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Die Indien- und Bollywood-Topliste



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Review: Jaan-E-Mann

    Unsere Bewertung für diese Seite
    Erscheinungsjahr: 2006
    Genre: Lovestory
    Regie: Shirish Kunder
    Drehbuch: Shirish Kunder
    Produktion: Sajid Nadiadwala, Prashant Shah
    Musik: Anu Malik
    Darsteller: Salman Khan, Akshay Kumar,Preity Zinta, Anupam Kher, Tom DiNardo

    Länge: 165 Minuten





Filmsongs:


  • Humko Maaloom Hai
  • Jaane Ke Jaane Na
  • Ajnabi Shehar
  • Sau Dard
  • Udh Jaana Bro
  • Kubool Kar Le


    Story:
    Suhaan Kapoors (Salman Khan) und Piya Goyals (Preity Zinta) Ehe ist am Ende. Das Paar, dass sich auf dem College so heftig ineinander verliebt hatte, dass sie gegen den Willen ihrer Eltern geheiratet haben, scheitert an Suhaans Traum ein Superstar der Filmwelt zu werden. Da sich verheiratete Helden eben schwer vermarkten lassen, muss er Piyas Existenz verleugnen und verlässt sie "auf Zeit", wie er glaubt. Doch als sein Film floppt, und er nach Hause zurückkehrt, muss er feststellen, dass Piya weg ist. Bald hat er auch die Scheidungspapiere in der Hand. Leider lässt der Erfolg auch weiter auf sich warten, so dass die Alimentezahlung von einmalig 50 Lakhs Rupien für ihn unmöglich zu leisten sind, zumal er sich auch noch ungerecht von Piya behandelt fühlt. Als rettender Engel in dieser aussichtslosen Situation erscheint Agastya (Akshay Kumar), ein hochintelligenter Obertrottel, der im College über beide Ohren in Piya verliebt war und sie auch nach sieben Jahren nicht vergessen kann. Für Suhaan und seinen zwergesgroßen Freund und Anwalt Chacha (Anupam Kher) stellt Agastya, nicht sehr liebevoll Champu genannt, die perfekte Lösung dar: er soll Piya heiraten, damit Suhaan keine Alimente mehr zahlen muss. Um das zu erreichen, fliegen Suhaan und der ahnungslose Agastya nach New York, wo Piya nun lebt...


    Review:
    Ich habe das Gefühl, der Newcomer im Regisseurssessel, Shirish Kunder, hat noch viel vor und wollte gleich mit seinem Erstling ordentlich Eindruck machen - und ganz objektiv gesagt, das ist ihm wunderbar gelungen! Jaaneman ist seit langem mit der witzigste, frischeste, originellste und auch handwerklich innovativste Film, den ich sehen das Vergnügen hatte. Und das Lob gebührt dafür, denke ich, zum größten Teil dem Regisseur selbst, der ja auch das schwungvolle Drehbuch verfasst hat.

    Das Ganze fängt gleich ab dem Vorspann mit hohem Tempo an. Gags, Einstellungen, farbenprächtige Songs, alles wird bunt und unterhaltsam verquirlt und überschwemmt den Zuschauer mit einer richtiggehenden Gaudiwelle. Ohne Frage, das Ganze ist das reinste Chaos, dem man als Zuschauer da fröhlich ausgesetzt ist und dennoch mühelos folgen kann. Ich bin sicher, gerade die erste halbe Stunde, die von Rückblenden dominiert wird, trifft nicht jeden Geschmack. Ich fand es aber herrlich und hab mich fast tot gelacht über Anupams und Salmans Gesichtsausdrücke, Akshays liebeswerte Trotteligkeit - aber ich schweife ab!

    Kunder musste ja irgendwie die Vorgeschichte erzählen - denn immerhin beginnt der Film untypischerweise mit dem Ende einer Liebesgeschichte - und das tut er sehr witzig und auch technisch, für mein Auge jedenfalls, einwandfrei, indem er die Figuren selbst ihre Geschichten parallel erzählen lässt, während der Schauspieler im Vordergrund. steht, dann im Hintergrund die Rückblende erscheint und die Szene dann langsam in die Vergangenheit gleitet. Und das ist nur ein Beispiel für die innovative Erzählweise. Den ganzen Film über spielt Shirish Kunder mit Licht, das plötzlich angeht, berstenden Fensterscheiben, laut donnernder Musik, Phantasiesequenzen und so weiter. Er kleckert nicht, er klotzt mit Effekten und Gefühlen. Ich kann mir momentan nicht vorstellen, dass Kunder jemals ein subtiler Filmemacher werden wird, der auf leise Töne eingeht, dafür setzt er offensichtlich zu gern auffällige Mittel ein, aber das macht er überraschend gut! Demnach werden seine Filme im Kino sicher auch immer noch einen größere Wirkung haben als vor dem heimischen Bildschirm. Aber das ist Spekulation. Ich bin einfach glücklich, dass ich die Möglichkeit hatte, Jaaneman zum ersten Mal gleich auf Kinoleinwand zu sehen.Wem es anfangs zu anstrengend ist, der kann sich dann auf die letzten beiden Filmstunden in New York freuen, die nicht weniger humorvoll, aber nicht mehr so extrem quirlig sind.

    Es gibt so wahnsinnig viel Positives über Jaaneman zu berichten, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll!

