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Gottheiten aus dem Hinduismus
Gottheiten im Hinduismus


Die Götter des Hindusimus sind allsamt Manifestationen oder Symbole des höchsten Gottes.

Adityas:


Die Adityas sind eine Gruppe von 13 Gottheiten in den Veden, denen aber außer Vishu im heutigen Hinduismus nur geringe Bedeutung zukommt. Da Aditya einer der Namen der Sonne ist, kann man sie als die Götter des Lichtes ansehen. Alle zwölf Götter der Gruppe der Adityas sind Söhne der Aditi.

Die dreizehn Götter sind:

  • Aryaman: Vernichter der Feinde
  • Bhaga: Der Gebende
  • Surya: Sonne
  • Daksha: Der Geschickte
  • Mitra: Freund
  • Varuna: Der bindet
  • Amsa: Der Großzügige, Tolerante
  • Tvastr: Der Gestalter
  • Savitr: ein Apekt der Sonne vor ihrem Aufgang
  • Pusan: Der Ernährer
  • Saktra: Mächtiger
  • Vivaswat: Strahlender
  • Vishnu: Durchdringer

    Agni: (Feuergott)




    Agni war einer der wichtigsten Götter der Verdischen Religion. Ihm werden die Opfergaben bereitet, so dass man ihn auch als „Esser der Opfergaben“ bezeichnete.

    Ihm wurden etliche Hymnen gewidmet, sodass er im Rksamhita die Zweite Stelle einnimmt. Es gibt 10 Bücher des Rksamhita und in an 8 ihnen beginnt die Preisung mit Agni. Agni verliert an Bedeutung in der nachvedischen Zeit, jedoch ist er im heutigen Hinduismus von sehr großer Bedeutung: Zu bestimmten Anlässen, besonders wenn es um eine Reinigungszeremonie geht (z. B. Geschäfts- und Wohnungseinweihung), entzündet der Priester rituell das heilige Feuer. Bei einer Wohnungseinweihung trägt der Priester / Besitzer die Schlüssel mit dem Feuer durch alle Räume.

    Auch in der Ehrezeremonie geht es nicht ohne Agni. Das Paar, das verheiratet wird, geht 7 mal um das Feuer. Bei der Verbrennung der Toten zitiert der Priester: „Möge Agni dich dorthin bringen, wohin du gehen musst!“ Und er bittet: „O Agni! Wenn der Körper verbrannt ist, bring den Geist zu seinen Vorfahren!“

    In der damaligen Zeit war das Feueropfer Yaggya das wichtigste Opferritual.






    Brahma:

    Brahma zählt zu den drei Hauptgöttern des Hinduismus. Die anderen beiden sind Vishu und Shiva. Gemeinsam bilden sie die Trimurti.

    Brahma stellt in dieser Konstellation das Prinzip der Schöpfung dar. Brahma, als der Schöpfer des Priestertums, wird auf Darstellung meist mit 4 Gesichtern und Armen, sowie mit Gebetskranz und Veden (älteste indische Literatursammlung) dargestellt. Sein Symbol ist die mystische Gans. Diese Gans ist auch an seinem bedeutendsten Tempel im indischen Pushkar aus dem 14. Jahrhundert abgebildet.

    Anlehnende Wörter an den Namen Brahmas, die jedoch in keinster Weise mit ihm zu tun haben sind:

  • Brahman: ein zentraler Begriff der hinduistischen Philosophie
  • Brahmanas: sind um ca. 800 v. Chr. entstanden und beschreiben Opferzeremonien
  • Brahmavihara: Titel einer grundlegenden Meditation im Buddhismus

  • Vishnu:
    Gott Vishnu wurde schon um 1000 v. Chr. mit der aufgehenden Sonne gleichgesetzt und verehrt. Später wandelte sich seine Bedeutung und heute ist Vishnu der Erhalter des Universums, der Ursprung aller Dinge, der Wächter der Menschlichkeit. Er ist für den Schutz des Dharma, des richtigen Bewusstseins, der Weltordnung zuständig.

    Er liegt schlafend im >Ur-Ozean< auf der tausendköpfigen Schlange Shesha. Während seines Schlafes erwächst aus seinem Nabel eine Lotusblume. In dieser Lotosblume wird Brahma geboren, der die Welt erschafft. Kaum ist die Welt entstanden, erwacht Vishnu aus seinem Schlaf, um in Vaitkuntha, dem höchsten Himmel zu regieren.

