, nicht das ist, was sie schätzen, das kann ich Ihnen versprechen.

Ist das der Grund, warum Sie dort keinen weiteren Gelegenheiten mehr nachgehen?

Ja, weil man auf eine klitzekleine Kammer für indische Schauspieler begrenzt ist - den Maharadscha, den Koch, den Terroristen, den baira (Kellner) und so weiter. Das ist alles was man erhalten wird. Irgendetwas was es erforderlich macht, einen Turban zu tragen.

Seit Richard Attenborough's “Gandhi” sind 27 Jahre vergangen. Nur mal angenommen, wenn es Ihnen recht ist, denken Sie jemals darüber nach, was wäre gewesen, wenn Sie Ghandi gewesen wären? Sie waren ein Anwärter, sie waren fast da.

Nein. Sehen Sie, zuerst einmal habe ich ziemlich schnell begriffen, dass ich nie ernsthaft im Rennen war. Ben Kingsley wurde besetzt. Ich habe mit keiner Seele darüber gesprochen. Es gab das Gerücht, das ich die Rolle bekommen habe, es war auf der Titelseite der Zeitungen. Das war, als ich nach London ging. Ich habe es gelesen und dachte, das bedeutet, dass ich die Rolle bekommen habe. Ich kam nach London und er hat nicht einmal richtige Probeaufnahmen von mir gemacht. Es war eine Farce. Ich fuhr drei Tage in einem Rolls Royce herum und blieb in diesem Hotel in der Oxford Street. Es war das erste Mal, das ich in London war und ich hatte einen Wahnsinnsspaß. Er gab mir Geld, um es auszugeben, dann nahm er mich mit zu den ‚Shepherd Studios’, wo ich Ben Kingsley traf und in dem Moment, als ich Ben Kingsley sah, sagte ich "Oye, Schwamm drüber!" Bis dahin war ich sehr großspurig gewesen, weil ich dachte - "Woher will er einen Schauspieler bekommen, der wie Gandhiji aussieht“. Und da war er - Ben Kingsley. Und es wurden einige routinemäßige Tests durchgeführt und mir wurde ein Ticket zurück nach Hause gegeben. Aber ich wusste, dass Ben Kingsley eher wie Gandhiji aussieht. und ich traf ihn, sprach eine Weile mit ihm, schaute mir sein Vorsprechen an und sah, dass er sehr gut war.

Hätten Sie besser sein können?

Das denke ich nicht. Nicht zu der Zeit. Das hätte ich in dem Alter nicht abliefern können. Ich war zu jung.

Ich danke Ihnen so sehr, dass Sie mit uns gesprochen haben.

Ich danke Ihnen.


Quelle: ©ibnlive.Com

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Pyaari
Was für ein genialer Charakterdarsteller mit Charakter! Ich habe ihn erst letztens wieder in "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" gesehen.
Ein wunderbares Interview mit herzerfrischenden, witzigen und ehrlichen Antworten, die auch von mir hätten stammen können. Eine coole Sicht auf die Filmwelt im allgemeinen und Bollywood im besonderen. Vielen Dank Cat! Du hast meinen Tag noch schöner gemacht! Kuss
Cat12
Die Fabeln eines Geschichtenerzählers
Text by RAJAT KAPOOR and Photographs by HARSH MAN RAI







2009 begeht ‚Motley’, die hoch angesehene Mumbaier Theatergruppe, welche von Naseeruddin Shah mitbegründet wurde und die dazu beitrug, ihn als einen der Größten des indischen Theaters herauszubilden, ihr 30. Jubiläum. Dieses Jahr kennzeichnet außerdem die Vollendung von 150 Filmen seines beindruckendsten Kino - Gesamtwerkes. Aber der 59 –jährige Schauspieler und Regisseur, der zuerst auf der großen Leinwand in Shyam Benegal’s “Nishant“ (1975) zu sehen war, sagt, das er erst jetzt seine Stimme gefunden hat. Hier spricht er mit dem bekannten Regisseur Rajat Kapoor darüber, warum er es schwierig findet, in Filmen so zu tun, als ob und warum Amitabh Bachchan nicht mehr real ist.

Was halten Sie heute von der Schauspielerei, gegenüber der Zeit, die 30 Jahre zurückliegt, als sie angefangen haben?

Eine Begebenheit, die meine Denkweise bestimmt hat, war die Veröffentlichung von Dr. Shriram Lagoo’s Autobiographie, die er ‚Lamaand’ nannte. Lamaand bedeutet ‘Gepäckträger’, nicht wahr? Hervorragend, einen besseren Titel als diesen...andererseits schreiben die Schauspieler in ihren Autobiografien alle Unwahrheiten, alle zusammen, nur Unwahrheiten. Sie können die Wahrheit und Fantasie nicht länger auseinanderhalten, und dadurch sind diese Storys wahr geworden. Aber ich habe es nicht gelesen, weil es bisher nicht ins Englische übersetzt ist, aber ich bin sehr scharf darauf, es zu lesen, weil Dr. Lagoo ein Mensch ist, vor dem ich sehr großen Respekt habe. Und als er dieses Buch herausbrachte, passte es mehr oder weniger zu den Gedanken, denen ich mich beginne zu zuwenden, nämlich das die Schauspielerei kein Selbstzweck ist. Das ist etwas, was ich so empfunden habe, ke bhai - die Schauspielerei existiert nur der Schauspielerei zuliebe. Du bist ein guter Schauspieler, also ist es dein Job, damit anzugeben, wie gut du bist.

Nein...!

Doch. Das glaubte ich, als ich so 20-21Jahre alt war, yaar und ich bin sicher, das viele Kids das glauben. Das waren die Tage, als ich davon träumte, berühmt zu werden und überall in der Stadt Bilder von mir hängen zu sehen, und diesen ganzen Kram. Ich bin nicht Schauspieler geworden, um der Kunst zu dienen, ich bin Schauspieler geworden, um berühmt zu werden, um reich zu werden, so das mich jeder kennen würde und all so etwas, und deshalb denke ich, das ist der Grund, weswegen jeder Schauspieler werden will. Niemand wird aus ernsten Absichten heraus Schauspieler. Nur diejenigen, die etwas leichtsinnig in ihrer Ansicht über das Leben und leicht verhaltensgestört sind.

[Rajat lacht.]

Ja. Die Sonderbaren (lacht), die Schauspieler werden. Dabei sprechen wir nicht über Leute wie Sie, weil Sie ein Mensch sind, der intellektuell veranlagt ist und das Schauspiel für Sie eins… nur eins der Dinge ist, die Sie tun. Für einen Menschen wie mich war die Schauspielerei vollkommen. Alles. Es existierte nichts außer ihr, und als ich lernte und mich damit beschäftigte, erinnere ich mich, das ich von der Schauspielerei total besessen war und auch von dem tiefen Glauben, das der Schauspieler das Zentrum von allem ist und das alles dazu da ist, ihm zu dienen, was dumm und kindisch war. Aber ich dachte so, ich empfand das für eine lange Zeit und das begann sich schrittweise zu verringern, als ich begann in Filmen mitzuspielen. Weil ich begriff, dass es bei manch einem Film so ist – je mehr du dich bemühst, desto schlechter wird deine Schauspielkunst und, Sie wissen, manchmal…

[Rajat lacht.]