    Also gut, zuallererst die Schauspieler: dass Preity und Salman gut zusammen spielen, wusste ich seit Chori Chori Chupke Chupke und Dil Ne Jise Apna Kahaa. Dass Salman und Akshay eine wunderbare Chemie haben, wusste ich nicht, konnte es lediglich vermuten von einigen Bildern. Dass aber alle drei so prima zusammen auf der Leinwand aussehen würden, ist der erste Megabonus von Jaaneman. Allein aus diesem Grund war es für mich schon soooo schwer zu entscheiden, wem ich denn nun die Daumen drücken sollte

    Salman hat sich unheimlich weiterentwickelt, vergleicht man seine Rolle als Suhaan mit vielen früheren Rollen. Er kann jetzt tatsächlich tanzen, lachen und sogar weinen, nicht nur ohne dass man peinlich berührt ist, sondern sogar echt mitreißend. Er spielt den obercoolen, etwas selbst verliebten und doch im Grunde lieben Kerl so lässig, als hätte er immer so natürlich vor der Kamera gestanden. Und was mir noch nie in dem Maße aufgefallen ist, Salman Khan ist wirklich ein attraktiver Mann! Ob in Jeans, Anzug oder Leder, er macht wirklich eine gute Figur, und auf Tolle stand ich eh schon immer.

    Ganz objektiv gesehen ist Jaaneman auch Salmans Film, so gut die anderen beiden Hauptdarsteller auch sind. Die zentrale Rolle spielt er, und er füllt sie mühelos aus. Das ist um so bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass er wohl alle zwei Tage während der Dreharbeiten Gerichtstermine wahrnehmen musste. Dass man das dem Film nicht anmerkt ist vielleicht ein weiteres Indiz dafür, wie gut die Stimmung unter den drei Darstellern gewesen sein muss.

    Akshay ist trotz Salmans wunderbarer Darstellung mein heimlicher Favorit dieses Films. Ich weiß nicht, wie er es hinbekommen hat, trotz Dauermonotonverlegenheitslachen und „leichter“ Deppenmanier mit brillantem Gehirn kein bisschen lächerlich zu erscheinen. Aber er hat es grandios hinbekommen und erschien dabei auch noch liebenswert und hatte einen gewissen, extrem schüchternen Charme. Sogar seine Bewegungen wirkten unbeholfen - mit einer Ausnahme am Ende, bei der mir die Spucke weg blieb - WOW! So gesehen, gehört er wohl mittlerweile wirklich zu den wandlungsfähigsten Schauspielern Bollywoods.

    Preity war sehr charmant, wunderschön und sehr bezaubernd. Sie ist in Jaaneman die ideale Frau gerade zwischen diesen beiden Männern. Ihre Rolle gibt etwas weniger her, als die Figuren der Männer, aber sie hat das Beste draus gemacht. Das einzige, was ich leider immer wieder in den neueren Filmen feststellen muss, ist, dass die Damen keinen wirklich eigenen Kleidungsstil mehr haben in ihren Rollen. Hauptsache, es ist modern und möglichst eng - aber das ist meine persönliche Macke und lässt keinen Zweifel daran, dass Preity einfach gut war.

    Ich denke, wären die drei nicht wirklich gute Schauspieler, hätte Jaaneman schnell zum Klamauk werden können. Da aber jeder auf seine Art es geschafft hat, seiner Figur neben dem allgegenwärtigen Humor auch Tiefe und Seele zu geben, hält der Film mühelos die Waage zwischen Komödie und Liebesfilm.

    Auffällig groß geschrieben wurde der Einsatz von Verkleidungen: angefangen beim "Zwerg" Anupam Kher über die Blenden in die Vergangenheit, in der Salman als langhaariger Rocker und Akshay als pudellockiger Depp mit dickem Brillenglas zu sehen sind, bis zu den Undercover-Verkleidungen á la Zorro, Elvis, Polizist etc., die Suhaan trägt, um von seiner Frau unentdeckt zu bleiben. Alles sieht mit Liebe ausgesucht aus, nichts billig, dafür aber bunt, knallig und immer haarscharf an der Übertreibung vorbei.

    Die Musik von Jaaneman gefiel mir auch schon ohne die Bilder sehr gut, mit den Szenen gewinnt sie um so mehr. Ganz rührselig sind meine Favoriten auch Sau Dard, wenn Salman so schön tränenreich sehnsüchtige Blicke über New York verteilt und von Sonu Nigam inbrünstig geschmettert, und Humko Malum Hai, das die einführende Geschichte begleitet. Ich finde, man merkt der Musik und vor allem auch den Tanzszenen an, dass Shirish Kunder mit einer der erfolgreichsten Choreografinnen Bollywoods verheiratet ist, Farah Khan. In Jaaneman werden auf originelle Weise überdurchschnittlich viele verschiedene Tanzstile untergebracht, angefangen vom klassischen Paartanz über New Yorker Street Style (Alshay versucht sich gar an BreakdanceJ) bis hin zu irischem Step (Salman als Michael Flaherty?!). Farahs Einfluss ist schon zu merken, da denke ich z.B. an einen Quawali-Auftritt ziemlich am Anfang, der doch stark an Tumse Milke Dil Ka Hai Jo Haal aus Main Hoon Na erinnert.

    Alles in allem kann man sagen, dass in Jaaneman nichts subtil ist, weder Schauspieler, Humor, Drehbuch, Bilder noch Musik. Der Film ist laut, knallbunt, rasend schnell und herrlich witzig. Bis auf ganz winzige Anleihen bei dem Meg Ryan-Film "In Sachen Liebe", scheint er auch ausschließlich aus Kunders Feder zu kommen. Sicher, die Story an sich ist nicht wirklich neu, aber so originell verpackt, dass ich mich auf das nächste Überraschungsfilmbonbon von Shirish Kunder sehr freue.

    Reviewed: 23. Oktober 2006 by Jess

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