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Review: Black

    Unsere Bewertung für diese Seite
    Erscheinungsjahr: 2005
    Genre: Drama
    Regie: Sanjay Leela Bhansali
    Drehbuch: Sanjay Leela Bhansali, Bhavani Iyer, Prakash Kapadia
    Produktion: Sanjay Leela Bhansali
    Musik: Monty Sharma
    Darsteller: Amitabh Bachchan, Rani Mukerjee, Nandana Sen, Shernaz Patel, Ayesha Kapoor, u. a.

    Länge: 119 Minuten








Story:


Als die kleine Michelle (Ayesha Kapoor) zur Welt kam, brach für die Eltern Katherine (Shernaz Patel) und Paul McNally (Dhritiman Chatterjee) die Welt zusammen: Die Ärzte offenbarten Ihnen, ihr kleines Töchterchen sei Taub und Blind sei. Aus diesem Grund ist sie selbst als Teenager unantastbar und verhält sich wie ein Tier. Es ist keine Erziehung möglich und so lassen die Eltern sie tun, was sie will. Paul will sie in ein Institut einweisen, wobei die Mutter allerdings nicht einverstanden ist. Schließlich ist ihre Tochter nicht geistig behindert, sondern nur Taub-Stumm. Katherine sucht nach einer Lösung und trifft dabei auf den trinkenden, alten Debraj Sahai (Amitabh Bachchan), der Michelle gesellschaftstauglich machen soll.

Doch auch diese Lösung hält Paul nicht für angemessen, denn Mr. Sahai ist so hart in seinen Erziehungsmethoden, dass Paul ihn kurzerhand aus dem Hause wirft. Doch zum Glück der kleinen Michelle verreist ihr Vater kurz darauf für 20 Tage und Katherine zögert keine Sekunde, Mr. Sahai zurück ins Haus zu holen. Er bringt ihr eine eigene Blindensprache bei und versucht ihr, die Bedeutungen der einzelnen Dinge beizubringen. Ein hartes Stück Arbeit, dass ihn auch viele Jahre später nicht von ihrer Seite treten lässt...


Review:


Vorab: Wie will man eine Review zu dem Film schreiben und ihn währenddessen nicht kaputt reden oder in einer endlosen Schwärmerei ausarten? Dennoch: Ich werde es versuchen....auch wenn ich vor solch einer Review schon ein wenig Bammel habe....

Wie Bhansali schon in seinem Epos „Devdas“ bewies, hat er ein Auge für das Ästhetische. Eine hervorragende Leistung des ebenso erfolgreichen Regisseur, der zusammen mit einem der erfolgreichsten Kameramänner, Ravi K. Chandran, einen Film auf die Beine stellte, der ebenso künstlerisch als auch realistisch dargestellt wurde. Die Kameraführung und die Umsetzung der einzelnen Szenen strotzen nur so vor hervorragendem Einsatz des Kameramannes. Trotz der gewaltig scheinenden Kulissen wirkt doch alles dem Filmtitel entsprechend. Eine Leistung, die man nur äußerst selten zu sehen bekommt und daher umso interessanter zu beobachten ist.

Mich faszinierte das ständige dunkle, dass passend zum Titel des Films und ebenso gut zum Inhalt und den Charakteren passte und es dennoch geschafft wurde, den Film leben zu lassen. Ich habe noch nie soviel Einsatz und Umsatzfähigkeit in einem eigentlich solch düsteren Film gesehen, wie hier. „Black“ ist ein Film, an dem sich manch andere noch ein Bespiel nehmen dürfte.

