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Hollywood - Review: Untreu

    Unsere Bewertung für diese Seite
    Erscheinungsjahr: 2002
    Release: 10. Mai 2002
    Genre: Erotik-Drama, Thriller
    FSK: ab 16 Jahren
    Regie: Adrian Lyne
    Drehbuch: Alvin Sargent, William Boroyles Jr.
    Produktion: Adrian Lyne, G. MacBrown
    Darsteller: Diane Lane, Richard Gere, Olivier Martinez, Erik Per Sullivan, Chaw Lowe, Myra Lucretia         Taylor, Michelle Monaghan, Erich Anderson, Dominic Chianese, Kate Burton

                                Länge: 124 Minuten





Der Vergleich:


Bildet euch selbst ein Urteil. Den handlungsähnlichen Bollywoodfilm namens "Murder" findet ihr hier: Murder (2005)


Story:
Edward und Connie Sumner, seit 11 Jahren verheiratet, führen mit ihrem achtjährigen Sohn Charlie ein perfektes, beineidenswertes Leben ohne materielle Sorgen in einem gepflegten Vorort von New York. Mit der Zeit hat diese Fassade unbemerkt Risse bekommen und fängt an zu bröckeln, denn die glückliche Ehe ist zur Gewohnheit geworden. Doch dann verändert Connies stürmische Zufallsbegegnung mit dem charmanten Lebenskünstler Paul Martel alles. Angezogen von der erotischen Ausstrahlung des unbekümmerten Franzosen, getrieben von einer neuen, völlig unbekannten Sehnsucht nach dem Unbekannten, stürzt sich Connie in eine leidenschaftliche Affäre, die immer exzessivere Züge annimmt.

Sie ist in ihrer Obsession gefangen; zwischen Lust und Scham, Glücksrausch und Gewissensbissen hin- und hergerissen. Für Außenstehende kaum wahrnehmbare Veränderungen in ihrer Mimik und ihrem Verhalten machen Connies Ehemann misstrauisch, so dass dieser, einer Konfrontation mit seiner Frau ausweichend, sich gezwungen fühlt, einen Privatdetektiv auf sie anzusetzen. Als dieser Edward schließlich seine Ergebnisse präsentiert und Connies Geheimnis offenbart, dreht Edward durch. Zutiefst gekränkt, erniedrigt und wie betäubt von Angst, seine Ehe sei eine nun sich vor seinen Augen auflösende Illusion, beschließt der betrogene Ehemann den Liebhaber vor vollendete Tatsachen zu stellen, was in einer ungeahnten Katastrophe gipfelt...


Review:
„Untreu“ ist das Remake des 70er Jahre Werks von Claude Chabrol „ Die untreue Frau“ (1968) , und somit kein wirklich neuer Film, aber trotzdem ausgesprochen sehenswert: „Untreu“ ist ein „Hochglanzfilm“ mit – selbst für unsere Zeiten – immer noch anstößigem Inhalt. Es ist ein spannender und bewegender Film zugleich.

Die ganze Atmosphäre und sämtliche Schauplätze sind perfekt mit der Stimmung und dem emotionalen Auf und Ab des Filmes abgestimmt. Die Farben und die Musik sind immer dezent; nie reist das eine oder das andere die Szene an sich. Die Musik hat nichts Gängiges; nichts Laienhaftes. Es sind immer klassische Stücke, die sich wie ein unveränderlich melancholisches rotes Band leise durch den ganzen Film ziehen. Die Musikwahl scheint auch sinnbildlich für den Wohlstand, die (illusorische) Vollkommenheit der Beziehung zwischen Connie und Edward zu stehen.

Richard Gere, Diane Lane und Olivier Martinez brillieren in ihren Rollen. Die Affäre, die schon eigentlich „Skandal“ zu nennen wäre, wird nachvollziehbar und glaubwürdiger, dank der schauspielerischen Leistung des Trios. Am herausragensten ist jedoch Diane Lane, die, meiner Meinung nach, auch absolut zurecht für ihre hier dargebotene Darstellung der „untreuen Frau“ für einen Oskar nominiert wurde. Sie ist der Mittelpunkt des Geschehens. Die emotionale Bannbreite, die sich im Laufe des Filmes auf ihrem Gesicht abspielt, setzt hohe Maßstäbe an die Leistung der anderen Darsteller; bleibt jedoch unerreicht. Sie ist auf jeden Fall – abgesehen von dem französischen, bis vor einigen Jahren scheinbar geheimgehaltenen, Olivier Martinez – das größte und schlagendste Argument, um sich den Film anzusehen. Nach Diane kommt Richard Gere, der, wenn auch erst an zweiter Stelle, als betrogener Ehemann überzeugen konnte. Der Charakter von Edward wird erst im zweiten Teil des Film wirklich interessant und vielschichtig. Der gehörnte Ehemann, der, als er von der Affäre seiner Frau Wind bekommt, plötzlich aus allen Wolken fällt und zum Schluss ein ganz anderer Mann wird.

Oliver Martinez sieht fabelhaft aus; wie einem Modemagazin entsprungen – aber das muss er auch. Ein junger Liebhaber hat attraktiv zu sein!! Ich denke, dass sich seine Rolle auch nur darauf begrenzt. Pauls Charakter bietet keine emotionale Tiefe. Das Einzige, was Oliver bei seinem Schauspiel zu tun hatte, war wohl hauptsächlich allzeit Begierde auszustrahlen. Ich finde, das ist ihm auch sehr gut gelungen. Erik Per Sullivan, den ich vorher nur aus “Malkolm mittendrin” kannte, hat mich in seiner Rolle als Charlie sehr überrascht. Ich hatte wohl nicht erwartet, dass er auch „ernst“ und „natürlich“ schauspielern kann. Von ihm kriegen wir in Zukunft hoffentlich noch einiges mehr geboten. Es wäre schade, wenn auch er, wie so viele andere Jungstars, mit dem Anbruch der Pubertät in der Versenkung verschwindet.

Abgesehen von dem Schauspiel der drei Protagonisten finde ich ihr Aussehen ebenso wichtig. Das routinierte Ehepaar Connie und Edward würde im Alltag nie aus der Menge herausstehen. Es sind keine Supermodels, auch wurden die Schauspieler glücklicher Weise nicht zu solchen geschminkt und gekleidet. Richard Gere hat Falten, graue Haare, einen müden Blick und einen nicht mehr ganz so straffen oder gar muskulösen Körper. Er ist halt schon ein „älterer“ Mann – was auch ganz der Rolle entspricht. Diane Lane hat ebenfalls schon leichte Fältchen unter den Augen und ist ganz offensichtlich keine 16 mehr - wobei sie immer noch schön und attraktiv ist. Diese Tatsachen machen Connie und Edward aber nur sympathischer und realistischer. Man kann sich leichter mit ihnen identifizieren; somit wirkt der Film auch emotionaler auch die Zuschauer.

Nicht zu vergessen sind die Liebesszenen zwischen Connie und Paul. Sie sind sehr sinnlich und intensiv. Sie sind auch sicherlich ein weiterer Grund, weshalb es sich lohnt, sich den Film anzusehen.

Reviewed: 29. August 2006 by Anamika

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