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Die Indien- und Bollywood-Topliste



Willkommen im Indien und Bollywood Portal
BollywoodsBest.de ist das "etwas andere" Indien- und Bollywoodportal. "Shah Rukh Khan" ist sicherlich eine Leitfigur der indischen Filmindustrie. Dieses große Land hat jedoch noch wesentlich mehr zu bieten, das uns die Filme und ihre Stars nicht einmal erahnen lassen.

Wir bieten nicht nur eine kostenlose Mitgliedschaft in einer netten und hilfsbereiten Community, sondern auch eine Vielzahl an aktuellen Informationen über Ereignisse der indischen Filmindustrie, Indiens Kultur, den Menschen und ihre Religionen ... und vieles mehr.

Review: Bride and Prejudice

    Unsere Bewertung für diese Seite
    Erscheinungsjahr: 2004
    Genre: Liebeskomödie
    Regie: Gurinder Chadha
    Drehbuch: Gurinder Chadha, Paul Mayedan
    Produktion: Gurinder Chadha, Deepal Nayar
    Musik: Anu Malik
    Darsteller: Aishwarya Rai, Martin Henderson, David Gillies, Naveen Andrews, Anupam Kher

    Länge: 112 Minuten





Filmsongs:


  • Balle Balle – Sonu Nigam, Gayatri Iyer
  • Tumse Kahen Ya, Hum Na Kahen – Udit Narayan, Alka Yagnik
  • No Life Without You – Gayatri Iyer, Sowmya Raoh, Nisha Mascarenhas
  • Lo Shaadi Aayi – Kunal Ganjawala, Anu Malik, Alka Yagnik
  • Dola Dola – Gayatri Iyer


    Story:
    Nach dem großen Erfolg von ‚Bend it like Beckham’ (auf deutsch wurde ein „Kick it.. daraus) wagte sich die Regisseurin Gurinder Chadha an eine höchst ungewöhnliche Mischung: Sie transportiere Jane Austens Roman „Stolz und Vorurteil“ in die Gegenwart und verfilmte ihn als eine Mischung aus Bollywood-Film und traditionellem US-Musical auf drei Kontinenten und konnte dafür Indiens Kinogöttin Aishwarya Rai gewinnen, deren englischsprachiges Debüt dies ist.

    Inhalt: Die in Amritsar, einer Großstadt im Punjab/Indien lebende Familie Bakshi will endlich ihre drei Töchter unter die Haube bringen. Besondere Schwierigkeiten macht die selbstbewusste und emanzipierte Lalita (Aishwarya Rai), für die sich so gar kein Mann finden will, insbesondere nicht der auf den ersten Blick recht arrogante Will Darcy (Martin Henderson) aus den USA...


    Review:
    Die gute Nachricht zuerst, dieser Film ist deutlich gelungener als der von der Anlage her sehr vergleichbare „Bollywood/Hollywood“, ein kanadischer Film von Deepa Mehta, der sich ebenfalls an einem Stilmix der beiden Industrien versuchte. Nun die schlechte Nachricht: Ein toller Film ist „Bride & Prejudice“ leider auch nicht. Mir ist sehr wohl bewusst, dass ein solcher Stilmix teilweise den Seherwartungen zuwiderläuft und man deshalb seine Ablehnung nicht darauf gründen sollte, dass man etwas anderes geboten bekommt, als gewohnt, im Gegenteil.

    Das im Hinterkopf, bleibt aber wiederum zu konstatieren, dass auch dieser Film sich, wie der eben genannte Mehta-Film, sich zwischen beide Stühle setzt und durchfällt, in dem er weder den Anhängern eines jeweiligen Stils genug bietet, noch Leuten die beides mögen.

    Zuschauer, die eine traditionelle, romantische, britische bzw. Hollywood-Komödie erwarten, werden wohl recht irritiert sein über das hohe Maß an „Exotik“, erzählt wird die Story nämlich aus indischer, nicht aus westlicher Sicht, mit der noch mehr irritierenden Folge, dass die indischen Darsteller samt und sonders, um einem westlichen Publikum Untertitel zu „ersparen“ (ersparen; stöhn) Englisch sprechen und zwar ein Englisch, das deutlich nicht die Muttersprache dieser Sprecher ist. Man ist es ja gewohnt, dass Menschen anderer Kulturen in Hollywood-Filmen englisch sprechen („Just one ping, Vassily!“), das stört auch gar nicht groß, weil hier ein Konsens zwischen Filmemachern und Publikum herrscht, dass das Englisch nur als Ersatz für die Heimatsprache steht, wenn aber eine Familie untereinander deutlich hörbar nicht in ihrer Muttersprache miteinander spricht, das irritiert und distanziert. Ferner ist es ja nett, dass Gurinder Chadha die Songfrequenz eines Bollywood-Films mit 5-6 Gesangseinlagen erreichen wollte, dabei hat sie aber offensichtlich vergessen, dass diese Filme in der Regel eine Stunde länger sind, mit der Folge, dass in diesem Film, in welchem genau so viele Songs in wesentlich kürzerer Zeit untergebracht werden, teilweise einer auf den anderen folgt, was etwas nervt.

    Bollywood-Fans hingegen werden enttäuscht sein, weil für ihre Erwartungen der Film zu sehr mit angezogener Handbremse inszeniert wurde, insbesondere die große Emotionalität dieser Filme fehlt fast völlig, ferner sind auch die Gesangs- und Tanzeinlagen leider nicht sehr mitreißend. Letzteres ist verwunderlich und enttäuschend, denn wenn man sich mal anschaut, wen Gurinder Chadha als Komponisten und Kameramann verpflichten konnte, besser geht es kaum: Anu Malik und Santosh Sivan.