…und es ist nicht deine Schuld, du hast ebenso unnachgiebig dieses wie auch jenes versucht und daher läuft es alles auf den Kontext hinaus, in den man sich hinein versetzen muss.

Und wie der Film editiert wird, welcher Sound ausgewählt wird...

Wie sie ihn editieren werden, wie sie ihn beleuchten werden, wie man darin vorkommen wird, usw., usw. Daher ist die Schauspielerei nicht wirklich der Mittelpunkt von allem. Folglich begann ich es für möglich zu halten, das irgendetwas nicht stimmt, aber es war schwierig, sich von dem Gedanken zu trennen, Sie wissen schon, dass ich das Wichtigste bin, was da herum läuft. Ich erinnere mich, Auseinandersetzungen gehabt zu haben, wütende, stundenlange Auseinandersetzungen mit Kamera – Studenten, die eine Kameraübung machen mussten und die zwei Kerle wollten — einen, der dasitzt, einen der auf einem Fahrrad vorbeifährt — und ich sagte, ‘Nein, aber (lacht) warum fahre ich auf einem Fahrrad vorbei? Wo fahre ich denn hin’ , und er sagte, ‘ Das ist mir scheißegal, wohin du fährst’ , und ich sagte, ‚Nein, dass ist das verdammte Problem mit euch Typen, ihr helft uns nicht.’ - Und wie wahnsinnig kindisch das gewesen ist, und ich sehe ein, das ich auch vielen Filmemachern eine sehr mühevolle Zeit beschert habe.

Welchen? Geben Sie mir ein Beispiel.

Hmm… Ketan (Mehta)... Vidhu Vinod…

In „Khamosh“?

Ja.

Und bei welchem von Ketan?

Bei Ketan in „Bhavni Bhavai“, „Mirch Masala“. Ketan und ich... ich weiß nicht, wir scheinen nur durch Auseinandersetzungen zu kommunizieren. Sogar als wir gemeinsam an einem Stück arbeiteten, es waren immer Auseinandersetzungen, und es waren alles verflixt intelligente Auseinandersetzungen. Es kannte ganz einfach keiner von uns die praktischen Grundlagen des Jobs, verstehen Sie. Doch langsam hatte ich das Gefühl...

Es tut mir leid, ich werde Sie nur für eine Sekunde unterbrechen. Ich denke, was Sie vorher sagten, war ziemlich interessant. Das Ihnen, als Sie mit der Schauspielerei beim Film begannen, die Einsicht kam, das der Schauspieler nicht der Mittelpunkt eines Projekts oder des Universums ist, was ziemlich verständlich ist, weil im Theater ist der Schauspieler der Mittelpunkt des Universums.

Ich würde allerdings sagen, das es für einen Schauspieler auch im Theater die falsche Einstellung ist. Der Geruch von allem verändert sich, sobald ein Mensch beginnt vorauszusetzen, das er der Dreh – und Angelpunkt ist, wissen Sie, und es geschah, weil ich bemerkte, das es in meinen Darstellungen in Filmen Momente gab, bei denen ich mich nicht erinnerte, sie gedreht zu haben, die aber äußerst wirkungsvoll waren. Und diejenigen, bei denen ich mich geplagt habe, die ich angegangen bin, an denen ich mir die Zähne ausgebissen hatte, nun, die waren das nicht! Das gab mir das Gefühl, das da noch viel mehr ist, als nur dein schauspielerisches Talent, was in Filmen zählt, und vielleicht im Theater genauso.

Ich sehe es so, das der Schauspieler das Rohmaterial für das Theater ist. Man kann im Theater ohne einen Schauspieler kein Profil erzeugen.

Richtig.

Ob es durch seinen Körper, durch seine Stimme, durch seine Gestiken ist, es ist seinetwegen, das ein Profil erzeugt wird. In Filmen hingegen ist das Profil…

…ist er einer der Einzelteile für das Profil. Diese Herangehensweise ist für einen selbstgefälligen Schauspieler eine bittere Pille zu schlucken, wissen Sie, aber ich habe es geschafft, sie zu hinunterkriegen.

Aber es kostete Sie ein paar Jahre, sagten Sie.

Es dauerte eine Weile.

Aber ich muss sagen, ich habe Ihre früheren Filme gesehen, “Nishant”, das war Ihr erster Film, “Manthan“, „Bhoomika“, „Bhavni Bhavai“, während man diese Filme angeschaut hat, bekam man nicht dieses Gefühl, das da ein selbstgefälliger Schauspieler war.

Sie hatten nicht das Gefühl, das da ein Schauspieler ist, der angibt? In „Junoon“?





In „Junoon”, ja, vielleicht.

In „Bhavni Bhavai“? Ich bekomme sogar das Gefühl, wenn ich ihn mir jetzt anschaue. Das da ein Schauspieler ist, der ‚darauf aus’ ist zu beweisen, das ich besser bin als sonst irgendjemand, und das ist...

“Aakrosh”, “Albert Pinto”… sehen Sie, da gibt es Momente, die sind herausragend, finde ich, sogar 30-35 Jahre nachdem sie gedreht wurden. Und auch die gesamte Leistung bildet eine Einheit. Sie bleibt bestehen, und auch heute denke ich nicht, das sie versucht, den Film oder das Image zu übertrumpfen.

Ja, sicher, aber ich denke zur Zeit von “Akrosh” begannen die Dinge sich in meinem Sinne zu entwickeln. Außerdem hatte ich in einigen dieser kommerziellen Filme mitgespielt und erkannt, wie scheußlich ich darin war. Und noch einmal, es hat nichts mit meinem Talent zu tun, wie man es nennen mag, aber mit meiner ganzen Herangehensweise an die Sache und der Tatsache, das ich einfach nicht hinein passte. Als ich mich selbst in diesen Filmen sah, dachte ich mir, ich sehe falsch darin aus. Ich sagte mir, ’Was tut dieser Typ da eigentlich, er sollte nicht dort sein’.

Warum ist das so?

In den weit verbreiteten Filmen, in der künstlichen Art der Kulisse mit diesen ziemlich unechten Situationen, der unechten Umgebung… alles ist unecht yaar. Man kann in dieser Umgebung keinen Menschen haben, der echt ist. Deshalb ist das etwas, bei dem ich niemals die Balance gefunden habe. Wie ich... wie ich...

Sie haben nie in einem Mainstreamfilm mitgespielt, in dem…

…in dem ich vollständig zufrieden war? Nein.

Nein?

Sehen Sie, es ist eine komische Sache passiert... als ich 19 oder 20 Jahre alt war, hätte ich die „Karmas“ und die verdammten „Sunainas“ und all das spielen können... ohne Probleme. Zu der Zeit, als die herauskamen… mehr noch nach dem FTII (edit: Film and Television Institut of India) hatte sich meine gesamte Herangehensweise an das Schauspiel geändert. Ich... sie hatte sich nicht geändert, sie hatte sich…, ich hatte etwas mehr gelernt — über die Grundlagen des Jobs. Lustigerweise im FTII, nicht in der NSD (edit: National School of Drama).

Wirklich? Warum war das so?