    Laut der Hindu-Mythologie wurde Vishnu bis jetzt neun mal in verschiedenen Formen auf der Erde wiedergeboren. Diese Inkarnationen, auch Avatars genannt, nimmt er an, um die Menschlichkeit den Menschen auf der Erde näher zu bringen. Da sind 1. Matsya (der Fisch), 2. Kurma (die Schildkröte), 3. Varaha (der Eber), 4. Narasinha (der Löwenmensch), 5. Vamana (der Zwerg), 6. Parashurama (>Rama mit der Axt<), 7. Rama (nicht mit Parashurama identisch), 8. Krishna und 9. Buddha. Die zehnte, noch erwartete Inkarnation, ist Kalki (Reiter auf dem Pferd), der den Dharma wiederherstellt.

    Vishnu ist der universelle Gott und alle anderen Götter sind aus ihm erschaffen. Auch sein Gegenstück Shiva, der als Zerstörer und Erneuerer aller Dinge gilt. Das Trio Brahma-Vishnu-Shiva, die Trimurti, ist die hinduistische Form der Dreifaltigkeit. Vishnus Shakti, die weiblich gedachte Seite des Göttlichen, ist die Göttin Lakshmi, Sinnbild für Schönheit, Glück und Reichtum, die als seine Gattin angesehen wird.

    Dargestellt wird Vishnu mit vier Händen, in denen er seine Insignien hält. Diskus (Chakra), der in einer Schlacht auf die Feinde geschleudert wird; Muschelhorn (Sankha), auf dem er bei verschiedenen Anlässen bläst; Lotus (Padma), u. a. das Symbol der Weisheit und Reinheit, weil sie auch im schmutzigsten Teich strahlend rein ist und schließlich die Keule (Gada), mit der er Dämonen bekämpft. Auf seiner Stirn hat er ein langes Zeichen in Form eines >U<, das auch seine Inkarnationen tragen. Vishnus Reittier ist der mystische Vogel Garuda, ein großer Adler, der oftmals die Gestalt eines geflügelten Mannes mit stark gebogenem Schnabel annimmt.

    Buddha: (der Erleuchtete)
    Buddha ist der geistliche Titel des Begründers des Buddhismus, eigentlich Siddhartha Gautamos. Seine genauen Lebensdaten sind umstritten. Er lebte in Nordindiens. Sein Vater war Oberhaupt einer der regierenden Familien in der kleinen Adelsrepublik der Shakyas, im heutigen indisch-nepalischen Grenzgebiet. Seine Mutter hieß Maya. Sie nannten ihren Sohn (in Pali) Siddhattha (Sanskrit: Siddhartha), was „der sein Ziel erreicht hat“ bedeutet.

    Nach seiner Geburt wurde vorhergesagt, dass er entweder die Welt beherrscht oder, wenn er das Leid der Welt erkennt, dieser die Erlösung bringt. Er wurde von seinem Vater von der Welt abgeschirmt, weil dieser in ihm den idealen Nachfolger sah und verhindern wollte, dass Siddarth sich von seinem Reich abwendete. Eines Tages sah er sich aber doch dem Leid der Welt gegenüber und erkannte die Sinnlosigkeit seines bisherigen Lebens. Auf der Suche nach Erlösung verließ er mit 29 Jahren seinen einzigen Sohn und Ehefrau und wurde ein Asket. Er wanderte 6 Jahre lang als Gotama durch das Tal des Ganges. Er folgte und studierte die Systeme und Methoden religiöser Lehrer und unterwarf sich selbst strengen asketischen Übungen. Nach vergeblicher extremer Askese entdeckte er unter dem Bodhi-baum von Bodh Gaya sitzend den “mittleren Weg“ zur erlösenden Erkenntnis (bodhi), durch die er zum Buddha wurde. Danach zog er als wandernder philosophischer Lehrer durch Nordindien und gründete den Sangha (buddhistischer Mönchs- und Nonnenorden). Im Alter von 80 Jahren starb er („ging ins Parinirwana ein“). Der historische Lebenslauf des Buddha wurde später durch Legenden und Mythen erweitert und überlagert.