    Maliks Songs sind auch teilweise gar nicht so schlecht, einen, den zweiten, in den Straßen Amritsars visualisiert, finde ich sogar brillant, kaum ein Song lief letztes Jahr mehr bei mir, jetzt kommen wir aber zum Kernproblem des Films, einer zwar neuartigen, aber höchst fragwürdigen künstlerischen Entscheidung von Frau Chadha: Sie lässt typische Bollywood-Songs in Englisch singen. Dabei ist die andere Sprache als Hindi gar nicht so groß das Problem, sondern eher die Sänger und Sängerinnen. Die Playback-Sänger in Bollywood-Filmen haben in der Regel eine gewisse Ausbildung genossen, bzw. berufen sich auf eine Tradition, was sich dann in ihren Stimmen niederschlägt. Die englischen Sängerinnen und Sänger in diesem Film singen aber so, dass es klingt, wie in einem westlichen Musical, ihrerseits wieder die entsprechende Ausbildung und Tradition wiederspiegelnd.

    Das ist recht neu, aber leider nicht gut, auch wenn man sich die oben genannten Bedenken zum Stilmix vergegenwärtigt und versucht, vorurteilsfrei da ranzugehen: Diese beiden Stile beißen sich leider ein wenig. Nicht die Sprache (auch in Bollywood-Songs gibt es immer wieder englische Einsprengsel), sondern die Stimmen. Das will nicht passen und enttäuscht, gerade im Vergleich dazu, wenn man die Hindi-Versionen der Songs hört.

    Bei der Visualisierung gilt etwas anderes, ich habe eine Weile gerätselt, wie es sein kann, dass einer von Indiens größten Kameramännern, der einige der besten Songsequenzen der letzten Jahre fotografiert hat, so wenig Mitreißendes produziert und die Lösung dürfte sein, dass er nicht durfte. Gurinder Chadha ist in ihrem Herzen eine westliche Regisseurin und so filmt die Kamera die Songs nur ab, ist aber nicht Teil von ihnen, wie es in Bollywood üblich ist und was gerade diese Einlagen so mitreißend macht. Dies „darf“ man im Westen nicht, weil allzu grobe Schwenks, Zooms und Kamerafahrten als unelegant in der westlichen Bildsprache gelten, da die Kamera sich nicht so sehr in den Vordergrund spielen soll. Und so macht sich durchaus gelegentlich mal der Einsatz eines Kamerakrans oder ein Dolly-Shot in dem Film bemerkbar, aber alles recht dezent. Mitreißend ist das nicht. Die Hommagen an westliche Musicals gerieten noch enttäuschender, die entsprechenden Szenen sind sogar teilweise langatmig bis unsäglich, dafür, ich kann es nicht anders sagen, fehlt Chadha das Händchen.

    Für Fans beider Kinos (zu denen ich mich zähle) ist es zunächst mal eine große Enttäuschung, dass eine der Kinogöttinnen von Bollywood einen männlichen Helden an die Seite gestellt bekommt, der in Hollywood allenfalls 3. oder 4. Garnitur ist (gut, er hat in „The Ring“ eine Hauptrolle gespielt, trotzdem). Es wird kolportiert, dass Chadha hier durchaus für ein Gleichgewicht sorgen wollte, aber keine größeren Hollywood-Namen bekommen hat. Dieses Ungleichgewicht stört sehr.

    Ferner kommt auch der Fan beider Kinoarten nicht so richtig auf seine Kosten, dafür ist der Film einfach zu wenig Fisch noch Fleisch, aus den schon oben genannten Gründen: Kein richtig guter Bollywood-Film, keine richtig gute romantische Komödie westlicher Prägung.

    Aber: Man hat trotzdem durchaus Spaß mit dem Film. Zwar wird Austens Roman nur in den Grundzügen wieder gegeben, das macht aber nichts. Es gibt durchaus hübsche Feelgood-Momente, einige gelungene Humorpassagen und auch der angedeutete Konflikt zwischen reichen Indern aus den USA und einheimischen Indern gibt Anlass für einige gut geschriebene Dialoge. Was dem Film aber abgeht, sind Dramatik und Romantik. Ersteres verwundert bei Jane Austen nicht, denn statt Dramatik wird bei ihr nun mal lieber Gebäck gereicht, der aufgebaute Dreiecks-Konflikt und dessen Lösung gegen Ende sind aber selbst für Austen-Verhältnisse arg putzig ausgefallen, aber auch die Romantik kommt eindeutig zu kurz, was im wesentlichen daran liegt, dass es nicht genug gut geschriebene Szenen dafür gibt und die Chemie zwischen den Hauptdarstellern nicht stimmt. Ich bewundere Aishwarya Rais Schönheit, halte ihr Talent aber nicht für den Gipfel der Schauspielkunst, während Martin Henderson schon schmerzlich blass bleibt, das kann so nicht funktionieren. Und so gibt es bis auf eine hübsch inszenierte Trennungsszene praktisch nichts zum schmachten, Gurinder Chadha nutzt das Potential einiger Szenen nicht aus.

    Trotzdem: Aufgrund des ungewöhnlichen Stilmixes, des Globetrottings (die erste Hälfte spielt in Indien, dann geht es nach England, dann in die USA, dann zurück) mit vielen schönen Ansichten und einigen ganz netten Szenen bleibt trotzdem ein leicht überdurchschnittlicher Eindruck, weil der Film zumindest mal etwas Anderes ist.

    Reviewed: 20. Oktober 2005 by Parvati

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