Wegen des Ablaufs dort. Es war so ein fantastisches Hoch... denn als ich zu dem Institut kam, hatte ich dieses schreckliche Problem herauszufinden, ’Wie kriegen diese Schauspieler das hin? Wie machen die Hoffmans und diese… es gab da einen tschechischen Schauspieler, den ich gesehen hatte, der hieß Derr Oscarson. „Hunger” hieß einer seiner Filme, ich weiß nicht, ob Sie ihn gesehen haben. Und ich habe noch einen oder zwei gesehen - den Film von Ray Sahib, den Film von Bergman Sahib in diesem schwedischen was – auch - immer… diese Botschaft oder wo das auch gewesen ist… Und ich konnte herausfinden wie ein Schauspieler vom Format eines Laurence Olivier spielt. Wie es Richard Burton macht — wie diese Typen das machen, da war ich dahinter gekommen. Was ich nicht verstand, war, wie macht es ein Typ wie Dustin Hoffman. Weil ich nur den ersten Film von Dustin Hoffman gesehen hatte. Denn er war klein, er sah nicht gut aus, er war nicht sympathisch.

Und trotzdem außergewöhnlich beeindruckend.

Und trotzdem total beeindruckend und restlos glaubwürdig, ein Gefühl, das man bei Olivier nie hatte. Man hatte das Gefühl bei Brando, aber niemals bei Olivier oder Burton oder O’Toole… bei den Großen.

Ach ja? Ich liebe Peter O’Toole.

Ich liebe ihn. Aber er sieht nicht aus wie ein echter Mensch. Er sieht aus wie ein... irgendein verdammter Traum. Da ist immer eine bestimmtes Auftreten.

Es gibt einen Film, der heißt “The Stunt Man“ — haben Sie ihn gesehen? Wo er einen Filmregisseur spielt. Er ist sagenhaft… und ich denke außerdem, es ist einfach die Art, wie er spricht.

Ja, ja, sogar ich selbst habe Peter O’Toole imitiert. Sehr genau — nachdem ich “Beckett” und Filme wie “Beckett“ gesehen hatte.

Wie?

Indem ich ihn... einfach nachgemacht habe.

Und da sagen Sie, das er niemals glaubwürdig war…

Er war es nie… wenn ich es jetzt anschaue, wenn ich ihn einen „Goodbye Mr Chips“ spielen sehe, ist er es nicht. Er ist zu stattlich, verstehen Sie. Und er hat dieses ganze Auftreten, das er immer mit sich führt, von Film zu Film… dieses physische Auftreten. Und diese brennenden Augen, die er bekommen hat. Es ist auf eine Art nach einer Weile vorhersehbar...

Was ist mit Typen wie James Stewart und Henry Fonda?

Ja, ich denke, die sind wundervoll.

…in „Grapes of Wrath“, zum Beispiel.

…und Gary Cooper.

Gary Cooper und Cary Grant.

Und Cary Grant. Und keine von denen sind große Schauspieler, oder? Wenn man sie am Maßstab eines Olivier misst, ist keiner von denen ein großer Schauspieler — die haben nicht diesen, wie heißt es gleich… diesen extravaganten Stil und das alles. Aber sie wurden von den Filmemachern brillant eingesetzt.

Also waren sie große Filmschauspieler — kann man das so sagen?

Ich nehme an, das kann man so sagen. Und sie hatten genug Glück, Filmemacher zu haben, die das Potential in ihnen erkannt haben. Also ungefähr zu der Zeit, begann ich diesen Begehren zu verlieren, das ich diese Rolle machen will und jene Rolle machen will — und ich begann zu spüren, das es der Filmemacher ist, der es am besten weiß und einen besetzen würde. Wenn man richtig für die Rolle ist, wird man dafür besetzt. Und diese Ansicht ist über die Jahre stärker und stärker geworden, was der Grund dafür ist, weshalb ich bezüglich der Länge der Rolle und des Geldes und wegen der ganzen Dinge nicht mehr so zimperlich bin, wie ich es war. Doch das war ein Prozess des Wachsens, welcher auch das Verständnis dafür einbezog, das man nur so gut ist, wie der Job den man macht. Man ist albern, wenn man versucht, besser als der Film zu sein — und weshalb sollte man das tun? Und man ist eines der Elemente des Filmes, mit dem der Regisseur wünscht, etwas zu übermitteln. Dein Job ist es, der Vision des Drehbuchautors und des Regisseurs eine konkrete Form zu geben.

So, das bringt uns zurück zum ‚Gepäckträger’...

Ja, also das stimmt perfekt mit dem ‚Gepäckträger’ überein. Weil es nicht deine Aufgabe ist, das du jede mögliche Rolle spielst, oder jeden möglichen Gesichtsausdruck zeigst, deine Aufgabe ist es nur, das Gepäckstück mit dem du beauftragt bist, sicher...

...ans Ziel zu bringen.

Ans Ziel zu bringen (lacht). Zu kommunizieren. Darum führte das dann zu einer ganzen Menge anderer Gedanken, Rajat, also wo hat das ganze mit der Schauspielerei angefangen und warum? Es ist nicht möglich, das da jemand hingestellt wird, mit der Aufgabe, das Publikum durch Gestikulieren zum Lachen zu bringen, so erinnerte ich mich an Sachen, die uns in der Theaterklasse im NSD beigebracht wurden. Sie wissen ja, alles, was man lernt, zahlt sich irgendwann aus, verfluchte 40, 50 Jahre später... ja und ich entsann mich, das Panchal Sahib uns Zeug erzählt hat, worüber ich zur damaligen Zeit sagte, ‚Worüber zum Teufel redet der da’. Der Höhlenmensch geht auf die Jagd, verstehen Sie. Und ich sagte, ‚Lass es sein, Kumpel, was für einen Mist erzählst du uns hier. Erzähl uns lieber etwas über, zum Beispiel, die Bühne und die Beleuchtung und all das’, aber ich bin zu der Schlussfolgerung gekommen, das sich alles darum dreht, den Inhalt zu übermitteln.

Wissen Sie, ich habe irgendwo darüber gelesen, warum die Bühne leicht erhöht ist. Es ist wegen der Griechen, denke ich, die glaubten, das die Schauspieler an und für sich Umgang mit den Göttern pflegen.

Im Zustand der Besessenheit, im Zustand der Gnade...

(edit: state of grace – ist die Beschreibung eines Zustandes durch Grotowski – ich kann mit dem ‚Zustand der Gnade’ auch falsch liegen, da etwas sehr spezielles vermittelt werden soll)

Ja… in einem Zustand der Gnade. Haben Sie...?

Das ist eine sehr gefährliche Angelegenheit.

Empfinden Sie das so? Ich bin sicher, Sie haben das auf der Bühne gefühlt?

Ich würde es nicht gern einen Zustand der Gnade nennen, obwohl das der Ausdruck ist, den Grotowski (Jerzy) auch verwendet. Ich finde diesen Ausdruck sehr aufgeblasen. Man empfindet gelegentlich, und ich kann nicht behaupten, das ich es fortlaufend während eines Auftritts so empfunden habe... das man eine Verbindung bekommt. Es gibt absolut keine Hindernisse.

Mehr als das…

Es ist ... es ist eine vergängliche Sache.

Aber mehr als das. Es gibt keine Hindernisse und so etwas. Gibt es Momente, wo Sie das Gefühl haben, das nichts schief gehen kann? In der Art, das, was immer ich tue, es wird einfach richtig sein?

Hmm... ja, gibt es. Ich hüte mich vor solchen Momenten.

Sie hüten sich vor solchen Momenten?

