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Review: Baabul

    Unsere Bewertung für diese Seite
    Erscheinungsjahr: 2006
    Genre: Drama
    Regie: Ravi Chopra
    Drehbuch: Dr. Achala Nagar
    Produktion: B. R. Chopra
    Musik: Aadesh Shrivastava
    Darsteller: Rani Mukerjee, Amitabh Bachchan, Salman Khan, Hema Malini, John Abraham , Rajpal Yadav

    Länge: 169 Minuten





Filmsongs:


  • Come On Come On – Amitabh Bachchan, Aadesh Shrivastav, Sonu Nigam, Vishal (4:28)
  • Keh Raha Hai – Shreya Ghoshal, Sonu Nigam (3:55)
  • Har Manzar – Kunal Ganjawala (4:38)
  • Kehta Hai Baabul – Jagjit Singh
  • Bebasi Dard Ka Aalam – Kunal Ganjawala (5:15)
  • Baawri Piya Ki – Sonu Nigam (3:18)
  • Gaa Re Mann – Kavita Krishnamurti, Alka Yagnik (5:51)
  • Baabul Bidaai Song – Richa Sharma
  • Vaada Raha – Sonu Nigam

  • Songtexte hier...


    Story:
    Avinash Kapoor (Salman Khan) kehrt nach sieben Jahren Amerika nach Indien ins Haus seiner Eltern Balraj und Shobhna (Amitabh Bachchan und Hema Malini) zurück, um an der Seite seines Vaters zu arbeiten. Avi und seine Eltern haben ein sehr herzliches Verhältnis. Bald darauf verliebt sich Avi in die Künstlerin Milli (Rani Mukherji), die seine Gefühle erwidert. Die beiden heiraten und bekommen auch bald darauf ein Kind. Rajat (John Abraham), Millis Jugendfreund, der selbst in sie verliebt ist, aber selbstlos zurücktritt, nachdem er sieht, wie sehr sich das Paar liebt, verlässt nach ihrer Heirat Indien. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit den Kapoors und so wirft ein schwerer Unfall bald die ganze Familie aus der Bahn und Fragen zu Millis Zukunft auf, denen sich ihr Schwiegervater tatkräftig stellt.


    Review:
    Baabul ist definitiv Bollywood At Its Absolutely Very Best - eine Spitzenbesetzung in Hochform, ein einfühlsames Drehbuch voller Wärme, Humor und gefühlvollem Drama plus einem noch lange nicht zu häufig gezeigtem kritischen Blick auf die veraltete und diskriminierende Witwentradition in Indien. Sicherlich hat Baabul auch ein paar negative Seiten, die bei meiner Review aber sicher hinten runter fallen werden, weil meine Glückshormone beiden Ansehen dieses Films einfach überwogen haben. Dieser Film von Ravi Chopra gehört eindeutig zu meinen Favoriten in 2006, und ich kann ihn jedem BW- Fan wirklich nur ans Herz legen.

    Allein die Schauspieler sind es schon allein wert, sich Baabul anzusehen. Erstens ist da endlich wieder mal DIE Rani, die ich so gern habe – natürlich, lebhaft, absolut überzeugend, egal ob verliebt oder trauernd, und auch optisch eine Augenweide mit Brille und endlich mal originellen, charakterdefinierenden Klamotten. Zweitens ist Baabul Salman Khans zweiter Volltreffer in diesem Jahr. Wer ihn in Jaan-E-Mann mochte, wird ihn auch in Baabul lieben – mir gefiel er hier sogar noch besser. Es ist einfach herzerwärmend, wie er ganz offensichtlich Spaß dabei hat, mit Rani zu turteln, mit Amitabh Quatsch zu machen und seinen kleinen Filmsohn Ansh zum Milchtrinken überredet. Ganz ehrlich, da kann man eindeutig ins Schwärmen kommen - und auch wenn es viele nicht glauben werden, Salman überzeugt tatsächlich in jeder Szene!

    Und beide zusammen genommen, Rani und Salman, gehören meiner Meinung nach zu den überzeugendsten Filmpaaren BWs überhaupt. Jede ihrer Szenen strahlt unheimlich viel Vertrautheit und Liebe aus, dass man wirklich vergessen könnte, dass man „nur“ einen Film sieht – himmlisch für jeden Liebesfilmfan

    Drittens sind da Amitabh Bachchan und Hema Malini, mittlerweile ein eingespieltes Filmehepaar, das seine Sache wieder toll macht, wobei Hema in Baabul nicht annähernd so viel Leinwandraum bekommen hat wie ihr Filmgemahl. Aber in Baabul geht es letztendlich ja auch nicht um eine Liebesgeschichte im üblichen Sinn, sondern um die Beziehung einer Schwiegertochter zu ihrem Schwiegervater und im weiteren Sinn um die Witwenschaft an sich, daher hat Amitabh hier die wichtigere Rolle und die spielt er perfekt. Er ist der Vaters, der seinen leiblichen Sohn, dabei jedoch nicht das Leid seiner Schwiegertochter aus den Augen verliert und dabei den emotional und kulturell ungemein großen Schritt macht, für sie ein neues Glück zu finden. Seine Worte, dass lediglich Atmen nicht das Gleiche ist wie Leben, bleiben dem Zuschauer.