    Buddha hat keine Schriften hinterlassen. Seine Lehrreden erhielten ihre kanonische Form erst im 1. Jahrhundert v. Ch., nach schriftlicher und mündlicher Überlieferung.

    Nach späterer buddhistischer Lehre gibt es in jeder Weltperiode einen Buddha, so dass der historische Buddha nur ein Buddha in einer langen Reihe von Welterleuchtern ist, die sämtlich die höchste Erkenntnis aus eigener Kraft erlangen. In der hinduistischen Mythologie wurde der Buddha in die Reihe der Avataras (Verkörperung) des Vishnu aufgenommen.

    Die vier Edlen Wahrheiten (sacca) vom Leiden, seinem Entstehen, seinem Erlöschen und der zur Befreiung vom Leiden führenden achtfachen Pfades, sind die von allen Buddhas neu entdeckte und der Welt enthüllte Lehre.

    Es werden drei Arten von Buddhas unterschieden:

    Samyaksambuddha („vollkommene Vollständig-Erwachte“):

    Bezeichnet einen Menschen, der aus sich selbst heraus die zur Befreiung und Vollendung führende Lehre wiederentdeckt nachdem sie der Welt verloren gegangen ist, diese verwirklicht und wegen seiner zahlreichen Fähigkeiten zahlreiche Menschen zur Befreiung führen kann.

    Pratyekabuddha („Einzel-Erwachte“):

    bezeichnet einen Menschen der die Lehren (siehe Samyaksambuddha) verwirklicht und wiederentdeckt aber nicht verkündet und andere Menschen nicht zur Befreiung führen kann.

    Sravakabuddha („als Hörer-Erwachte“):

    Bezeichnet einen Menschen, der die zur Befreiung führende Lehre und Praxis als Schüler eines Sammasambuddha erfährt und verwirklicht. Er wiederum ist in der Lage, den Dhamma/Dharma anderen Menschen zu lehren und sie zur Befreiung zu führen.

    Surya:
    Der Sonnengott Surya gilt als Personifizierung der Sonne, als lebensspendende Kraft.

    Er wird in den Veden als Schöpfer des Universums beschrieben und symbolisiert die Unendlichkeit. Er spendet Licht und ist verantwortlich für den Tag und die Nacht, deshalb wird er auch als „Juwel am Himmel“ bezeichnet. Eine andere Beschreibung berichtet, das Surya die Sonne, eine der Manifestationen von Agni, dem Feuergott, darstellt. Während Agni das Feuer selbst auf der Erde symbolisiert, steht Surya für das Feuer am Himmel.

    Häufig wird Surya entweder auf den Schwingen eines Riesenvogels oder auf einem Wagen mit sieben Pferden dargestellt, welche die sieben Wochentage symbolisieren. Neben ihm, auf diesem Himmelswagen thront seine Gattin, die Göttin Chhaya (Schatten). Die Legenden erzählen, dass diese Göttin nur eine von mehreren Ehefrauen ist. Ebenso wird auch von mehreren Kindern berichtet, die Surya hat. Unter anderen Yama, den Gott des Todes und Yami, den Flussgott des Yamuna. Diese Kinder Suryas und Chhayas wurden, ähnlich wie Adam und Eva, als erste Menschen angesehen.

    Die Hindus in heutiger Zeit verehren Surya noch immer in seinen verschiedenen Formen. Dabei steht aber nicht die Sonne als Objekt der Verehrung im Vordergrund, sondern gemeint ist eher die Sonne als Lichtbringer, welches Tag für Tag wiederkehrt und sowohl die Dunkelheit an sich, wie auch die geistige Dunkelheit vertreibt.

    Shiva:
    Shiva ist der mächtigste und meistverehrteste Gott des Hinduismus. Übersetzt bedeutet Shiva ,,der Gütige’’ oder ,,der Freundliche’’. Während Vishnu im Kampf gegen das Böse, geradlinig und leicht fassbar ist, gehört Shiva zu den widersprüchlichsten Gottheiten der Welt. Er ist neben Brahma und Vishnu ein Teil des so genannten Trimurti, der hinduistischen Form der Dreifaltigkeit.. Er nimmt innerhalb der göttlichen Trinität die Funktion des Zerstörers, aber auch gleichzeitig des Erneuerers ein. Die Erklärung dafür ist denkbar einfach - Ohne Zerstörung der alten Periode gibt es keinen neuen Schöpfungszyklus.