Ja, weil man dann dazu neigt, das... möglicherweise ist das ein Defizit oder so etwas. Ich denke, es ist eine Einbildung, zu glauben, das nichts schief gehen kann. Alles kann auf der Bühne schief gehen, in jedem Augenblick.

Aber nein, es ist ein Zustand, es ist die Überzeugung eines Augenblicks.

Ja, aber er hat keinen Bestand über die Länge eines Auftritts.

Sie wissen, im Sport gibt es, wie man so sagt, Momente, da ist man in dem Bereich…

In dem Bereich, ja. Ich habe das flüchtig empfunden…

Und Sie wollen es nicht bezeichnen als…

einen Zustand der Gnade...? Nein, ich würde es als Zustand der Vereinigung mit dem Publikum bezeichnen und das ist es, wonach man sucht, Yaar. Sie wissen, das von den Schauspielern Grotowski’s behauptet wird, das sie im Begriff sind, frei zu schweben… Vielleicht. Aber ich finde es schwierig, mir diese Art Zustand vorzustellen und das ist meine Meinung, und ich habe außerdem eine gegenläufige Meinung zu Grotowski gelesen, das es gar nicht so großartig war. Also weiß man nicht, was man glauben soll. Ich habe seine Arbeit nie gesehen, und dann, je nachdem in welche Richtung er gegangen ist, wirst du auch dahin mitgenommen, seine Definition vom idealen Theater war ein Schauspieler ein Zuschauer… was an und für sich eine gute Sache ist, ke bhai, das was du sagt, ist das was ich höre und das was ich sage, ist das, was du hörst. Das ist Theater. Dann wird es so, das Schauspieler und Zuschauer eins werden. Die Rollen sind austauschbar - am Anfang war es so, dann wird es zu einem. Und dann beginnt er nach dem grundlegenden Status und den grundlegenden Geräuschen zu suchen, und diesem ganzen Zeug, von dem ich nicht denke, das es zu irgendetwas führt. Ich habe zufällig zur damaligen Zeit mit ihm gearbeitet. Auf dieser Ursprungsstufe sind wir im Dschungel gelandet.

Sie waren sechs Monate mit ihm zusammen...?

Nein, ich war nicht sechs Monate dort, ich bin dort ausgestiegen, ich hatte das Gefühl... ich dachte, ich würde verrückt werden. Ich war ungefähr drei Wochen mit ihm zusammen... ja, es war… hirnrissig.

Ja?

Rituale. Ritual auf Ritual, wissen Sie, und es ist nicht vorgesehen, das man miteinander spricht, es ist nicht vorgesehen, das man sich in das hineindenkt, was da passiert, es ist nicht vorgesehen, etwas in Frage zu stellen, es ist nicht vorgesehen, es untereinander zu diskutieren, es ist nicht vorgesehen, darüber zu schreiben. Es ist nicht vorgesehen, das man jemals irgendjemanden in seinem Leben etwas davon erzählt.






Als haben Sie… irgendjemanden etwas darüber erzählt?

Hmmm... Ich habe nicht alles erzählt. Es war unheimlich. Es… es war ein verdammter Kult, der dort vorging und dieses verfluchte Jamestown und ich habe keine Ahnung, was ich zu dieser Zeit gedacht habe, Yaar, und ich hatte das Gefühl, das all diese Leute in den Fluss springen würden, wenn er ihnen das sagen würde, alle zusammen. Und er war zu diesem schwer definierbaren, rätselhaften, kaum sichtbaren Menschen geworden, wo einem, wenn man nach ihm gefragt hat, gesagt wurde (imitiert ein höfliches und mysteriöses Lächeln) ‚Werde ich Grot morgen treffen?’ (imitiert das selbe Lächeln noch einmal) ‚Vielleicht, vielleicht nicht’. (Beide lachen) Dann kam Grot Sahib, er hat uns einiges erzählt und dann sagte er, ’Geht alle in den Dschungel, dort gibt es unsere Trainer, geht und arbeitet mit ihnen zusammen. Also haben wir uns im Dschungel einen Namen verdient (lacht), wenn man es so sagen möchte, all die Trainer von ihm… Ich habe kein besseres Material, Rohmaterial als diese Schauspieler gesehen. Alle zusammen, wissen Sie, groß, stark, fit wie verdammte Turnschuhe, mit strahlenden Augen, verstehen Sie, gesund… und die alle haben diesen Scheiß im Wald gemacht, Yaar. Ich denke nicht, das irgendeiner von ihnen jemals sein Handwerk betrieben hat.

Wissen Sie, ich hingegen glaube an die Möglichkeit dieses Zustands der Gnade. Und ich bin neidisch, das es nur durch eine Art körperliche Aktivität abrufbar ist, wie ich denke. Ob man Sportler ist oder Schauspieler auf einer Bühne. Ich denke nicht, das ein Filmschauspieler das erlebt. Ich möchte diesen Zustand finden , zum Beispiel, schwarz auf weiß für mich selbst, aber es… Ich kenne den Weg nicht, um das zu bewerkstelligen. Oder welches die Disziplin ist, um nur in die Nähe davon zu kommen, außer weiter zu schreiben.

Also müssen Schauspieler und Zuschauer eins sein…

Ich denke, Schauspieler haben das — besonders auf der Bühne haben sie die Möglichkeit. Vielleicht passiert es nur einmal im Leben oder einmal im Jahr oder was immer, aber die haben die Möglichkeit, wie ein Sportler, diesen Zustand zu erleben.

Ihre Arbeit ist dem zuträglich.

Ja, richtig, weil…

Man muss vereinnahmend sein.

Ja, genau.

Die Schauspieler sind medial — das hat man schon immer gesagt, und sie treten in die Seele ein und all so etwas, ich glaube nicht an all diese Dinge, aber man bekommt bestimmt ein Gefühl, welches dem sehr nahe kommt, ich kann nicht definieren, wie dieser Zustand ist.

Ja, es kann einen irgendwohin mitnehmen...

Aber ich fühle mich sehr gesegnet, ein Schauspieler zu sein und in der Lage zu sein, diese Arbeit zu tun.

Die Sie immer weniger gern machen...

Das Spielen in Filmen beginne ich abzulehnen. Aber die Bühne gibt mir nach wie vor einen gewaltigen Kick. Und die Arbeit mit den Schauspielern gibt mir einen enormen Kick. Deshalb habe ich sehr viel Spaß beim Regieführen. Ich führte bei vier Stücken Regie und hatte wirklich viel Spaß dabei. Ich denke, ich bin in der Lage, Schauspielern zu helfen, dahin zu kommen das... wie soll ich es nennen... ich denke, ich bin in der Lage Schauspielern zu helfen, das Beste aus sich herauszuholen, weil ich Schauspieler liebe und weil ich das Schauspiel liebe und nur einige wenige Dinge, die Schauspieler tun, bringen mich aus der Fassung, allerdings kann ich erkennen, das dies Unvernunft ist, weil ich weiß, das ich es selbst durchgemacht habe.

Richtig. Daher sind Sie im Stande, ihnen viel Mitgefühl entgegenzubringen.

[Naseer lacht.]

Aber warum schwindet Ihr Interesse am Schauspiel in Filmen?

Man verbringt die Hälfte seines Lebens mit Warten. Man arbeiten in einem verfluchten Elfenbeinturm. Man sitzt in seiner Kabine , man kommt heraus, macht seine Aufnahme und geht zurück in seine Kabine.

