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Die Indien- und Bollywood-Topliste



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Review: Fiza

    Unsere Bewertung für diese Seite
    Erscheinungsjahr: 2000
    Genre: Drama
    Regie: Khalid Mohamed
    Drehbuch: Khalid Mohamed
    Produktion: Pardeep Guha, Devan Khote, Zarina Mehta, Ronnie Screwvala
    Musik: Ranjit Barot
    Darsteller: Karisma Kapoor, Hrithik Roshan, Jaya Bachchan, Isha Koppikar, Manoj Balpai

    Länge: 170 Minuten





Filmsongs:


  • Aaja Maahiya – Alka Yagnik, Udit Narayan
  • Mehboob Mere – Sunidhi Chauhan
  • Fiza – Alka Yagnik, Sonu Nigam
  • Gaya Gaya Dil – Sonu Nigam
  • Piya Haji Ali – A. R. Rahman, Srinivas
  • Na Leke Jao – Jaspinder Narula
  • Mere Watan – Zubeen
  • Aankh Milaoongi – Asha Bhonsle


    Story:
    Der junge Moslem Aman (Hrithik Roshan) lebt mit seiner älteren Schwester Fiza (Karisma Kapoor) und seiner Mutter (Jaya Bachchan) glücklich in Bombay, als es 1993 zu religiösen Ausschreitungen zwischen Hindus und Moslems kommt. Als er eines Nachts mit seinen Freunden nachsehen will, was auf der Straße los ist, verschwindet er spurlos.

    Auch sechs Jahre später gilt er noch als vermisst, aber seine Mutter hat die Hoffnung auf die Rückkehr ihres Sohnes noch nicht aufgegeben. Ihre regelmäßigen Besuche der Polizeistation verschweigt sie ihrer Tochter, doch natürlich bekommt Fiza die Verzweiflung ihrer Mutter mit und versucht, sie davon zu überzeugen, dass Aman tot sein muss. Als Fiza ihren Bruder jedoch zufällig eines Tages auf der Straße sieht, ihn aber nicht mehr einholen kann, reift in ihr der Entschluss, Aman zu finden. Viel Glück hat sie zunächst nicht, obwohl sie es schafft, Politiker und die Medien auf sich aufmerksam zu machen. Doch aus unterschiedlichen Gründen werden ihr immer wieder kleine Hindernisse in den Weg gelegt, bis das Bild eines Terroristen mit Amans Augen sie auf ihrer Suche in den Norden führt...


    Review:
    Fiza ist für mich einer der mit Abstand am schwersten verdaulichen BW-Filme über Terrorismus, weniger weil der Terrorismus hier so eine große Rolle spielt, sondern weil in diesem Film so deutlich gezeigt wird, wie schnell und unschuldig man durch ihn in eine Situation kommen kann, die das eigene Leben vollkommen auf den Kopf stellt, Zukunftspläne zunichte macht und persönliche Beziehungen zerstört. In dieser Hinsicht bleibt Fiza von Anfang bis Ende realistisch und damit unversöhnlich – was ja immer schwer zu ertragen ist, wenn man gebannt vor der Leinwand sitzt und den Protagonisten übermenschliche Fähigkeiten zur Trauma- und Katastrophenbeseitigung wünscht.

    Fiza überzeugt aber nicht nur mit seinem, wie ich finde, guten Drehbuch, sondern auch mit guten Aufnahmen größtenteils von Mumbai, die sich an Tempo und Ton an die jeweilige Filmlage anpassen und den Film damit auch stimmungstechnisch beeinflussen, und dazu passender Musik, die ebenfalls sehr schön in Szene gesetzt wurde. Leckerbissen für Sushmita Sen Fans: sie tanzt eine hübsche Gastnummer in Rajasthan. Ein Riesenpluspunkt stellt die Besetzung des Films dar, die ich als absolut in Hochform empfunden habe.

    Karisma Kapoor hat mich hier wirklich überrascht, denn in Fiza zeigt sie, dass sie tatsächlich schauspielern kann und das sogar, ohne hysterisch zu schreien. Ich mochte ihre Darstellung der ernsten, selbstbewussten Fiza von der ersten Minute an, die durch ihre „unlustige“ Art bei ihren Altersgenossen natürlich aneckt, sich aber immer treu bleibt. Natürlich blutet einem das Herz für ihren Bruder, aber Fizas Leben ist alles andere als einfach. Trotzdem vermittelt Karisma in ihrer Rolle innere Stärke (erst sehr spät im Film überlässt sie sich einmal ihren schmerzlichen Gefühlen in einer Szene, in der ich jedem nur eine Großpackung Taschentücher empfehlen kann!), Mut und Entschlossenheit, wobei sie den Zuschauer niemals dran zweifeln lässt, wie verzweifelt sie im Inneren ist. Großartige Leistung, deretwillen ich in vielen anderen Filmen über Karismas eigentlich recht anstrengende Art hinwegsehen kann. Ihr Zusammenspiel mit ihren Co-Stars Hrithik und Jaya (ihre damalige Schwiegermutter in spe) ist sehr innig und einwandfrei. Die drei geben eine wundervolle kleine Filmfamilie ab.

    Hrithik Roshan zeigt hier in seinem zweiten Film eine sehr reife und vielleicht sogar eine seiner besten Leistungen. Sehr glaubwürdig mimt er sowohl den unschuldigen Jungen, der im schützenden zu Hause seiner Mutter und Schwester in den Tag hineinlebt und so liebenswert ist, dass man ihm nicht böse sein kann, als auch den zerrissenen Mann, der seine Seele und Identität verloren hat und nicht mehr weiß, wer er ist und wohin er gehört. Was ich als ein bisschen schade empfunden habe, war die obligatorische „Hrithik zeigt seine geölten Muskeln in die Kamera“-Szene. Sie war unnötig und fehl am Platz und nimmt in diesem Moment des Films einiges an Atmosphäre. Am besten weiterspulen und sich nicht rausbringen lassen.

    Fiza ist, soweit ich weiß, Jaya Bachchans Comeback-Film, nachdem sie sich um ihrer Kinder willen aus dem Filmgeschäft zurückgezogen hatte. Und sie beweist, dass sie absolut nichts verlernt hat. Ich muss sogar sagen, dass von allen Filmen ab 2000 ihre Mutterrolle in Fiza diejenige ist, die mich am meisten beeindruckt hat. Sie strahlt so viel Wärme, Hingabe und auch Witz aus, dass die enge Bindung ihrer Kinder kein Wunder ist, wobei es ihr gleichzeitig gelingt, die kleineren und größeren Brüche ihrer Seele so subtil darzustellen, dass man erst eine Sekunde später spürt, wie sehr ihr etwas weh tun muss. Sie wirkt hier sehr menschlich und kam mir persönlich hier „näher“ als in K3G zum Beispiel, aber das ist sicher sehr subjektives Empfinden.

    Als ich Fiza das erste Mal gesehen habe, dachte ich bis weit in die zweite Hälfte, dass das ein guter Film ist, auch tragisch, aber nicht so dramatisch schlimm, wie vorher befürchtet.

    Na ja, was soll ich sagen? Man sollte doch immer noch abwarten, ob das Ende eines Films die „Versprechen“ der ersten Hälfte erfüllt. Im Fall von Fiza ist das 100% gelungen. Daher würde ich jedem sehr ans Herz legen, sich für nach dem Film nichts mehr vorzunehmen. Er hat es mehr als in sich.

    Reviewed: 18. März 2007 by Jess

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