    Sein Hauptmerkmal sind die Gegensätze, die er in sich vereint. Shiva ist der Gott der Feste und des Tanzes, der die kosmischen Schritte der Zerstörung tanzend abmisst. Jedoch ist er ebenso der Gott der Meditation und völliger Keuschheit. Deshalb wird er von vielen Sadhus, den heiligen Männern, verehrt: Er ist der Gott der Einäscherungsstätte und zugleich Fortpflanzungssymbol, der Inbegriff der stummen Macht asketischer Konzentration und zugleich Sturmwind der Veränderung. Während Vishnu in seinen verschieden Inkarnationen der Welt zu Hilfe kommt, bleibt Shiva fern und wird entweder bei der Meditation an den entlegensten Orten des Himalaya, so dem Berg Kailash, oder abstrakt als Phallussymbol (Lingam) dargestellt. Das Lingam ist das wichtigste Kultbild der Shivaiten, das seine Schöpferkraft versinnbildlicht. Ein Lingam bildet das Allerheiligste eines jeden Shiva- Tempels. Meist handelt es sich um eine glatte Steinsäule auf einem Stufensockel, der zu einem weiblichen Genital (Yoni) ausgeformt sein kann.

    Bildliche Darstellungen Shivas zeigen ihn meistens jung und schön, mit weißer Hautfarbe, da Sein Körper wurde mit heiliger Asche eingerieben wurde. Er wird mit langem, oft verfilztem Haar dargestellt, an dessen oberem Haarknoten der heilige Ganges entspringt. Er trägt eine Mondsichel als äußeres Zeichen, das er Herr über die Zeit ist, als Krone und Kleidung, die aus Tiger- und Elefantenhaut angefertigt wurde.

    Sein Hals, um den sich eine große Kobra windet, ist blau. Er wird deshalb auch ,,Blauhals'' (Nilakantha) genannt, weil er das Gift trank, das drohte, die Welt zu zerstören, als die Götter und Dämonen den Milchozean aufwühlten, um den Nektar zu gewinnen. Das Gift machte Halt in seinem Hals und blieb dort, wodurch die äußere Welt und auch Shiva selbst gerettet wurden. Aber das Gift färbte seinen Hals blau.

    Shiva trägt eine Kette und Girlande aus Schädeln und Schlangen umwinden seinen Körper. Er wird mit drei Augen, welche meist halb geschlossen sind, abgebildet. Zwei Augen Shivas symbolisieren die Sonne und den Mond; sein drittes Auge versinnbildlicht Feuer und repräsentiert das Auge des Wissens und der Weisheit, das Zentrum seiner Allwissenheit. Er verbrannte den Dämon Manmatha (Begehren), mit seinem dritten Auge, bekannt als ,,jnana chakshu’’, was wörtlich ,,Auge der Weisheit’’ bedeutet und verdeutlicht, dass Shiva über den göttlichen Blick der Wirklichkeit verfügt.

    In zwei seiner vier Hände trägt er seine Insignien, den Dreizack (Trisula) und die Trommel (Damaru). Shiva mit seinem Dreizack weist auf den Sieg über das Ego, was zur Vollkommenheit führt und repräsentiert die drei Eigenschaften (Gunas): rein, klar (Sattvas), aktiv (Rajas) und dumpf, träge/unbewegt (Tamas), also die drei Schöpfungsphasen: Erschaffung, Erhaltung, Zerstörung; sowie die drei Zustände: Wachsein (Jagrat), Traumphase (Swapna) und Tiefschlaf (Sushupti) hin. Die Trommel symbolisiert Ton, Alphabet, Grammatik, Sprache und den gesamten Bereich der geistlichen und weltlichen Künste und Wissenschaften. Die Trommel in seinen Händen bedeutet, dass die gesamte Schöpfung, einschließlich der Künste und Wissenschaften, aus seinem göttlichen Willen entstanden sind. Zuerst trommelt Shiva, dann tanzt er als ,,König des Tanzes’’ (Nataraja) den Tanz des Universums. Deshalb wird er auch als Mahadeva oder Mahayogi, der oberste aller Yogis, dessen Trommelklang den Menschen zur Vervollkommnung drängt, bezeichnet. Die anderen zwei Hände nehmen symbolische Handstellungen (Mudras) ein. Sie haben die Bedeutung von Schutz (Abhaya) und Gewährung von Wohltaten (Varada).