Aber das müssen Sie doch nicht, Sie müssen doch nicht in Ihrem Van sitzen.

Ja, man muss das nicht. Aber man hat es auch deshalb versucht, weil man manchmal das Gefühl hatte, im Weg zu sein, man hat das Gefühl, nicht erwünscht zu sein.

Ja und die Leute sind höflich...

Ja, die Leute sind höflich… na und... es ist in Ordnung.

Also was, das Warten nimmt Ihnen die Lust?

Das Warten, das stückchenweise Arbeiten…

Nach 30, 40 Jahren, ich dachte es würde…

Ich bin davon gelangweilt.

Ja?

Ich würde es heute jeden Tag vorziehen, eine Theateraufführung zu machen. Wenn ich könnte, würde ich nur Theater machen. Ich würde keine Filme mehr machen... nicht mehr. Und das ist eine sehr schwere Arbeit yaar. Filme produzieren ist sowieso ein kompliziertes Thema, wie sie das nur schaffen, versteh ich gar nicht.

Aber sagen Sie mir, wieso ist das Spielen in Filmen schwierig oder warum sagen Sie, das es schwierig ist?

Weil man nicht vortäuschen kann. Das denke ich. Es ist viel anstrengender, weil man die ganze Zeit am Ball bleiben muss, von dem Moment an, wo man auf dem Set ankommt. Es sei denn man ist, ich möchte den Begriff ‘involviert’ in dem Zusammenhang nicht verwenden, aber immerzu und nach allen Seiten am Ball, denn es ist erstaunlich, wie die Kamera eine ...Vortäuschung einfangen kann. Deshalb glaube ich sehr stark daran, und vielleicht ist das der Grund, warum ich bei der Schauspielerei so pingelig bin, wenn ich sie auf der Leinwand sehe, denn irgendeine, auch die geringste Spur von Vortäuschung, vergrault mich. Und die Kamera erwischt es. Aber im Theater kommst du damit durch.

Also sagen Sie, wenn Sie in einem Film arbeiten, dann sind Sie die ganze Zeit in Ihrer Rolle? Wenn Sie auf dem Set ankommen… sind Sie irgendwie mit Ihrer Rolle beschäftigt?

Ja.

Ja?

Ja… den Zustand, in den ich mich versetzen soll, versuche ich zu erreichen, wirklich zu erreichen, so das, wenn der Regisseur ‚Action’ ruft, ich nicht denken muss “Uh! Es geht los!”, wissen Sie. Man ist bereits in dem Zustand und ich denke, das ist die Art und Weise, wie es zu handhaben ist. Es mag Abkürzungen geben. Ich weiß es nicht. Das ist bisher Spaß gewesen, jetzt wird es zu anstrengend. Ich kann damit nicht umgehen.

Aber es gibt andere Schauspieler… und ich möchte wirklich mit Ihnen darüber reden. Es gibt andere Schauspieler, die ich kenne und sehr gern habe, zum Beispiel Ranvir, der mit einem immensen Instinkt agiert. Deshalb wird er bevor die Aufnahme anfängt total chaotisch sein, er wird unleidlich sein, oder was auch immer, er wird dies sein, er wird das sein. Aber in dem Moment, wo die Kamera läuft, hat er seine fünf Sinne beisammen. Daher sage ich, das ist das genaue Gegenteil von…

Das mag seine Art sein. Aber woher wollen Sie wissen, das er nicht die Aufnahme im Kopf hat und das alles … die ganze Zeit? Vielleicht ist das, was immer er tut, das Ergebnis seiner Bemühungen, sich in die Szene zu versetzen? Weil ich nicht denke, das man einfach, ‘Peng!’ sich hineinversetzen kann, ohne irgendeine Vorbereitung. Man braucht die Vorbereitung.

Und wie wichtig ist Ihnen das Äußere?

Es hat an Bedeutung zugenommen, seit ich älter geworden bin. Und ich habe begriffen, das es einer der größten Fehler war, die ich während der Arbeit in kommerziellen Filmen gemacht habe, dem Äußeren keine Aufmerksamkeit zu schenken. Dem Beiwerk keine Aufmerksamkeit zu schenken. Der ganzen Aufmachung. Ich dachte, ‘Sch... drauf’! Brando trägt zerbröselte Mäntel, De Niro trägt schmutzige Klamotten. Es funktioniert so nicht. Diese ganzen zerbröselten Mäntel und schmutzigen Klamotten waren offensichtlich sehr sorgfältig ausgetüftelt, um authentisch und gleichzeitig attraktiv auszusehen, das ist das, wo ich als kommerzieller Schauspieler scheiterte. Ebenfalls habe ich nicht gelernt, wie man richtig Lieder singt. Ich konnte das einfach nie machen. Und drittens konnte ich einfach die Art Situationen nicht nachempfinden, die man spielen muss. Jedes Mal, in jedem verflixten Film den ich gemacht habe, musste ich eine Szene spielen, wo ich brüllen musste… aus keinem vernünftigen Grund. Warum, weil es gut aussieht, wenn man schimpft (lacht).

Aber es geht um die Überzeugung, nicht? Es geht um die Überzeugung in dieser gehaltlosen Situation.

Ja, das finde ich schwer. Ich finde es schwierig, in einen Dialog wie ‘agar aaj teri maa hoti...’, eine Überzeugung einzuimpfen, wissen Sie, ich kann das nicht.

Und ich denke… vielleicht aus dem selben Grund, ist Mr. Bachchan ein großartiger Schauspieler...

Er ist in der Lage, das zu tun...

Weil er kontinuierlich fähig ist, über schlechte Drehbücher hinauszuwachsen.

Richtig. Es wäre sehr interessant, ihn in einem Stück über das wirkliche Leben zu sehen. Ich habe so ein Gefühl, das er dazu nicht fähig wäre.

Obwohl er es getan hat… äh… in “Anand”. Er ist wundervoll darin.

Das ist… das ist, als er noch ein echter Mensch war.

Er war wundervoll…

Wundervoll. Er war damals ein echter Mensch. „Anand“, „Abhimaan“,“ Namak Haraam“. In einem Film spielte er einen Verbrecher mit Navin Nischal…

“Parwaana”...

Ja. Als er noch nicht diesen gefertigten Haarschnitt hatte und so... sie wissen das… und er sah echt aus. Er sah aus wie ein Mensch. Deshalb war er echt. Jetzt ist er nicht länger ein Mensch. Er glaubt nicht mehr an sich selbst als Mensch. Und ich glaube nicht mehr an mich als Superheld. Daher vermute ich, haben wir dasselbe Problem an verschiedenen Enden des Spektrums. Der Elan und die Überzeugung mit der er diese Dialoge abgab… war wirklich verblüffend.

Ich meine, wie viele Filme, und wie viele schlechte Drehbücher...?

Ja. Er war ein Schauspieler, der sich über den Film erhob. Es war…

Die ganze Zeit. Das ist ziemlich unvorstellbar…

Ziemlich.

Ich denke nicht, das irgendjemand anderes das geschafft hat. Aber Sie sprachen über Henry Fonda und James Stewart. Wer waren zu dieser Zeit die Schauspieler von der indischen Leinwand?