    Wie er seinen Entschluss im Endeffekt durchsetzt, finde ich persönlich bei allem fortschrittlichen Denken doch eher diskutabel, da er Milli zwar ein neues Leben zugesteht und wünscht, letztendlich aber doch bestimmt, wo es langgeht und ihr gleich den vermeintlich Richtigen vor die Nase setzt. Aber da Baabul so wunderschön war, will ich das mit viel gutem Willen (und ein bisschen Bauchweh) mal so auslegen, dass Balraj einfach gefühlt hat, dass John Abraham als Millis Kindheitsfreund Rajat der Richtige ist.

    Der ganze Konflikt um die Rechte einer Witwe ist sicherlich nicht sehr „realistisch“ dargestellt, da es sich bei Milli um eine wohlhabende Witwe handelt, deren Schwiegereltern sie u.a. ermuntern, kein Weiß zu tragen. Trotzdem funktioniert das Ganze meiner Ansicht nach dadurch, dass mit Balrajs älterem Bruder gespielt von Om Puri die alten Traditionen vertreten werden, bei dessen Familie zusätzlich noch die Witwe Pushpa des jüngsten Bruders der Kapoors seit 20 Jahren lebt, in Trauerkleidung und auf das Haus beschränkt – ein Negativbeispiel, dass natürlich emotional funktioniert, insbesondere wenn sie am Ende des Films den Mund aufmacht. Der Konflikt ist bollywoodmäßig also mal wieder mit eher kräftigen Farben auf die Leinwand gebracht worden, aber die Botschaft kommt an, und das ist sicher das Wichtigste.Das Zusammenspiel von Rani und Amitabh ist auch beim x-ten Mal das Ansehen wert. Rani und die Bachchans – ein Filmkapitel für sich.

    John Abraham hatte in meinen Augen die schwerste Rolle. Er muss nicht nur als „Lösung“ überzeugen nach der wunderbaren Bilderbuchehe, die Rani und Salman in der ersten Hälfte des Films hingelegt haben, er bekommt auch nicht so viel Leinwandzeit, dass er dem Zuschauer seinen Rajat wirklich näher bringen kann. Man leidet zwar mit ihm, schon als er von Milli erfährt, dass sie verliebt ist, und sofort klar ist, dass er sich gewünscht hätte, sie würde ihn lieben, aber er fehlt auch nicht sehr, wenn er nicht im Bild ist. John spielt diese Rolle des Verliebten, der selbstlos zurücktritt, ruhig und sympathisch, aber sehr viel mehr bekommt man nicht von Rajat mit, z.B. wie er die Jahre ohne Milli verbracht hat. Da der Schwerpunkt des Films allerdings wirklich mehr auf dem Schicksal der Witwe liegt, ist es, denke ich, vertretbar, dass kein Licht auf diese neue, zusammengefügte Ehe geworfen wird, wobei das sicherlich interessant gewesen wäre. Ranis und Johns gemeinsame Szenen fand ich demnach auch vollkommen in Ordnung, sie haben mich aber noch nicht vom Hocker gehauen. Interessant wirken sie aber schon zusammen, weil sie so unterschiedlich sind. Vielleicht haben sie in einem anderen Film ja noch mal Gelegenheit zu zeigen, was sie zusammen auf die Beine stellen können. Dass John trotzdem in dieser naturgemäß undankbaren Rolle besteht, spricht auf jeden Fall für ihn.

    Die Musik von Baabul ist sehr schön – im Film. Ich denke nicht, dass ich mir die Songs sehr häufig ohne die Bilder ansehen werde, aber inszeniert sind sie wunderbar. In gleich zwei Songs haben ein Großteil der Stars einen Tanzauftritt. „Come on Come on“ ist z.B. ein sehr witziger Banghra-Song, in dem sich Amitabh und Salman die ganze Zeit versuchen in die Pfanne zu hauen. Hema Malini tanzt wundervoll, und auch Rani absolviert ein paar Tanzschritte, die sehr schön anzusehen sind. Amitabh singt mal wieder erfolgreich selbst. Mit den Szenen zu Millis und Avis Flitterwochen/Ehe und Millis Trauer hat Ravi Chopra aber den Vogel abgeschossen – das ist an Gefühl kaum zu übertreffen und ist zuweilen verblüffend sinnlich bzw. überzeugend verzweifelt. Millis Leere wird richtiggehend fühlbar nach so viel Glück.

    Baabul ist also richtig ein Film fürs Herz. Man sitzt da und verliebt sich mit Salman in Rani und umgekehrt, genießt die wundervolle Ehe, die die beiden führen, und das gesamte unglaublich glückliche Familienleben und bricht buchstäblich mit zusammen, wenn das Schicksal ihnen einen dicken, fetten, fiesen Strich durch die Rechnung macht. Wer also mal wieder richtig in punkto Tränen und Gänsehaut im Kino auf seine Kosten kommen möchte, der wird von Baabul wahrlich nicht enttäuscht werden. Mit Baabul beweist BW mal wieder, dass Bollywood in punkto Gefühlskino schwer zu übertreffen ist.

    Reviewed: 11. Dezember 2006 by Jess

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