    Shiva wird fast immer zusammen mit seiner Gefährtin, der Göttin Parwati, der Wiedergeburt seiner Gattin Sati, abgebildet. Beide sind untrennbar miteinander verbunden. Shivas Macht (Shakti) wird von Parwati, einer Seinsform der Göttin Devi verkörpert. Sie ist als himmlische ,,Gemahlin’’ ist die ideale Ergänzung für Shiva. Oftmals werden Shiva und Parwati auch zusammen mit ihrem Sohn, dem Elefantengott Ganesh auf Bildern gezeigt. Diese drei Götter symbolisieren in Indien die ,, Heilige Familie’’. Sein Reittier ist Nandi, der Stier des Dharma.

    Aryaman:


    Aryaman ist der Gott der Gastlichkeit. Da er häufig auch als Freund bezeichnet wird, obliegt ihm auch die Pflege aller sozialen Kontakte. Desgleichen gilt er als Wächter über Verträge, Leihgaben und Geschenke. Außerdem ist er als Gott der Ehestiftungen bekannt.

    Daksha:




    Ist ein Gott der vedischen Göttergruppe. Er gilt als Sohn Brahmas und trägt einen Ziegenkopf. Außerdem ist er der Vater von Vinata, Aditi, Diti und der Kadru.

    Parvati:

    Parvati, die Wiedergeburt Satis, gilt im Hinduismus als Göttin der Schönheit, des Glanzes und der Heiterkeit. Ihr Name bedeutet ,,Tochter des Himalaya’’, die Erzählungen ihres mythologischen Lebens gehen daher von den Bergen aus.

    Sie steht Shiva als himmlische Gefährtin zur Seite, steht für die weibliche Seite des Gottes. Beide sind untrennbar miteinander verbunden. Sie ist die Mutter des elefantenköpfigen Gottes Ganesha und Skanda (Kumar), dem Kriegsgott mit dem Pfau. Zusammen bilden diese 4 Götter die hinduistische ,,Heilige Familie’’.

    Parvati wird als gütige Daseinsform der Göttin Dewi betrachtet, aber ebenso wie Shiva beinhaltet sie den Doppelaspekt von Erhaltung und Zerstörung und wird des öfteren auch Kali oder Durga genannt. Kali ist schwarz und tanzt mit einer Kette von Menschenschädeln um den Hals. Ihr werden in Dakshin Kali Tiere (nur männliche) geopfert. Im Monat Ashwin (Sept. - Okt.) werden während des Festes Durga Puja Büffel und Schafe geschlachtet.

    Sie verkörpert Shivas Macht (Shakti) und ihre Aufgabe scheint es zu sein, den wilden und asketischen Shiva als Ehemann und Familienvater zu zähmen. Pavarti ist die Verkörperung der göttlichen Energie, ohne die der in sich ruhende Gott Shiva seine Funktion nicht erfüllen könnte. Parvati wird jedoch nicht nur als Shakti des Shiva verehrt, sondern tritt eigenständig in verschiedenen Formen auf, u.a. als Gauri, ,,der Weißlichen'', einer Berggöttin oder Annapurna, einer liebevollen Ernährerin aller Wesen. Ihr Symbol ist die Lotosblüte.

    Saraswati:

    Sie gilt als die älteste Göttin des Hinduismus und wird als Flussgöttin schon in der Rig Veda erwähnt. Deshalb wird sie auch heute noch mit fruchtbarem, reinem Wasser in Verbindung gebracht. Mittlerweile hat sich ihre Bestimmung aber bedeutend erweitert. Heute gilt sie als Göttin der Weisheit, des Intellekts, der Musik und Gelehrsamkeit. Sie wird als Schöpferin von Sanskrit und des Devanagari-Alphabets angesehen, in dem sowohl Sanskrit wie auch die heutigen Sprachen Hindi und Marathi geschrieben werden. Sie gilt als Schutzpatronin der Kultur, der Künste und Poesie und steht auch für die menschlichen Fähigkeiten zu denken und unterscheiden.