Zu erst einmal sind die Größten aus Hollywood meiner Meinung nach Charles Laughton, Spencer Tracy. Das waren die Leute, die ich als Schauspieler zuerst sah. Weil wir in der Schule verdammt viele Filme gesehen haben. Wir haben alles gesehen, angefangen von “Mickey Mouse“ bis zu „Citizen Kane“. Und ich sagte... verdammt langweilige Filme, die sie uns zeigten,... Aber gelegentlich zeigten sie uns einen verflixten Roy Rogers oder ein paar Kriegsfilme und solches Zeug, und die Auswahl der Filme war gigantisch. Wenn ich daran zurückdenke, wer auch immer diese Filme ausgewählt hat, der kannte seine Filme wirklich gut. Und dabei sah ich Spencer Tracy. Ich sagte, ’Sch...’! Dieser Typ sieht so echt aus. Weil vor ihm war es Gary Cooper, Clark Gable und sie wissen schon, alle diese Typen, bei denen ich das sagte... Diese Typen sind nicht echt. Das sind fotographische Tricks, das hatte ich im Gefühl. Bis ich Spencer Tracy sah, mit dem Schweiß unter seinen Armen, und Bartstoppeln und… als er den Fisch schleppte, sah er echt aus, als er das Boot ruderte, sah er echt aus und er erinnerte mich an meinen eigenen Großvater und ich sagte, ‚Wow, dieser Kerl ist also Schauspieler, Yaar. So kann auch ein Schauspieler sein. Und dann Charles Laughton, dann Anthony Quinn. Paul Muni hatte ich gesehen, aber ich hatte ihn oder Brando, einige der andere Größen dieser Zeit, nicht erkannt. John Wayne liebte ich. Aber ich wusste, ich konnte kein verflixter John Wayne sein, also...

Aber zu dieser Zeit wussten Sie schon, das Sie Schauspieler werden wollten, in der Schule..?

Ich hatte das damals entschieden, ich war so ungefähr 13 oder 14, ich hatte nie auf einer Bühne gespielt. Ich spielte zum ersten Mal auf einer Bühne, als ich 14 Jahre alt war und das hat für mich den endgültigen Ausschlag gegeben. Die Vermutung, das ich das Zeug dazu hatte, Schauspieler zu werden. Ja, das war einfach verblüffend.

Welches Stück war das?

Das war der “Merchant Of Venice”. Szenen aus dem “Merchant Of Venice”. Und der andere Mensch, der mich außerordentlich beeinflusst hat ist Geoffrey Kendall, der ‚Shakespearana’ gemacht hat, seine Stücke haben wir jedes Jahr gesehen. Ihn betrachte ich immer noch als den größten Schauspieler, den ich je gesehen habe, und äh, und ich traf ihn. Er spielte in “Junoon” — in einer kleinen Rolle. Also traf ich ihn letztendlich und schüttelte ihm die Hände und als ich... und er wurde furchtbar verlegen... als ich anfing ihm zu sagen, sie wissen schon, das ich dachte, er wäre dieser… und er sagte, ‚Sei still’…

(Rajat lacht.)

(Lacht) …und ich sagte, ‚Haben Sie nicht das Gefühl, einen Fehler gemacht zu haben, das Sie nicht in England geblieben sind und ein verflixter Ritter oder ein Lord, ein Herzog oder weiß ich was geworden sind. Weil Sie besser sind, als all die Typen zusammen’ und er sagte, ‚Ich bin kein Schauspieler, ich bin ein Missionär. Meine Mission ist es, Shakespeare zu verbreiten’. Er hat das sehr gut formuliert und das verdeutlichte mir sein ganzes Leben. Ihr ganzes Leben lang haben sie nicht einen einzigen kommerziellen Auftritt gemacht — sie waren eine Truppe Darsteller, einschließlich ihrer Töchter Jennifer und Felicity, Shashi für eine Zeit lang, und ‚Shakespearana’ reiste durch Asien, trat in Schulen und Hochschulen auf. Ja...damals hat es uns fünfzig Paisa gekostet als ‘Shakespearana’ aufgeführt wurde und das war das, was sie wahrscheinlich von der Schule bekamen … Die Kendalls hatten kein zu Hause, wussten Sie das? Ja. Sie lebten entweder mit Jennifer hier, oder mit Felicity in London. Das ganze Leben hindurch, im Alter von achtzig Jahren ist Laura gestorben, und dann ist der große Herr krank geworden und danach trat er nicht mehr auf. Aber ich habe ihren letzten Auftritt gesehen, „Dear Liar“ im Prithvi. Und während ich “Dear Liar“ angesehen habe, erkannte ich in der Tat, was an diesem Mann so großartig ist. Das er niemals auf den Putz haut — er ist völlig auf den Text bedacht. Er verehrt den Text. Dieser Gedanke kam mir in den Sinn. Und ich erinnerte mich an die Stücke, die er für uns in der Schule zeigte, bei denen er als Shylock kam, eine Szene von Shylock spielte, er verschwand und kam als Hamlet zurück… er ging raus und kam als King Lear zurück, er kam auch als Malvolio wieder heraus... und ich sagte nur “Wow”. Das ist einfach zu schön, ich kann es nicht glauben, aber niemals... und wir haben ihn hier bei uns wieder damit erlebt... nicht für eine Minute hat man das Gefühl, das er sein Gepäck zur Schau stellt. Weil es immer der Text war, den er mit einer ganzen Menge Freude herüber brachte. Und daher ist Kendall Sahib mein..., er ist mein Gott.

Ja…

Ja... Und alles, was ich tun musste, als ich endlich mit ihm spielte, war, auf ihn zu zugehen und ihn umzubringen.

Oh Mann…

Ja. Lustig. Das ist das Leben (lacht).

In der Kirche... die Kirchenszene...

Ja, in der Kirche. Also, Spencer Tracy und Kendall.

Und auf der indischen Leinwand?

Ich schaute nie auf die indische Leinwand… Die einzigen Hindifilme, die mein Vater sah, waren Filme mit Dilip Kumar. Uns wurde es verboten, Hindifilme zu sehen. Wir sahen in der Schule nie welche. Aber ich hörte diesen Namen Dilip Kumar, Dilip Kumar, Dilip Kumar überhaupt seit ich sehr klein war, weil er dieser total bedeutende Schauspieler war. Ich sah seine Filme, ich muss so vier oder fünf Jahre alt gewesen sein, als ich seine Filme sah. Ich denke nicht, dass er auf mich einen allzu großen Eindruck gemacht hat, aber es war überall eine Abhängigkeit da; jeder sagte, ’Wah wah, wah wah Dilip Sahib, Dilip Kumar. Es gab keinen Hindischauspieler, der mich faszinierte. Ich habe nicht allzu viele gesehen. Ich war, warum auch immer, von Sheikh Mukhtar fasziniert (lacht) und später von Dara Singh und Shammi Kapoor. Ja, das waren die drei Schauspieler auf der indischen Leinwand. Und Mehmood.

Ja, aber nicht Balraj Sahni?

Nicht Balraj Sahni... noch immer nicht.

So?

Er war ein sehr berechenbarer Schauspieler. Er ging nie Risiken ein. Er ging auf Nummer Sicher. Er hat Film für Film den selben verflixten Kram gemacht. Warum hat er nie einen Verbrecher gespielt, das verstehe ich nicht. Er wäre ein fantastischer Verbrecher gewesen.

Das ist etwas, was Sie geschafft haben, nicht?

