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WAS WIR IN ERFAHRUNG BRACHTEN VON… - AMITABH BACHCHAN
Text by DEEPALI NANDWANI, June 2008

66, SCHAUSPIELER

Text by DEEPALI NANDWANI, June 2008

66, SCHAUSPIELER

Die Schauspielerei verblüfft mich immer noch. Nach all diesen Jahren bin ich noch voller Ungeduld, wie der nächste Tag sein wird. Auf die Sets zu gehen ist beängstigend. Ich bin unsicher, ich habe Schmetterlinge im Bauch. Ich weiß immer noch nicht, ob ich dabei bin, gut auszusehen oder nicht.
Der Prozess, seine kreativen Fähigkeiten zu entdecken, kann eines der befriedigendsten Ereignisse im Leben sein. Ich bin niemals dafür ausgebildet worden, zu spielen, zu singen oder zu tanzen, zu kämpfen oder eine Komödie auf der Leinwand zu spielen. Das ich all diese Dinge tun konnte, war auch für mich eine Offenbarung.
Ich bedaure manchmal, dass ich jene drei Jahre, in denen ich im BSc (edit: wahrscheinlich Balanced Scorecard) ausgebildet wurde, statt dessen hätte in der Filmkunst verbringen können. Mein Abschluss in einem Fachgebiet, für das ich am wenigsten qualifiziert war, wurde vom konservativen Denken der Zeit vorangetrieben. Heutzutage kann man für Geräuschaufzeichnungen verantwortlich oder ein Regieassistent sein — einiges von dieser Ausbildung wäre heute für mich nützlich gewesen.
Ich glaube, dass ich Teil eines Berufsstandes bin, der Beachtung findet. Das Medium selbst ist so stark, dass es alle Arten damit verbundener Vergünstigungen hat. Aber letztendlich bin ich nur ein Fachmann, wie viele andere — ein Arzt, ein Geschäftsmann oder ein Ingenieur. Und ich gehe in die Studios, arbeite dort, komme nach Hause und das ist alles.
Die ganze Bewunderung bringt ein Gefühl für Verantwortung mit sich. Wenn man Dinge tut, die so viele Leute beeindrucken, dann muss es eine bestimmte Rechtschaffenheit, eine bestimmte Qualität geben, die man fortwährend zeigt. Man muss sich verantwortlicher benehmen, bei allem was man tut, was man sagt, wie man sich verhält. Weil das die Dinge sind, die bemerkt werden und das die Dinge sind, über welche die Leute reden werden.
Der Tag, an dem ich beginnen werde, zu glauben, dass ich Mr. ‘Ich-weiß-das-alles’ bin, dieser Tag wird der Anfang vom Ende sein.
Es ist nicht schwierig, berühmt zu sein. Es ist ein wundervolles Gefühl. Es geht nicht darum, dass die Leute fortwährend mit mir einer Meinung sind — das tun sie nicht zwangsläufig. Wenn es tatsächlich den Fall gibt, Vergeltung zu üben oder sich gegen mich zu wenden… dann haben sie das getan und es ist vielleicht ihr Recht, dass zu tun. In den Momenten des Kummers und der Not treten die wahren Freunde hervor. Als ABCL (edit: Amitabh Bachchan Corporation Limited – Produktionsfirma von A.B) in Konkurs ging, war ich sehr glücklich, dass ich treue Freunde hatte, die mir beistanden und mir die moralische Unterstützung gaben, zu kämpfen.
Ich schaue nicht mit Widerwillen auf meine mageren finanziellen Tage. Eigentlich haben sie mich so viele Dinge gelehrt. Durch Fehler lernt man am meisten. Wie die meisten Menschen träume ich in der Nacht und unglücklicherweise sind die meisten meiner Träume unangenehm. Wir leben in einer sehr zerbrechlichen Welt und die Dinge können schon in der allernächsten Sekunde schief gehen. Man hat immer Angst vor der Stimme der Ungewissheiten des Lebens—finanziell, beruflich, auf die Gesundheit bezogen—die schlechte Gesundheit von nahestehenden Menschen kann niederschmetternd sein.
Ich denke, dass ich meinen Eltern in den letzten Jahren ihres Lebens ein guter Sohn gewesen bin. Als ich geboren wurde, brachten meine Eltern mich auf einem zweirädrigen Pferdewagen nach Hause, aber als mein Sohn geboren wurde, wurde er in einem Mercedes nach Hause gebracht.
Die Ehe ist eine Verpflichtung. Sie ist eine Verpflichtung für das Zusammensein; sie ist eine Verpflichtung für die Ewigkeit. Es geht darum, Kinder mit den selben Werten zu erziehen, wie man selbst erzogen wurde. Die Liebe hat in der Ehe viele Erscheinungsformen und ich denke, man kann sein gesamtes Leben damit verbringen, zu versuchen herauszufinden, welche das sind. Habe ich mich neu erschaffen? Ich weiß es nicht. Ich habe diesen Philosophien und Denkprozessen nie wirklich viel Aufmerksamkeit gewidmet, ich gehe einfach jeden Tag drauflos und schaue, was mir begegnet und versuche es anzupacken und versuche damit zu leben; das ist die Art, wie mein Leben gewesen ist. Es gab kein Planen, es gab keine Zukunftsgedanken, es gab keine bewussten Bemühungen, irgendwelchen Prinzipien zu folgen. Es ging einfach nur von einem Tag zum anderen.
Ich träume manchmal davon, für die brasilianische Fußballmannschaft zu spielen, oder als Gewinner von Wimbledon bekannt zu werden.
Das Leben ist ein Kampf. Jeder Tag ist ein Kampf. Man muss jeden Morgen aufstehen, und wenn man denkt, dass einem die Dinge in den Schoß fallen, dann ist man leider im Irrtum. Für jede kleine Sache muss man hart arbeiten und man muss ehrlich arbeiten. Wenn man das macht, dann zahlt es sich manchmal aus.
Ich mag es, zu verfolgen, was immer in der Welt geschieht. Ich mag eine Menge Sachen, die meine Kinder mögen. Ich bin gern in ihrer Gesellschaft, Ich rede gern so, wie sie reden, kleide mich, wie sie sich kleiden und höre mir die Musik an, die sie auch anhören. Ich weiß nicht, ob ich das alles mögen sollte — aber ich tue es irgendwie.
Als Grabinschrift für mich hätte ich es gern, wenn diese sagen würde, “Hier liegt ein guter Mensch.” Was bedeuten würde, dass ich von den Menschen gemocht wurde, von der Gesellschaft, dass ich in keine negativen Aktivitäten verstrickt war, dass ich mich vor anderen Leuten gut benommen habe, das ich meinem Staat gegenüber patriotisch war, und das ich Älteren gegenüber respektvoll war.
Quelle©mansworldindia.com
Freie Übersetzung©2008 Bollywoodsbest by Cat12
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