    Sie stellt die weibliche Kraft (Shakti) des Gottes Brahma dar, wobei die hinduistischen Mythen über ihre Entstehung verschiedene Variationen kennen. Einmal wird sie aus dem Mund des Gottes Brahma geboren. Ein anderer Mythos erzählt, sie wäre aus Krishna entstanden, indem der Gott sich in eine männliche und weibliche Seite teilte, diese Version gibt es aber auch mit Brahma. Der vierte Mythos berichtet gar von der Vermählung Gott Brahmas mit seiner Tochter Saraswati. Als Gemahlin des Gottes Brahma wurde sie zur Mutter der gesamten Schöpfung. Da es aber gegen die Gesetze verstieß, werden Brahma bis heute keine Tempel geweiht, in denen er verehrt werden könnte.

    Saraswati wird auf Bildern als junge, schlanke Frau mit vier Händen, oftmals auf einer Lotosblüte sitzend und in blendend reines Weiß gekleidet, dargestellt. Das Weiß soll den Gegensatz zum Dunkel der Unwissenheit symbolisieren. Die Insignien, die sie in ihren Händen trägt, stellen ein Gefäß mit Wasser, ein Saiteninstrument (Vina), einen Rosenkranz (Mala) und das Buch der Veden dar. Ihr Reittier, der Schwan, versinnbildlich die geistige Transparenz und Perfektion im Hinduismus.

    Im Frühjahr findet Vasant Panchami, der wichtigste Feiertag der Göttin, auch Saraswati Puja genannt, statt. Dann werden Bilder der Göttin in Schulen und Universitäten aufgestellt, Bücher, Schreibzeug, Musikinstrumente und geistige Lehrer (Gurus) werden geehrt und es gibt kulturelle Programme und Prozessionen. Hindus auf der ganzen Welt beten Saraswati aber immer an, wann immer es um Studien oder Lernen geht.

    Saraswati wird in vielen indischen Religionen verehrt, nicht nur im Hinduismus, sondern auch im Jainismus und Buddhismus. In Südindien beginnen Konzerte mit traditioneller Musik mit einem Gebet zur Göttin. In Japan ist sie unter dem Namen Benten oder Benzaiten bekannt.


    Lakshmi:

    Schon die Veden berichten über Lakshmi als Göttin der Schönheit. Sie gilt im Hinduismus als Göttin des Reichtums und Wohlstandes, aber ebenso als Göttin des Glücks und der Schönheit, Spenderin geistigen Wohlbefindens, von Harmonie, Fülle und Überfluss aber auch ebenso als Beschützerin der Pflanzen. Sie stellt als Gemahlin Vishnu’s seine weibliche Seite dar und verkörpert die erhaltende Kraft (Shakti) des Gottes. Deshalb wird sie auch oft Shri-Lakshmi genannt. Das Shri ist in diesem Fall ein Attribut Vishnus, an dessen Körper Lakshmi z.B. in Form eines Dreieckes erscheint. Vishnu steht für das transzendente (überschreitende/übergeordnete) moralische Gute und die Ordnung (Dharma) des Universums, Lakshmi dagegen für das Gute im weltlichen Leben.

    Der Mythologie nach entstieg Lakshmi dem Milchozean als dieser durch Götter (Devas) und Dämonen (Asuras) auf der Suche nach dem Trank, der unsterblich macht (Amrita /Ambrosia), gemeinsam aufgeschäumt wurde.

    Die bildliche Darstellung der Göttin variiert. Wird sie zusammen mit Vishnu dargestellt, hat sie auf Bildern zwei Hände. Allein wird sie auf Bildern meistens mit vier Händen dargestellt. In zwei ihrer Hände trägt sie dann Lotosblüten, die dritte Hand wird dann in gebender Haltung dargestellt, aus der ein Strom von Gold fließt, während die vierte Hand Trost spendet. Am Häufigsten wird sie als Gajalakshmi dargestellt. Dann sitzt oder steht sie auf einer Lotosblüte und wird von zwei Elefanten, die Wasser über sie gießen, flankiert. Dieses Bildnis findet man oft an Häusern in Indien, da es als Glückzeichen gilt. Oftmals wird sie auf Bildern auch mit Lotos, Muschel, Topf mit Amrita, dem Unsterblichkeitstrank und einer Bilva-Frucht in ihren Händen dargestellt. Wenn sie als Aspekt Durgas und nicht als Gattin Vishnus dargestellt wird hat sie auf Abbildungen sogar acht Hände. Sie wird dann Große Lakshmi (Mahalakshmi) genannt und es kommen noch Pfeil und Bogen, Diskus und Keule als Insignien dazu.