Ja, das denke ich. Aber nein. Die einzigen Leistungen, mit der er mich verblüffte, war “Kabuliwalah“ und „Do Bigha Zameen“. Das waren zwei großartige Darstellungen — die eigentlich verdammt gut waren. Das kann man nicht über allzu viele Schauspieler sagen.

Ich erinnere mich an diesen Song, den ich vor langer Zeit gesehen habe. ‚Ae mere...

Mere pyare watan’.

Ich war so gerührt. Ich sah es aus dem Zusammenhang gerissen, im Fernsehen, der Song wurde gespielt und er saß einfach nur da und schaukelte auf seinen Hüften… Wow! Es war einfach so bewegend. Natürlich, der Song selbst, und das alles, aber auch sein Gesicht!

Vielleicht bin ich hart gegenüber Mr. Balraj Sahni. Aber er hat mich nie begeistert. Ich gestehe ihm zu, .. ich meine Sahni Sahib war ein sehr großartiger Schauspieler...Ich versuche überhaupt nicht über ihn herzuziehen. Sein Beitrag und die Filme, die er förderte, wie “Garam Coat“ und wie „Do Bigha Zameen“ usw. und später „Garam Hawa“ und so. Bestimmt glaubwürdig. Aber als Schauspieler hat er mich nie auf die Art begeistert, äh, wie beispielsweise Shammi Kapoor.

So... in welchen Filmen? In allen?

“Dil Deke Dekho“, „Tumsa Nahin Dekha…“

[Rajat lacht.]

Ja, ja, die alle — “Teesri Manzil”... Weil ich das Gefühl hatte, das ich das nicht geschafft hätte.

Ja, genau...

Ja (lacht). Ja, Dilip Kumar Sahib habe ich gesehen und habe gedacht, okay, ist dieses Weinen schwierig...das kriege ich auch hin.

[Rajat lacht.]

Shammi Kapoor habe ich gesehen und Dara Sing habe ich gesehen, doch da dachte ich, nein, das schaffe ich nicht. (lacht). Und warum mir Sheikh Mukhtaar so gefallen hat, weiß ich nicht... vielleicht deshalb, weil er häßlich war und ich bin davon besessen, Sie wissen schon, das ich nicht... Ich sehe nicht aus wie Clark Gable, also wie kann ich Schauspieler werden? Ich sehe nicht wie Shammi Kapoor aus. Deshalb wirkte Sheikh Mukhtaar auf mich und dann... Peter O’Toole.

Den Sie nachahmten.

Den ich nachahmte. Ich imitierte all diese Leute. Ich imitierte Mr. Kendall mindestens 10 Jahre meines Lebens — auf der Bühne, ich machte nichts anderes, als Mr. Kendall zu imitieren.

Aber das waren die ganz frühen Jahre. Von Ihnen erwartet man irgendwie, das Sie Ihre Einflüsse übertrumpfen…

Ja, genau. Ich bin sicher, ein junger Kricketspieler, der Sachin beobachtet, wird versuchen, die Art, wie Sachin spielt, oder die Art, wie er steht, oder die Art, wie er verteidigt oder die Art wie er seine Stellung bezieht, die Art, wie er seinen Schläger hält zu imitieren...

Sie wissen, ich glaube daran, das in der Kunst die ganzen Bemühungen darauf hinaus laufen, seine eigene Stimme zu finden. Und dafür braucht man Jahre...

Ja, das kostet Jahre... Ich denke, ich bin dem näher gekommen, durchaus, ja, endlich.

Ihre eigene Stimme zu finden?

Als Geschichtenerzähler.

Ich wollte das ansprechen. Ich erinnere mich an das Jahr ’92-’93, als Sie “Julius Caesar” gemacht haben, Ich erinnere mich, das ich Sie irgendwo bei einer Theaterprobe eines Stückes traf und sie haben gesagt, ‚Dieses Mal möchte ich einen Hit bringen. Ich möchte, das die Leute kommen und dieses Stück anschauen’.

Einen Hit, ja. Und niemand kam.

Ja, niemand kam. Und nach weiteren 10 Jahren, haben Sie “Ismat Apa” gemacht und die Leute kommen in Scharen... und dann erkannte ich, ich stellte nicht sofort eine Verbindung her, erst als es mit jemand erzählte… das es das erste Mal ist, das Sie in einem Hindistück Regie führten. Und plötzlich ergab es einen Sinn.

Ja. Ja, und ich habe mich einen Teufel darum geschert, ob das Publikum kommen wird oder nicht. Sogar Ratna sagte so etwas, “Warum tust du das, wer wird das verstehen?” Sie änderte ihre Meinung komplett. Als sie es las… wir haben über sechs Monate dafür geprobt, ich mag die vielen Proben... weil Proben für mich eine große Freude sind. Es ist immer eine Entdeckung - immer eine Entdeckung. Proben sind für mich keine strenge Ausbildung, es ist großer Spaß, ich liebe es… und sie änderte während der Proben ihre Meinung. Weil sie selbst die Worte zu verstehen begann und da haben wir es. Also vermute ich, man muss… und ich denke wirklich, das die “Ismat” Geschichten meine eigene Stimme sind, weil es mein Milieu ist. Da komme ich her, da gehöre ich hin. Jede Rolle in ihren Geschichten kann ich vor mir sehen — sie sind Leute aus meiner eigenen Familie. Also habe ich mit “Ismat” und mit “Daastangoi” denke ich, letztlich gefunden, was ich für den Rest meines Lebens machen möchte, weil ich außerdem lerne. Ich hatte schon immer das Verlangen Urdu zu lernen und etwas Farsi. Und jetzt geschieht das. Das ist toll.

Aber es ist so lustig, das Sie mit „Ismat” nicht nur Ihr Milieu gefunden haben, sondern das Publikum auch in der Lage war, sich irgendwie mit diesen Storys als unseren eigenen Storys zu identifizieren, irgendwie als unseren gemeinsamen Erfahrungen.

Ich denke, das ist ein Beleg für die Qualität der Dichtung. Niemals im Leben habe ich eine so schöne Dichtung wie in „Ismat” erlebt.

(Lange Pause) Und werden Sie einen weiteren Film machen oder nicht?

Ich denke nicht. Es ist einfach zu schwierig, Yaar. Ich denke nicht im Sinne von Profilen. Und das Problem ist es, den Text in Handlung zu verwandeln. Ich denke eher darüber nach, was die Charaktere antreibt, als an das Profil. Es ist lustiger für mich, zu entdecken, was in diesen Leuten vorgeht, was auf ein großes Profil hinauslaufen kann, oder auch nicht. Daher denke ich, bin ich kein guter Filmemacher.

Aber Sie werden es wieder tun?

Es noch mal versuchen? Das verletzt einen wirklich, wissen Sie. Wenn ich zurück denke, das ich einen echt unfähigen Film gemacht habe, dann tut das wirklich weh. Deshalb wäre ich nicht überrascht, wenn ich es, bevor ich sterbe, noch einmal versuchen würde. Aber ich werde dieses Mal viel sicherer sein.

Edit: Ich danke hiermit ganz herzlich meiner Hindi-Lehrerin Sunita Bhatia für die Hilfe bei den teilweise recht umfangreichen Hindi – Passagen. Sunita, du bist ein Schatz Augenzwinkern

Und auch vielen Dank an Pyaari für das Auffinden solcher kleinen ( cool ) Diamanten - es hat mir wiedermal einen Riesenspaß gemacht. Obwohl ich es eher als ein experimentelles Gespräch, denn als ein Interview betrachte. Mehr von der Sorte - Bitte!