Teilweise kommt es einem vor, als sähe man gerade ein Märchen. Wunderbare Bilder im Schnee, Nebel oder Regen unterstreichen dieses Gefühl. Aber ebenso untermalt die hintergründliche Musik die doch eher ungewöhnliche und dennoch beeindruckend umgesetzte Story. Eine wirklich ungewöhnliche Story. Doch aus eigener Inspiration Bhansalis entstand die Thematik nicht. Die Story basiert auf dem Melodrama aus den 60ern: „Licht im Dunkeln“ von Anne Bancroft. Ich denke jedoch nicht, dass es weiter tragisch ist, zumal Bhansali hinzugedichtet hat. In dem Melodrama von Bancroft wurde nicht erzählt wie es weitergeht. Es wurde zum Schluss eingeblendet, doch die Erzählung und die Umsetzung der Geschichte kam bei ihr nicht mehr zu Stande. Und ich bin der Meinung, dass er dies hier verdammt gut umgesetzt hat. Wie sie ihren Abschluss machte, sich in ihren Lehrer verliebte, wie die Beiden ihr weiteres Leben verbrachte und wie Michelle letzten Endes Mr. Sahai zur Sprache und Erinnerung verhalf. Eine hervorragende Umsetzung.

Die Hauptdarsteller sind hier wirklich hervorragend und tragen einiges zur Umsetzung der perfekten Darstellung bei. Rani Mukerjee war, trotz fehlender Schminke, wunderschön. Vielleicht auch, weil sie Gefühl und Emotion so perfekt herüberbrachte, dass sie Schönheit einfach nur ausstrahlt. So zu sagen: Die innere Schönheit. Sie war die perfekte Wahl für die Besetzung der älteren Michelle. Besonders herausragend und überzeugend fand ich ihre Ansprache sehr weit zum Ende. Rani hat hier wirklich alles gegeben und wessen Augen bei solch einer mitfühlenden und beeindruckenden Rede trocken bleiben, der hat kein Herz.

Amitabh Bachchan war hier meiner Meinung ebenfalls überdurchschnittlich gut. Er war, genauso wie Rani, die perfekte Wahl für den Charakter des ein wenig verrückten Lehrers. Und auch er schaffte es, mich zu Tränen zu rühren. Seine sich langsam entwickelnde Zuneigung zu seiner Schülerin war mitreißend und wirklich überzeugend gespielt. Amitabh ist und bleibt wohl einer der größten Schauspieler. Er war es damals und bleibt seinem Ruf heute auch standhaft. Machesmal denke ich mir, wenn ich einen Film mit ihm sehe: Den hättest du dir aber wirklich schenken können, Big. Aber im nächsten Momenten denke ich dann wieder zurück an solch einen Film wie „Black“ und denke mir: Ach was, du darfst dir ab und an auch mal einen Fehltrott erlauben.

Kurz möchte ich noch die kleine Michelle ansprechen, die von Ayasha Kapoor gespielt wurde. Kaum zu glauben, dass man in diesem Alter schon solch eine Glanzleistung bringen kann. Man hat ihr wirklich jede Sekunde abgenommen, was sie für Qualen durchmacht und wie sehr sie selbst auch darunter leidet, nichts sehen oder hören zu können. Sie machte ihre Sache wirklich hervorragend. Und sollte die noch sehr, sehr junge Schauspielerin dieses Talent nicht vergeuden wollen, dann werden wir sie in der Zukunft bestimmt noch öfter zu sehen bekommen.

Ein Satz, der mich ganz zum Schluss noch mal richtig aufheulen lies (nehmt mich nicht allzu wörtlich) ist folgender: „The World in my Story is different, where sounds transcends into silence and light into darkness. This is my world. Where nothing can be seen nor heard, there is only one name in my world: Black.” Ein Schluss, der wohl jedem eine Träne stielt, der die Aussage des Films verstanden hat.

Eines möchte ich zum Schluss noch sagen: Dies ist definitiv DER Film 2005. Ein wahnsinnig guter Film. Sei es die Darstellung der Charaktere. Die Umsetzung der Kulissen oder die Dialoge. Für mich ist klar: Hier stimmt alles und wer diesen Film verpasst, der kann einem wirklich nur Leid tun.

Reviewed: 13. Januar 2006 by Saripyar

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