    Lakshmi stellt in ihren vielfältigen Erscheinungsformen auch noch die Göttinnen Bhumivedi – Personifikation der Erde, Buddhi – Wissen, Siddhi – Erfolg und Vollendung und Maya – Göttin der Illusion des Universums dar. Als Anarpurna, die Ernährende trägt sie auf Abbildungen als Symbol der Fruchtbarkeit ein Ährenbündel. Donnerstag gilt als Lakshmi's heiliger Tag, dann verehren besonders verheiratete Frauen, die als Lakshmi's Manifestationen gelten, die Göttin mit Opfern und Gebeten, da sie als Beschützerin der Ehefrauen gilt. Ihr Begleittier ist die Eule, mit der sie ganz besonders oft im bengalischen Teil Indiens abgebildet wird.

    Lakshmis Name ist etymologisch in der indogermanischen Sprachfamilie eng verwandt mit der schwedischen Lichtergöttin Lucia, dem lateinischen Lux (Licht) und dem englischen luck (Glück). Alle Begriffe sind Attribute der Göttin.


    Ganesha:

    Der elefantenköpfige Ganesha oder auch Ganapati ist eine der populärsten Gottheiten überhaupt im Hinduismus. So beginnt jeder hinduistische Gottesdienst, auich Puja genannt, mit einem Gebet an ihn. Er ist der hinduistische Gott des Anfangs und der gütige Überwinder von Hindernissen. Wenn ein Hindu in ein neues Haus zieht bekommt Ganesha noch vor den Möbeln oder dem Hausrat seinen Platz darin. Sein Bildnis schmückt viele Haus- uns Tempeleingänge. Der Grund für seine große Beliebtheit liegt in seiner Durchtriebenheit und der gutwilligen Bereitschaft, die Probleme seiner Anhänger zu lösen. Ganesha verkörpert die Intelligent und Weisheit. Des Weiteren ist er als Gottheit zuständig für Poesie, Musik und Tanz, ebenso wie er Herr über die Wissenschaften ist. Kaufleute betrachten Ganesha als ihren Schutzgott.

    Unzählige Geschichten werden über die Entstehung Ganeshas erzählt. Ganesha wird heute als Sohn Shivas verehrt, der Legende nach ist Shiva jedoch nicht wirklich sein Vater. Dort heißt es, das Parwati sich wusch und dabei aus Erde und Salbe von ihrem Bein einen Menschen formte. Sie erweckte ihn zum Leben und befahl ihm, während des Bades an der Tür zu wachen. Ihr Mann Schiwa fand einen fremden Gottmenschen in seinem Haus vor, und als er durch die Tür gehen wollte, verwehrte ihm Ganesha den Zutritt. Shiva wurde zornig und schnitt dem Mann den Kopf ab. Dann bemerkte er, dass er seinen Sohn getötet hatte. Shiva befahl seinen Gonas (Dämonendienern und Zwergen), ihm den ersten Kopf zu bringen, den sie fanden. Sie brachten einen Elefantenkopf, den Shiva ihm auf die Schultern setzte. Dieser war nun zum Leben erweckt, er wurde in die Götterfamilie aufgenommen und erhielt den Titel Ganesha oder Ganapati, Herr über die Ganas.

    Bei Ganesha findet man Hinweise auf Shiva – eine Kobra schlingt sich ihm um den Bauch, verfilzte Haarsträhnen erinnern an die Haartracht des Yoga-Gottes. Seine Attribute sind Elefantenrüssel, Schlinge und Bonbonschale, die er stets an den Mund hält. Oft hat er einen Arm in der Geste der Furchtlosigkeit erhoben. Als Herrn der Wissenschaften und Gelehrsamkeit hält er in einer Hand den abgebrochenen Stoßzahn, mit dem die Schlusskapitel des Mahabharata aufgeschrieben hat.

    Sein Reittier ist die Ratte, die ebenfalls für ihre Listigkeit bekannt ist. Oftmals wird Ganesha allein auf einer Lotusblume oder einem Kobrathron sitzend dargestellt, oder er wird zusammen mit der hinduistischen ,,Heiligen Familie’’ – Shiva, Parwati – abgebildet.



    © by Saripyar, Pyaari, Heike925



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