Quelle©mansworldindia.com
Freie Übersetzung ©2009 Bollywoodsbest by Cat12





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Pyaari
Liebe Cat & liebe Sunita Bhatia, vielen vielen Dank für dieses Interview. Ich hatte schon so eine Ahnung dass es gut ist - hey, es ist schließlich Nasseruddin, aber in Wirklichkeit ist es noch viel besser.... Ich mag den Mann und seine Aussagen ganz eindeutig!


Zitat:
Niemand wird aus ernsten Absichten heraus Schauspieler. Nur diejenigen, die etwas leichtsinnig in ihrer Ansicht über das Leben und leicht verhaltensgestört sind.


Das ist definitiv eine Kernaussage! Kurz und gut - I like him really!
Pyaari
Naseeruddin Shah rät angehenden Schauspielern dranzubleiben
Monday, November 2, 2009


Der bekannte Schauspieler Nasseruddin Shah hatte heute ein paar Ratschläge für die angehenden Schauspieler in Bollywood, unter anderem sagte er, das Schauspieler nicht frustriert sein sollten, auch wenn sie beruflich am Boden liegen, sollten sie dranbleiben.

„Komme was wolle, man sollte die Hoffnung nicht verlieren. Wie schlimm die Situation auch sein mag, die angehenden Schauspieler sollten daran arbeiten", sagte der Schauspieler.

Den Medien am fünften Tag des 11. Mumbai International Film Festival, ein Reliance BIG Entertainment Initiative, Rede und Antwort stehend, sagte Nasseruddin, er ist in seinem Leben noch nie einer solchen Situation begegnet, weil er die ganze Zeit gearbeitet hat.

„Ich habe nie negativ gedacht und bin an der Schauspielerei drangeblieben. Und das ist es, was ich allen, die eine positive Einstellung haben, sagen möchte, gib niemals die Hoffnung auf und arbeite weiter", sagte er.

Naseeruddin sagte weiter, die Nachwuchsschauspieler müssen "üben". Auf die Frage was, sagte er, zu schauspielern.

Er war auch voll des Lobes für Schauspieler Harish Patel, der bei dieser Gelegenheit auch anwesend war.

„Bollywood hat kläglich versagt, als es Harish Patel’s Talent nicht anerkannte. Er liefert gute Arbeit im Ausland ab, insbesondere in Großbritannien", fügte er hinzu.

Nasserrudin und Harish Patel spielen die Hauptrollen in „Today's Special“, ein Film, der die Geschichte eines Taxifahrers erzählt, der Koch wird. Er wurde unter anderem auf dem MAMI Festival in der ersten asiatischen Sektion gezeigt. Regie führte David Kaplan. Es ist eine herzerwärmende New Yorker Geschichte, basierend auf dem mit einem Award gekrönten Off-Broadway-Stück „Sakina's Restaurant" von Schauspieler Aasif Mandvi.




Quelle©dnaindia.com / © 2009 PTI
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heike925
Ich bin egoistisch als Schauspieler: Naseeruddin Shah
By: PTI Date: 2010-01-12 Place: Mumbai

Nasseeruddin Shah, einer der Pioniere des indischen Parallelkinos sagt, dass er als Schauspieler egoistisch ist und seine Sturheit ist der Grund für seinen Erfolg.

„Ich bin entschieden dagegen, geringfügige Rollen in großen Budget Filmen zu machen. Ich möchte Rollen machen, die Erhabenheit haben. Ein Schauspieler muss sich exklusiv halten. Egoistisch und hartnäckig zu sein hat seinen eigenen Vorteil, wenn du diese Eigenschaften zu nutzen weißt,“ sagte Shah.

Der preisgekrönte Schauspieler, der als nächstes in Dieser Link wird erst nach der Registrierung sichtbar.'s Produktion Dieser Link wird erst nach der Registrierung sichtbar. zu sehen sein wird sagt, alternatives Kino, dass der Norm und Verpflegung eines Nischenpublikums trotzt, ist besser und leichter zugänglich geworden. „Die gegenwärtige Generation von Filmemachen ist nicht oberflächlich. Sie sind sich der Fragen des normalen Mannes bewusst und beleuchten sie in ihren Filmen sehr effektiv,“ sagte Shah.

Der Veteran ist ermutigt, dass sich die Unterschiede von Kunst-, Parallel- oder kommerziellem Kino über die Jahre verringert haben und sein bevorstehender Film 'Ishqiya' ist ein solcher Unterhalter.
„Es geht um verlorene Seelen, die vom Schicksal zusammengeführt werden und in einer sehr merkwürdigen Dreierbeziehung enden, wo es Kriminalität, Verschwörung und Tarnung gibt. Es ist ungewöhnlich für Hindikino. Es ist spannend, lustig und ein berührender Film,“ sagte er. Shah sah keinen Grund, warum solch ein Theater um die Sprache gemacht werden sollte, die in dem Film benutzt wird. „Das Theater ist unnötig. Es ist die Sprache, die im wahren Leben benutzt wird. Warum sie dann im Film ablehnen? Das ist Heuchelei,“ sagte er.

Quelle©MidDay.com
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heike925
Naseer arbeitet mit Neeraj Pandey
Subhash K Jha Posted On Thursday, January 13, 2011 at 04:02:25 AM

Frustriert wegen der Misserfolge des letzten Jahren hatte Naseer entschieden, 2011 ein Sabbatjahr in Sachen Filme zu nehmen. Aber er hat eine Ausnahme für den nächsten des Regisseurs gemacht

“2010 ist für mich bei den Filmen ein mieses Jahr gewesen,“ sagte Naseeruddin Shah angewidert als seine in Produktion befindlichen Filme 2010 abgebrochen wurden und er entschied, ein Sabbatjahr in Sachen Filme 2011 zu nehmen.

Die einzige Auffrischung im letzten Jahr war für ihn Saat Khoon Maaf. Er erklärt, „Die einzige gute Erfahrung, die ich hatte, war Vishal Bharadwaj’s Saat Khoon Maaf. Ich genoß das durchweg, obwohl ich für nur ein Siebtel der Spielzeit vorkomme.“

Aber es scheint, er hat beschlossen, die Idee eines Sabbatjahres für Zeit der Zusammenarbeit mit A Wednesday Regisseur Neeraj Pandey in seinem nächsten beiseite zu legen.

Während Neeraj Pandey entschied, seinen Film Special Chabbis auf Eis zu legen und sich auf einen weiteren Thriller mit dem A Wednesday Duo Naseeruddin Shah und Anupam Kher zu konzentrieren, machte Naseer eine Ausnahme für Pandey’s Film.

Naseer sagt, „A Wednesday war ein besonderer Film. Neeraj Pandey ist mit einem weiteren Thema für Anupam und mich zurückgekehrt. Diesmal ist es ein Krimi, angelegt in Goa. Während ich den zentralen Charakter in A Wednesday spielte und Anupam die Nebenrolle sportlich anpackte, sind dieses Mal die Rollen vertauscht. Ich werde eine Nebenrolle spielen, während Anupam den zentralen Charakter spielt.“

Quelle©MumbaiMirror.com
Freie Zusammenfassung©2011 Bollywoodsbest by heike


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