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Hollywood - Review: Braveheart

    Unsere Bewertung für diese Seite
    Erscheinungsjahr: 1995
    Genre: Historien – Abenteuer
    FSK: ab 16 Jahren
    Regie: Mel Gibson
    Drehbuch: Randall Wallace
    Produktion: Mel Gibson, Alan Ladd jr., Bruce Davey
    Darsteller: Mel Gibson, Sophie Marceau, Patrick McGoohan, Angus Macfadyen, Brendan Gleeson

    Länge: 171 Minuten


Story:


Schottland im 13. Jahrhundert. Der englische König führt ein brutales Regiment über das Land. Als William Wallace´ (Mel Gibson) Frau von englischen Truppen kaltblütig ermordet wird, sagt er der britischen Krone den Kampf an. Doch was als persönlicher Rachefeldzug beginnt, entbrennt schnell zum erbitterten Kampf für die Freiheit seines Landes. Sein Mut und sein Kampfgeist machen ihn im ganzen Land zur lebenden Legende. Inspiriert von seiner Tapferkeit ergreift das schottische Volk die Waffen und folgt ihm in einen blutigen Krieg gegen di übermächtigen Engländer.


Review:
Mel Gibson lag die Story des schottischen Freiheitskämpfers William Wallace so sehr am Herzen, dass er nicht nur die Hauptrolle, sondern ebenso Produzent und Regisseur des Films wurde. Im dunklen Mittelalter angesiedelte Filme ohne pompöses Kostümaufgebot und einer großen Portion Kitsch galten als Kassengift. Doch er machte aus dieser Schlacht ein Epos. Seine Bemühungen sollten dann auch durch den guten Zuschauerzuspruch und die Teilnahme an der Oscarverleihung im Jahr 1995 belohnt werden.

Der grobe Gesamteindruck bildet eine Präsenz vom feinsten: Die wildromantische, raue schottische Landschaft bildet die perfekte Kulisse für die Lebensgeschichte des schottischen Nationalhelden und die lebendigen, realitätsnahen blutig-dramatischen Schlachten machen einen Großteil der Faszination des Films aus. Auch wenn „Braveheart“ nur grob die historischen Gegebenheiten wiedergibt, macht er auf den Zuschauer einen unglaublich realistischen Eindruck. Das Mittelalter wird nicht, wie in vielen anderen historischen Filmen, verschönt dargestellt, sondern in dreckigen, unwirtschaftlichen Bildern zum Leben erweckt und auch das rohe Verhalten der handelnden Personen und die Brutalität der Kampfhandlungen, die vielen als übertrieben übel aufgestoßen sind, tragen zum Gesamteindruck des Werkes bei.

Zartbesaiteten sei jedoch von diesem Film, aufgrund der teilweise sehr starken und brutalen Gewaltdarstellungen, abgeraten.

William Wallace ist eine gebrochene Rolle, zusammengesetzt aus brutalem Racheengel, intelligentem Feldherrn und feinfühligem Romantiker. Mel Gibson spielt diesen äußerst überzeugend und mit einer ungeheueren Präsenz. Man MUSS ihm die Trauer um den Verlust seiner Frau und die daraus entspringende Entschlossenheit, die Herrschaft des englischen Königs über Schottland zu beenden, einfach abkaufen. Sopie Marceau zeichnete sich durch den Einsatz ihrer unverkennbaren Mimik aus und ließ Gefallen finden. Sie passte sich der Rolle als zukünftige Königin zwischen Melancholie und Stärke hervorragend an. Die langsam aufbauende Romanze zwischen Wallace und ihr funktioniert trotz der unterschiedlichen Welten, welche die beiden Figuren repräsentieren, unerwartet gut. Die gegenseitige Faszination wirkt so nachvollziehbar.

Die musikalische Untermalung mit ihren vielen keltischen Elementen und natürlich dem Dudelsack ist sehr passend und sticht mit ihrem Ohrwurmeffekt hervor. Innerhalb des Films und der Story wird die Zeit verlangsamt, um die Gefühlsintensität der einzelnen Szenen zu erhöhen. Diese Idee wir hervorragend genutzt und hat eine ausgesprochen große Wirkung. Dem Zuschauer wird es somit möglich sein, sich von dem emotional Gezeigtem angesprochen zu fühlen. Alleine die Entschlossenheit der Männer, ihrem Anführer Wallace in den Kampf für die Freiheit und die Unabhängigkeit zu folgen, lässt einen nicht so einfach kalt. Besonders zum Ende werden noch mal alle emotionalen Register gezogen.

Mel Gibson´s „Braveheart“ ist ein absolut mitreißendes, eindringliches und packendes Schlatepos, welches die rauen und dunklen Seiten des Mittelalters zeigt. Ein Film über die Leidenschaft, den Betrug, den Mut und die Freiheit. Ein absolutes Meisterwerk.

Reviewed: 27. September 2006 by Saripyar

Screenshots:

  

  

  

  

  

  



Hintergrundinformationen:
Der Film basiert auf tatsächlichen, historischen Gegebenheiten. Der schottische Freiheitskämpfer William Wallace existierte tatsächlich, wenn auch die Details seiner Geschichte nicht in jeder Hinsicht der filmischen Umsetzung entspricht.

  • Zum Ende des Films wird der Eindruck erweckt, dass die Schlacht von Bannockburn spontan ausgelöst worden sei, nachdem Robert Bruce von William Wallace` Tod erfahren habe. In der Realität war Bruce bereits seit acht Jahren in einem Guerillakreig mit den Engländern verwickelt und die Schlacht selbst fand neun Jahre nach der Exekution von Wallace statt. Etwa ein Jahr nach diesem Tod fand in Wirklichkeit die Schlacht bei Bethven statt, die in einer empfindlichen Niederlage für Bruce endete.

  • Der damals noch ungekrönte Robert Bruce wird im Film als „Earl of Bruce“ bezeichnet. In Wirklichkeit war er der „Earl of Carrick“.

  • Im Film wird behauptet, dass Wallace den Anspruch von Bruce auf den schottischen Thron unterstützte. In Wirklichkeit war er auf der Seite des gesetzten Königs John Balliol.

  • Der Film zeigt Robert Bruces Vater (der ebenfalls Rober hieß) als Leprakranken. Es gibt jedoch keine historischen Aufzeichnungen darüber. Lange nahmen Historiker an, dass König Robert Bruce selbst an Lepra gestorben sei, doch wird diese Theorie heute nicht mehr gestützt.

  • Bei Falkirk wurde Wallace nicht durch Bruce verraten. Er wechselte tatsächlich die Seiten, doch dies geschah schon einige Jahre zuvor aufgrund des Konflikts mit der Comyn-Familie, die John Balliol unterstützte (Der Konflikt wird im Film völlig weggelassen). Wallace wurde gejagt und gefangen genommen, nachdem die Schotten 1305 zur Kapitulation gezwungen worden waren.

  • Zu der Zeit, in der der Film spielt, gab es in Schottland noch keine Kilts. Das Auftreten von Kilts ist nicht vor 1600 nachgewiesen.

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